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90PLUS » Erste Diskussionen um WM-Boykott: Das sagen Frankreichs Politiker
WM 2026

Erste Diskussionen um WM-Boykott: Das sagen Frankreichs Politiker

Lukas Hetterich
23.01.26, 14:57
Lukas Hetterich
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Die politische Debatte rund um die Weltmeisterschaft 2026 nimmt weiter Fahrt auf. In Frankreich wird erstmals offen über einen möglichen Boykott des Turniers diskutiert, das in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird. Auslöser sind die jüngsten außenpolitischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump im Zusammenhang mit Grönland.

Wie The Guardian berichtet positioniert sich die französische Regierung dabei bislang klar gegen einen Boykott. Sportministerin Marina Ferrari machte deutlich, dass ein Fernbleiben von der WM aktuell kein Thema sei. Vielmehr wolle man den Sport bewusst von politischen Konflikten trennen und die Bedeutung des Turniers für Fans und Athleten in den Vordergrund stellen.

Kritik aus der Politik wächst

„Derzeit gibt es aus dem Ministerium keinerlei Bestrebungen, diesen großen Wettbewerb zu boykottieren“, erklärte Ferrari. Zwar nehme man politische Stimmen wahr, die eine härtere Linie fordern, doch sie selbst glaube daran, dass die Weltmeisterschaft ein Moment bleiben müsse, der Menschen unabhängig von Politik verbinde. Sport dürfe nicht vorschnell zum politischen Druckmittel werden.

Deutlich schärfer äußerte sich hingegen der linke Abgeordnete Eric Coquerel. Er stellte offen infrage, wie Frankreich an einem Turnier in einem Land teilnehmen könne, das mit Annexionen drohe und internationales Recht missachte. Coquerel ging sogar so weit, den USA die Rolle als WM-Gastgeber absprechen zu wollen.

Gianni Infantino
(Foto: Getty Images)

Auch aus dem direkten Fußballumfeld kommen kritische Töne. Der frühere Nationaltrainer Claude Le Roy regte an, dass afrikanische Teams geschlossen über einen Boykott nachdenken sollten. Angesichts des politischen Verhaltens der US-Regierung sei diese Diskussion aus seiner Sicht legitim.

In Deutschland betonte Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein, dass Entscheidungen über Boykotte allein bei den Sportverbänden lägen, nicht bei der Politik. Die FIFA hält sich bislang bedeckt. Präsident Gianni Infantino pflegt seit Längerem ein enges Verhältnis zu Trump, was die Diskussionen zusätzlich anheizt.

THEMENFrankreichWM 2026
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