Der zweite Spieltag der WM-Gruppenphase steht vor der Tür. Die drei Gastgeber wollen ihre guten Start bestätigen.
Erstmals in der Geschichte des Fußballs richten drei Nationen gemeinsam eine Weltmeisterschaft auf. Gewissermaßen gab es daher in der letzten Woche gleich drei Eröffnungsspiele. Dabei schafften es sowohl die USA als auch Kanada und Mexiko, ungeschlagen zu bleiben. Das soll am zweiten Spieltag der Gruppenphase so weitergehen.
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Kanada bangt weiter um seinen Top-Star: Davies-Ausfall auch gegen Katar?
Den Anfang macht in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Co-Gastgeber Kanada (0 Uhr, ZDF/Magenta). Die Mannschaft von Trainer Jesse Marsch trotzte beim 1:1 gegen Bosnien und Herzegowina einem Rückstand und hat nach dem Punktgewinn weiterhin alle Chancen, sich vor heimischer Kulisse für die K.O.-Phase zu qualifizieren.
Doch Gegner Katar ist nicht zu unterschätzen. Schied die Auswahl bei der Heim-WM vor vier Jahren noch sang- und klanglos aus, setzte das defensiv kompakte Team von Julen Lopetegui mit dem 1:1 gegen Gruppenfavorit Schweiz gleich zu Beginn der Endrunde ein echtes Ausrufezeichen.

Kanada geht ohne Frage als Favorit in die Partie, nicht zuletzt aufgrund des Heimvorteils in Vancouver. Im BC Place Stadium trägt sonst Thomas Müller mit seinen Vancouver Whitecaps die Spiele in der Major League Soccer aus. Auf einen ehemaligen Mitspieler Müllers muss Kanada dagegen wohl erneut verzichten.
Superstar Alphonso Davies – Gesicht und Unterschiedsspieler der Mannschaft – kämpft nach wie vor mit Verletzungsproblemen. Den Auftakt gegen Bosnien und Herzegowina verpasste der Bayern-Star, saß 90 Minuten nur auf der Bank. Auch gegen Katar dürfte ein Einsatz als Joker das Maximum sein. Im Gegensatz zu Stürmer Cyle Larin, der nach seinem Ausgleich im ersten Spiel gute Chancen auf ein Startelfmandat hat.
Mexiko trifft auf Südkorea: Mit Wunderkind ins WM-Sechzehntelfinale?
Direkt im Anschluss (3 Uhr, Magenta) steht auch Mexiko zum zweiten Mal bei seiner dritten Heim-WM auf dem Rasen. Mit einem Sieg gegen Südkorea kann El Tri bereits das Ticket für das Sechzehntelfinale lösen, die Asiaten verfolgen nach ihrem Sieg über Tschechien allerdings den gleichen Plan.
Mexikos Trainer Javier Aguirre muss auf Ersatzkapitän Cesar Montes verzichten, der sich in den Schlusssekunden beim 2:0 gegen Südafrika eine unnötige rote Karte einhandelte. Für ihn dürfte der etatmäßige Spielführer Edson Alvarez in die Startelf rücken. Zudem darf sich Wunderkind Gilberto Mora Hoffnungen auf einen Platz in der ersten Elf machen, der Youngster könnte laut mexikanischen Medienberichten Brian Gutierrez ersetzen.

Beim Auftaktsieg gegen harmlose Südafrikaner überzeugte Mexiko insgesamt nur phasenweise und wird sich gegen Südkorea steigern müssen. Schwächephasen werden die Koreaner um Heung-Min Son deutlich effektiver bestrafen als die harmlosen Afrikaner, die zudem lange in Unterzahl agieren mussten.
Pochettino gewarnt: Socceroos wollen auch die USA ärgern
Den überzeugendsten Auftritt aller Gastgebernationen legten die Vereinigten Staaten am ersten Spieltag hin. Mit 4:1 fegte die Elf von Mauricio Pochettino über Paraguay hinweg und wusste dabei vor allem in der Offensive zu gefallen. Ex-Dortmunder Christian Pulisic war auf dem linken Flügel kaum zu bremsen, im Sturmzentrum strahlte Doppeltorschütze Folarin Balogun jederzeit Gefahr aus. Zudem trug sich Giovanni Reyna mit einem wunderschönen Außenristschuss in die Torschützenliste ein, das Selbstvertrauen kann der talentierte Joker nach einer schwachen Zeit bei Borussia Mönchengladbach gut gebrauchen.
„Die Leistung war wirklich gut. Wir sind so glücklich“, sagte Pochettino: „Aber das ist erst der Anfang. Es stehen noch zwei Spiele an.“ Paraguay war mit der spielerischen Überlegenheit der US-Boys schlichtweg überfordert, fand viel zu selten Entlastung und präsentierte sich in den wenigen Umschaltmomenten nicht zielstrebig genug. Mit Australien wartet nun aber ein Gegner auf die USA, der genau das bestens beherrscht.

Beim überraschenden 2:0 gegen die Türkei trotzten die Socceroos der spielerischen Klasse des WM-Rückkehrers und konnte sich zur Not auf Schlussmann Patrick Beach verlassen. 30-mal zogen die Türken ab, kein Ball fand den Weg in die Maschen. Auf der anderen Seite reichten Australien zwei starke Einzelaktion. Flügelrakete Nestory Irankunda zündete nach einem langen Ball den Turbo und blieb nach feinem Dribbling vor dem Tor eiskalt, ehe St. Paulis Conner Metcalfe in der Schlussphase aus der Distanz für die Entscheidung sorgte.
Gerade auf Irankunda müssen die USA aufpassen, zumal Rechtsverteidiger Sergino Dest seine Stärken eher in der Vorwärtsbewegung hat. Tritt die Pochettino-Elf am Freitag (21 Uhr, ARD/Magenta) aber ähnlich spielfreudig auf, wie zum Auftakt gegen Paraguay, kann sich der Gastgeber schon vor dem letzten Gruppenspiel gegen die stark besetzte Türkei auf die K.O.-Phase freuen.

