Japan hat seine Ambitionen untermauert: ein 4:0 gegen Tunesien, das die Mannschaft an die Spitze der Gruppe F bringt. Auf der Gegenseite steht der vollständige Zerfall einer tunesischen Kampagne, die schon vor diesem Spiel ihren Trainer verloren hatte.
Das Statement
Nach dem dramatischen 2:2 gegen die Niederlande war dies der Beweis, dass Japan in diesem Turnier mehr ist als ein unangenehmer Außenseiter. Die Mannschaft dominierte Tunesien über die volle Distanz und verband ihre bekannte Disziplin mit Effizienz vor dem Tor. Vier Tore gegen einen organisierten Gegner sind ein Ausrufezeichen — Japan reiht sich damit unter die Mannschaften ein, die in der K.-o.-Phase niemand ziehen will.
Der Absturz
Für Tunesien ist die Lage desolat. Nach dem 1:5 gegen Schweden zum Auftakt war Trainer Sabri Lamouchi entlassen worden; unter dem zurückgekehrten Hervé Renard folgte nun das 0:4. Zwei Spiele, neun Gegentore, kein eigener Treffer aus dem Spiel — und mit null Punkten ist Tunesien faktisch ausgeschieden. Der Trainerwechsel hat den Sturz nicht aufgehalten, sondern nur dokumentiert. Eine neue Bank heilt keine Mannschaft, die in zwei Spielen nicht konkurrenzfähig war.
Der Befund
Mit vier Punkten und einem Torverhältnis von plus vier steht Japan gleichauf mit den Niederlanden an der Spitze — das direkte Duell um den Gruppensieg ist auf den letzten Spieltag verschoben, wenn Japan auf Schweden trifft. Tunesiens Turnier ist dagegen abgeschlossen, ehe das letzte Spiel gespielt ist. Japan hat geliefert, was seine Vorzeichen versprachen; Tunesien hat bestätigt, was sein Auftakt befürchten ließ.

