Cristiano Ronaldo hat seine wohl wichtigste Frage dieser WM beantwortet. Beim 5:0 Portugals gegen Usbekistan in Gruppe K traf der 41-Jährige zweimal und wurde zum ersten Spieler, der bei sechs verschiedenen Weltmeisterschaften getroffen hat. Nach dem blassen Auftakt gegen die DR Kongo ist das die Korrektur, auf die der Markt gewartet hatte.
Das Spiel
Portugal ließ von Beginn an keinen Zweifel. Ronaldo eröffnete in der sechsten Minute per Direktabnahme nach Flanke von João Cancelo, ehe Nuno Mendes einen Freistoß zum 2:0 verwandelte — Ronaldo überließ ihm den Ball. Noch vor der Pause stellte der Kapitän nach einem Steckpass auf 3:0; ein Eigentor und ein Treffer von Rafael Leão besorgten den Endstand. Trainer Roberto Martínez hatte mit Mendes und Cancelo als offensiven Schienenspielern auf die Kritik nach dem 1:1 gegen die DR Kongo reagiert — und die Flügel wurden zur Lebensader.
Der Rekord
Ronaldos beide Tore haben über das Ergebnis hinaus Gewicht. Mit Treffern bei den Turnieren 2006, 2010, 2014, 2018, 2022 und 2026 ist er der erste Spieler, der bei sechs Weltmeisterschaften getroffen hat, und mit 41 Jahren der zweitälteste Torschütze der WM-Geschichte. Zuvor war er zehn Länderspiele bei großen Turnieren ohne Tor geblieben, eine Serie, die bis November 2022 zurückreichte. Nun steht er bei zehn WM-Toren, geteilter zehnter Rang der ewigen Liste.
Was der Treffer wert ist
Die nüchterne Einordnung trennt das Symbolische vom Sportlichen. Symbolisch ist der Doppelpack die Befreiung eines Spielers, der nach dem Auftakt von allen Seiten infrage gestellt wurde, während Messi, Mbappé und Haaland längst trafen. Sportlich relevant ist etwas anderes: Portugal hat mit dem Sieg vier Punkte und die Tür zum Achtelfinale weit aufgestoßen. Über den Gruppensieg entscheidet das abschließende Spiel gegen Kolumbien am Samstag in Miami. Ein 41-Jähriger, der gegen einen limitierten Gegner zweimal trifft, beweist nicht, dass die Grundsatzdebatte erledigt ist — er verschiebt sie nur auf das nächste Spiel gegen einen ernsthaften Gegner.

