Bart Verbruggen parierte den entscheidenden Elfmeter von Soufiane Rahimi — und beförderte den Ball anschließend per Hackentrick ins eigene Tor. Die Niederlande verliert das Elfmeterschießen gegen Marokko mit 2:3 und scheidet bei der WM bereits in der Runde der 32 aus. Ein Ausscheiden, das schwer zu erklären wäre, wenn man nur auf die Vorzeichen geschaut hätte — und das durch einen der unwahrscheinlichsten Abläufe zustande kam, die ein Elfmeterschießen produzieren kann.
Der Ablauf: Parade und Eigentor in einer Bewegung
Verbruggen wehrte Rahimis Schuss ab — soweit funktionierte die Niederländer Torhüter-Leistung genau so, wie man es sich erhofft hatte. Was danach geschah, entzieht sich jeder Vorbereitung: Der Ball traf Verbruggens eigene Hacke und rollte ins Netz. Eine Parade, die kein Tor hätte sein dürfen, wurde zum Ausscheidungsmoment.
Solche Abläufe sind statistisch kaum einzupreisen. Ein Keeper, der den Ball hält, reduziert die Torwahrscheinlichkeit auf nahezu null — und erhöht sie durch eine unglückliche Körperbewegung wieder auf eins. Das ist kein Versagen im analytischen Sinne, sondern ein Zufallsereignis am äußersten Ende der Wahrscheinlichkeitsverteilung.
Marokko weiter: Achtelfinale gegen Kanada
Für Marokko bedeutet das Weiterkommen die nächste Runde gegen Co-Gastgeber Kanada. Die Nordafrikaner hatten bereits bei der WM 2022 in Katar gezeigt, dass sie in K.o.-Spielen strukturell schwer zu bespielen sind — ein Muster, das sich hier erneut bestätigt.
Kanada als Co-Gastgeber dürfte mit breiter Unterstützung ins Achtelfinale gehen. Ob Marokkos defensiver Verbund dagegen trägt, was er heute gegen die Niederlande getragen hat, ist eine der interessanteren Fragen, die dieses Turnier noch zu beantworten hat.
Was offen bleibt: Für die Niederlande stellt sich nach diesem Ausscheiden die Frage, ob das Sechzehntelfinale die richtige Einordnung für diese Mannschaft ist — oder ob die Umstände des Ausscheidens den Blick auf strukturelle Schwächen verstellen. Ein Elfmeter, den der eigene Keeper ins Netz lenkt, beantwortet diese Frage nicht. Er verschiebt sie nur.

