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90PLUS » Eloy Rooms Lebensabend: 15 Paraden, ein historischer Punkt für Curaçao
WM 2026

Eloy Rooms Lebensabend: 15 Paraden, ein historischer Punkt für Curaçao

Klaus Hürbl
21.06.26, 17:46
Klaus Hürbl
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WM
Foto: Getty Images

Curaçaos Torhüter Eloy Room hat beim 0:0 gegen Ecuador eine der besten Einzelvorstellungen der WM-Geschichte abgeliefert: 15 gehaltene Schüsse, dazu der erste WM-Punkt der kleinsten Nation des Turniers. Ein paar Tage nach dem 1:7 gegen Deutschland ist aus demselben Torwart der Held eines Abends geworden.

Die Partie

Ecuador, das gewinnen musste, lief 90 Minuten lang gegen eine Wand. Die Südamerikaner kamen nach übereinstimmenden Statistiken auf rund 28 Torschüsse, 15 davon aufs Tor, und einen Expected-Goals-Wert über drei — und scheiterten an jedem einzelnen Versuch am 37-jährigen Room. Schon in der zweiten Minute parierte er einen Abschluss von Enner Valencia, der das 1:0 schon sicher geglaubt hatte; von da an reihte sich Rettungstat an Rettungstat. Im Stadion von Kansas City verfolgten auch das niederländische Königspaar das Geschehen.

Der Rekord

Roms 15 Paraden sind ein Wert, der ihn an die berühmteste Torwartleistung der jüngeren WM-Geschichte heranführt: Tim Howard hielt 2014 im Achtelfinale der USA gegen Belgien 16 Bälle — je nach Zählweise ist Rooms Vorstellung damit eine Einstellung oder knappe Verfehlung des Rekords seit Beginn der Erfassung 1966. Der Unterschied zu Howard ist entscheidend: Howard verlor sein Spiel trotz aller Paraden mit 1:2, Room hielt die Null. Für einen Schlussmann, der bei einem Klub im US-Unterhaus spielt und seine Laufbahn größtenteils bei Vitesse und in der MLS verbrachte, ist das eine Vollendung, die niemand erwartet hatte.

Die Pointe

Dass ausgerechnet der Mann im Mittelpunkt steht, der wenige Tage zuvor sieben Gegentore hinnehmen musste, ist die eigentliche Geschichte. „Ich glaube, ich brauche jetzt eine Statue in Curaçao“, sagte Room nach dem Spiel, halb im Scherz. Der Punkt ändert wenig an der schwierigen Ausgangslage — im abschließenden Spiel gegen die Elfenbeinküste am 25. Juni bräuchte Curaçao einen Sieg für eine der größten Überraschungen der WM-Geschichte. Aber manche Abende bemisst man nicht an der Tabelle. Die kleinste Nation des Turniers hat ihren Moment, und er trägt einen Namen.

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