Thomas Tuchel steht nach Englands dramatischem WM-Aus im Halbfinale gegen Argentinien massiv in der Kritik. Trotz der heftigen Diskussionen soll der englische Fußballverband jedoch vorerst weiter auf den deutschen Nationaltrainer setzen.
Wie unter anderem die BBC berichtet, hält der englische Fußballverband (FA) trotz der 1:2-Niederlage gegen Argentinien im WM-Halbfinale an Thomas Tuchel fest. Nach dem Ausscheiden wurde vor allem die Taktik des 52-Jährigen scharf kritisieret, doch das Vertrauen der Verbandsführung soll weiterhin ungebrochen sein.
Verband stärkt Tuchel den Rücken
Nach der 1:0-Führung zog sich England immer weiter zurück und kassierte in der Schlussphase noch zwei Gegentore. Besonders Tuchels Wechselpolitik sorgt seitdem für Diskussionen. Beim Stand von 1:0 brachte der Nationaltrainer innerhalb weniger Minuten gleich drei Defensivspieler und hatte am Ende sechs Verteidiger gleichzeitig auf dem Platz.

Für Wayne Rooney war das das falsche Signal. „Wenn man obenauf ist, muss man das auch bleiben“, erklärte der frühere englische Nationalspieler bei der BBC. Durch die defensiven Wechsel habe England Argentinien regelrecht eingeladen, immer mehr Druck aufzubauen. Auch Michael Owen äußerte Kritik und verglich Englands Spielweise mit dem kontrollierten Auftreten Spaniens im anderen Halbfinale. Mut bedeute für ihn, den Ball unter Druck in den eigenen Reihen zu halten, nicht, ihn nur noch weit nach vorne zu schlagen.
Trotz der öffentlichen Kritik soll Tuchel nach übereinstimmenden Medienberichten nicht um seinen Job fürchten müssen. Die FA plant demnach weiterhin langfristig mit dem Deutschen und möchte, dass er die Nationalmannschaft mindestens bis zur Heim-EM 2028 betreut.
Auch Tuchel selbst verwies nach dem Spiel auf den laufenden Vertrag. „Wir halten uns an den Vertrag bis zur Heim-EM“, sagte der 52-Jährige. FA-Präsident Mark Bullingham stärkte seinem Trainer ebenfalls den Rücken und erklärte, Mannschaft und Trainerteam hätten während des gesamten Turniers alles gegeben. Dennoch dürfte Tuchel in den kommenden Tagen weiterhin im Mittelpunkt der Diskussionen stehen, denn vor allem die englische Presse hat nach dem verpassten Finaleinzug deutliche Kritik an seiner Herangehensweise geübt.

