Die Szene mit Vinicius Jr. und Gianluca Prestianni im Spiel von Benfica gegen Real Madrid haben viele noch auf dem Schirm. Der Benfica-Spieler beleidigte den Brasilianer von Real Madrid offenbar heftig, Vinicius sprach von rassistischen Aussagen, es kam zum Eklat auf dem Spielfeld.
Im Nachgang wurde Prestianni gesperrt, kürzlich von der UEFA verurteilt. Nach einer diskriminierenden Äußerung im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid Mitte Februar ist der argentinische Profi nämlich länger aus dem Verkehr gezogen worden.
Besonders an der Aktion war, dass man Prestianni per Lippenleserei nichts nachweisen konnte, nicht einmal eine Idee bekam. Denn der Spieler hielt sich den Mund zu, hielt Hand und Trikot vor den Mund.
FIFA zieht Konsequenzen
Solche Szenen sollen sich nicht wiederholen. Die FIFA will bei der Weltmeisterschaft rote Karten für Spieler verhängen, die sich beim Konfrontieren eines Gegners den Mund zuhalten – und einen sofortigen Platzverweis für Spieler, die aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung das Spielfeld verlassen.
Wie Quellen zunächst gegenüber der englischen Times mitteilten, sollen diese Maßnahmen am Donnerstag vom FIFA-Präsidenten Gianni Infantino auf dem Kongress des Weltfußballverbandes in Vancouver bekannt gegeben und bereits bei der Weltmeisterschaft in Kraft treten. Doch: Schon am Dienstagabend bestätigte die FIFA das in einer Pressemitteilung. Die Änderungen seien auf einer außerordentlichen Sitzung in Vancouver beschlossen worden.

Ob es dauerhaft zur Umsetzung kommt, das wird sich noch zeigen. Es gibt offenbar Vorbehalte bei einigen Wettbewerbsveranstaltern, dass die neuen Regeln zu roten Karten unvorhergesehene Folgen haben könnten – beispielsweise wenn ein Spieler das Spielfeld verlässt, nachdem er rassistisch beleidigt wurde.
Wie das Vorgehen dann genau aussehen soll, das zeigt sich in Kürze. In jedem Fall sollen so Skandale wie rund um das Spiel in der Champions League der Vergangenheit angehören.

