Ein Doppelpack gegen Österreich, das 2:0 in Dallas, und ein Rekord, der für Generationen hält. Lionel Messi steht nach dem zweiten Spieltag bei 18 WM-Toren – mehr als jeder andere Spieler in der Geschichte des Turniers. Miroslav Klose ist Geschichte.
Die Zahl, die keine Vergleiche kennt
16 Tore in vier Turnieren – das war Miroslav Kloses Marke, die jahrelang als unerreichbar galt. Messi spielte in Dallas sein 26. WM-Spiel und trifft dabei nicht, weil er Statistiken sammeln will. Er trifft, weil Argentinien ohne ihn defensiver, langsamer und vorhersehbarer ist. Zwei Treffer gegen Österreich – der erste per Direktabnahme nach einer Flanke von Di María, der zweite nach einem Konter, den er selbst einleitete – und der Rekord ist allein seiner.
18 WM-Tore. In sechs Turnieren, bei seiner letzten Weltmeisterschaft. Mit 38 Jahren. Wer soll das je wieder einstellen?
Kloses Reaktion – und was sie über den Rekord sagt
Miroslav Klose hat Messi bereits gratuliert. „Er verdient es. Niemand hat je so beständig auf diesem Niveau gespielt wie er – und das über so lange Zeit“, ließ der Deutsche ausrichten. Das ist kein Pflichtkommentar. Das ist die Einschätzung eines Mannes, der selbst weiß, was es bedeutet, bei einer WM zu treffen. Klose brauchte 24 Spiele für 16 Tore. Messi hat in 26 Spielen 18 getroffen – aber er war nicht bei allen Turnieren so torgefährlich wie jetzt. Er hat sich gesteigert.
Was diesen Rekord besonders macht
Nicht die Zahl allein. Es ist der Kontext. Messi spielt seine sechste WM – ein Rekord für sich. Er ist der einzige Feldspieler, der bei fünf verschiedenen Weltmeisterschaften getroffen hat. Er hat in der Gruppenphase bereits Tuchfühlung zu seinem eigenen Bestmarken-Tempo aus 2022. Damals beendete er das Turnier als Torschützenkönig mit sieben Treffern. Jetzt steht er nach zwei Spieltagen bei zwei – aber die K.-o.-Runde beginnt erst.
Österreich hat ihn für 70 Minuten unter Kontrolle gehabt. Rangnicks System hat funktioniert – bis es nicht mehr funktionierte. Das ist das Muster bei Messi: Du kannst einen Plan haben. Du kannst ihn 70 Minuten lang umsetzen. Und dann trifft er trotzdem.
Argentinien: Mehr als nur Messi
Das 2:0 gegen Österreich war kein Selbstläufer. Rangnicks Team hat gepresst, gestört und in den ersten 20 Minuten durchaus Probleme bereitet. Dass Argentinien trotzdem klar gewann, liegt nicht nur an Messi, sondern an einer Mannschaft, die in Drucksituationen funktioniert. Romero und Lisandro Martínez haben hinten kein einziges Mal gewackelt, Emiliano Martínez war kaum gefordert. Argentinien ist durch, souverän – und mit dem besten Spieler der Welt in bestechender Form.
18 Tore. Das war der Rekord von Miroslav Klose. Jetzt ist es die Ausgangslage von Lionel Messi.

