Der Krieg im Nahen Osten wirft seine Schatten auch auf die WM im Sommer. US-Präsident Donald Trump warnte Iran vor Spielen in den USA.
Wie der Fußballverband des asiatischen Landes mitteilte, laufen derzeit Gespräche mit der FIFA über eine Verlegung der Gruppenspiele der iranischen Auswahl. Alle drei Vorrundenpartien sollen eigentlich in den USA stattfinden. Trump erklärte vor wenigen Tagen, dass Iran zwar zur Teilnahme an der Endrunde willkommen sei, es aber „im Interesse ihres eigenen Lebens und ihrer Sicherheit“ möglicherweise nicht sinnvoll sei, in den Vereinigen Staaten aufzulaufen.
„Da Trump ausdrücklich erklärt hat, dass er die Sicherheit der iranischen Nationalmannschaft nicht gewährleisten kann, werden wir sicherlich nicht nach Amerika reisen“, teilte Mehdi Taj, der Präsident des iranischen Fußballverbandes auf X mit: „Wir verhandeln mit der FIFA darüber, die WM-Spiele des Iran in Mexiko auszutragen.“
Iran: WM-Rückzug nicht ausgeschlossen
Der Weltverband selbst äußerte sich auf Nachfrage des Guardian bisher nicht zu dem Thema. Eine Verlegung der Spiele hätte auch auf Auswirkungen auf die Planungen der belgischen, ägyptischen und neuseeländischen Nationalmannschaften, sie stehen Iran in Gruppe G gegenüber. Besonders kritisch könnte es werden, wenn die US-Auswahl und Iran in ihren Gruppen jeweils Platz zwei belegen. Dann würden die Nationalmannschaften der Kriegsparteien in der Runde der letzten 32 direkt aufeinandertreffen.
Finden Iran und FIFA keine Einigung über die Verlegung nach Mexiko, gilt es als unwahrscheinlich, dass die Mannschaft zur WM reisen wird. Der Weltverband müsste dann einen Ersatz finden, um das Teilnehmerfeld aufzufüllen.

Einen Rückzug einer qualifizierten Mannschaft gab es bei einer Fußball-Weltmeisterschaft seit langer Zeit nicht mehr. 1950 verzichtete Indien auf die Teilnahme am Turnier in Brasilien. Lange hielt sich die Erzählung, dass das Team nicht antreten wollte, weil eine Schuhpflicht bestand und man nicht barfuß spielen durfte, allerdings waren wohl deutlich weniger kuriose Gründe ausschlaggebend: In Indien herrschte Uneinigkeit über die Auswahl der Spieler, zudem war die Vorbereitungszeit zu knapp.

