Spanien hat nach dem mühsamen 0:0 zum Auftakt mit dem 4:0 gegen Saudi-Arabien ein Zeichen gesetzt. Am Freitag trifft der Europameister auf Bielsas Uruguay — ein Duell, das über den Sieg in Gruppe H entscheiden kann und zwei Spielphilosophien gegeneinanderstellt.
Die Wende bei Spanien
Das torlose Remis gegen Kap Verde hatte erste Fragen aufgeworfen; das 4:0 gegen Saudi-Arabien hat sie vorerst beantwortet. Lamine Yamal erzielte sein erstes WM-Tor, Mikel Oyarzabal kam auf zwei Treffer und eine Vorlage. Spanien wirkte wieder wie die Mannschaft, die als einer der Titelfavoriten in das Turnier gegangen war — kontrolliert, druckvoll, mit Tempo auf den Flügeln. Die Korrektur kam zur rechten Zeit, denn das abschließende Spiel hat es in sich.
Bielsas Uruguay
Auf der anderen Seite steht eine Mannschaft, die unter Marcelo Bielsa eine klare Handschrift trägt: hohes Pressing, Intensität, Mut zum Risiko. Uruguay kam gegen Kap Verde nur zu einem 2:2 und musste sich strecken, um den Punkt zu retten — ein Hinweis, dass die Balance zwischen Risiko und Stabilität noch nicht gefunden ist. Gegen Spanien wird sich zeigen, ob Bielsas Ansatz gegen einen ballsicheren Gegner trägt oder ob er Räume öffnet, die ein Team dieser Qualität bestraft.
Die Ausgangslage
Aus der Logik des Bewertens heraus ist Spanien favorisiert, aber nicht aus der Pflicht entlassen. Ein Sieg sichert den Gruppensieg und den günstigeren Pfad; ein Ausrutscher gegen einen unangenehmen Gegner könnte die Spanier auf die schwerere Tableau-Hälfte schieben. Im Hintergrund schreibt Kap Verde gegen Saudi-Arabien an seiner eigenen Geschichte weiter — der WM-Neuling hat mit seinen ersten Turniertoren bereits überrascht. Gruppe H ist die Gruppe, in der ein Favorit und ein Mitfavorit erst am Schluss zur Sache kommen.

