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WM2018-Vorschau: Gruppe H: Alle mit Ambitionen! Polen, Senegal, Kolumbien, Japan

13. Juni 2018

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WM2018-Vorschau: Gruppe H: Alle mit Ambitionen! Polen, Senegal, Kolumbien, Japan

Kolumbien

Kolumbien: Die Mischung macht’s

Nach einer starken Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ist Kolumbien einer der Geheimtipps in Russland. Die Mannschaft hat sich auf den Schlüsselpositionen zumindest nicht eklatant verändert, aber durch hervorragende junge Ergänzungen wie Sanchez oder Mina neue, interessante Elemente kreieren können. Hinzu kommen Führungsspieler wie Falcao oder James Rodriguez, viel technische Qualität und ein sehr intensiver Spielstil. Die Qualifikation in Südamerika verlief ordentlich, am Ende reichten 27 Punkte aus 18 Spielen um sich einen Zähler vor Peru und Chile zu platzieren.

Der endgültige Kader

TOR: Jose Fernando Cuadrado (Once Caldas), David Ospina (Arsenal), Camilo Vargas (Deportivo Cali)

ABWEHR: Santiago Arias (PSV Eindhoven), Johan Mojica (Girona), Frank Fabra (Boca Juniors), Yerry Mina (Barcelona), Oscar Murillo (Pachuca), Davinson Sanchez (Tottenham), Cristian Zapata (Milan)

MITTELFELD: Abel Aguilar (Deportivo Cali), Wilmar Barrios (Boca Juniors), Juan Cuadrado (Juventus), Jose Izquierdo (Brighton), Jefferson Lerma (Levante), James Rodriguez (FC Bayern), Juan Quintero (River Plate), Carlos Sanchez (Espanyol), Mateus Uribe (Club America)

ANGRIFF: Carlos Bacca (Villarreal), Miguel Borja (Palmeiras), Radamel Falcao (AS Monaco), Luis Muriel (Sevilla)

 

Der Trainer: J0sé Pekerman

(Photo by Aurelien Meunier/Getty Images)

Seit 2012 ist der mittlerweile 69-jährige Pekerman der Trainer der kolumbianischen Nationalmannschaft. Seine aktive Karriere musste der Argentinier nach nur 7 Jahren aufgrund einer Knieverletzung beenden, danach vergingen weitere 4 Jahre, bevor er als Jugendtrainer begann. Ab 1994 trainierte er die U20-Auswahl Argentiniens, später auch deren A-Nationalmannschaft, ehe es nach Stationen bei Deportivo Toluca und UANL Tigres zum kolumbianischen Verband ging. Pekerman genießt in Südamerika einen guten Ruf und arbeitet erfolgreich für die Kolumbianer, die zweite WM-Teilnahme in Folge war das Mindestziel.

 

Sehr schwer zu bespielender Gegner

Niemand spielt gerne gegen Kolumbien. Denn diese Mannschaft, die über Topspieler verfügt, ist zudem auch noch relativ strukturiert und sehr athletisch, kann das Tempo gut variieren und jedem Gegner Probleme bereiten. Das zeigte sich auch in den Testspielen in der Vergangenheit, als der spanischen Mannschaft ein Remis abgetrotzt wurde und Frankreich geschlagen werden konnte. Vor dem grundsoliden Torhüter David Ospina wird Pekerman auf eine sehr junge Innenverteidigung aus Mina und Sanchez setzen. Als Alternative gilt Milans Zapata, der als robuster und im Aufbau sehr ruhiger Akteur ein fast gleichwertiger Ersatz, vor allem zu Barca-Profi Mina ist.

Die Außenverteidiger sind eher unspektakulär und fügen sich gut in das System ein. Das Kernproblem der kolumbianischen Mannschaft, gerade hinsichtlich der individuellen Klasse, dürfte das zentrale Mittelfeld sein. Im Offensivbereich ragt natürlich James Rodriguez heraus, dessen Rolle später noch genauer beleuchtet wird. Auf der Doppel-6 fehlt es jedenfalls an Spielern mit großer internationaler Klasse, sodass dort eher auf eine solide Arbeit gegen den Ball Wert gelegt wird. Trotzdem sind Aguilar und Sanchez oder Barrios natürlich nicht unwichtig, sind Anspielstationen im Spielaufbau, treten aber selbst kaum kreativ in Erscheinung, sondern spielen die Bälle schnell und meist kurz weiter.

(Photo by MIGUEL MEDINA / AFP)

Die Offensive ist schon deutlich interessanter, vor allem aufgrund der verschiedenen Spielertypen, die den Kolumbianern zur Verfügung stehen. Auf der rechten Seite ist Juan Cuadrado gesetzt. Der 30-jährige vereint zahlreiche Qualitäten die für einen Flügelspieler unabdingbar sind: Er beherrscht das Dribbling, ist extrem antrittsstark und verfügt überdies über eine enorme Endgeschwindigkeit, zudem ist er ein starker Flankengeber und beherrscht das Umschaltspiel auf die Defensive formidabel.

 

James als Dreh- und Angelpunkt

Die linke Offensivseite kann von mehreren Spielern besetzt werden. Einerseits steht Mateus Uribe zur Verfügung, der sich im Dribbling sehr geschickt zeigt, andererseits gibt es auch die Möglichkeit Jose Izquierdo einzusetzen, der gerne in die Mitte zieht, den Abschluss sucht, aber auch aktiv am Kombinationsspiel teilnimmt. Sogar Mittelstürmer Muriel kann aufgrund seiner Geschwindigkeit diese Rolle ausüben.

Im offensiven Zentrum dreht sich alles um James Rodriguez. Der 26-jährige vom FC Bayern wird in nahezu jedem Angriff gesucht, er ist der Taktgeber, er entscheidet wie der Angriff gespielt werden soll. James kann selbst den Abschluss suchen, auf die Außen ausweichen und sowohl durch kreative Pässe als auch durch punktgenaue Flanken, die er sogar aus dem Stand beherrscht, Chancen kreieren. Mit Cuadrado, Izquierdo/Muriel/Uribe und vor allem dem immer noch torgefährlichen und kombinationsstarken Falcao im Sturmzentrum harmoniert James sehr gut, die Offensive ist insgesamt nur sehr schwer auszurechnen.

Photo by Gabriel Aponte/Getty Images)

Auch bei ruhenden Bällen sind die Kolumbianer gefährlich. James ist ein guter Standardschütze, die Innenverteidiger sind kopfballstark, auch Falcao verfügt über ein gutes Kopfballspiel. Als weitere Offesivalternative gilt Carlos Bacca, der beim FC Villarreal unter Vertrag steht. Er bringt ein gutes Tempo und einen guten Abschluss mit, wird aber aller Voraussicht nach eher als Joker zu Einsatz kommen.

Prognose: Möglichkeiten auf den Gruppensieg

Kolumbien ist gut, aber nicht überragend. Die Mannschaft von José Pekerman kann aufgrund ihrer individuellen Klasse und der hohen Intensität aber dennoch viel erreichen. Die Gruppenphase sollte überstanden werden, auch wenn jeder Gegner ein potenzieller Stolperstein ist. Danach ist gegen jeden Gegner etwas möglich, gerade mit individuell überlegenen Kontrahenten haben die Kolumbianer zuletzt gute Erfahrungen gemacht. 

 

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