Frank Schmidt ist ein unerschütterlicher Realist. „Die Chance liegt bei null“, sagte der Trainer des 1. FC Heidenheim vor einem eigentlich unlösbaren Schicksalsspiel bei den Champions-League-Helden des FC Bayern: „Mehr Außenseiter kann man nicht sein.“
Und doch, selbst bei Schmidt, ist dieses kleine Fünkchen Hoffnung zu spüren, das der 1. FC Heidenheim im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga weiter hat. Es gebe „nichts Schlimmeres, als wenn man vor dem Spiel schon irgendwas abschenkt. Das sind nicht wir, das ist nicht die Mannschaft, das ist nicht unser Vereine, das bin nicht ich“, sagte der 52-Jährige und setzte die Zeichen vor dem ungleichen Duell in der Allianz Arena am Samstag (15.30 Uhr/Sky) auf Angriff. Schließlich sind St. Pauli und der stark unter Druck stehende VfL Wolfsburg noch immer in Reichweite.
Abstiegskampf spitzt sich zu
Es ist absolute Crunchtime im Kampf um den Klassenerhalt – und der kleine FCH ist beim großen FCB quasi zum Punkten verdammt. Sollte sich die Logik durchsetzen und das Münchner Starensemble den Zwerg von der Brenz bezwingen, könnte das Abenteuer Bundesliga nach drei Jahren für Heidenheim beendet sein, wenn die Konkurrenz nicht ebenfalls patzt.
Am Sonntag könnte St. Pauli gegen Mainz 05 (15.30 Uhr/DAZN) uneinholbar wegziehen, das Team von Trainer Alexander Blessin hat die beste Ausgangsposition – doch die Form stimmte zuletzt überhaupt nicht. „Es geht darum, die Spieler zu finden, die sich wehren und aufstehen“, sagte Blessin, dessen Team vergangenen Samstag mit einer 0:2-Niederlage bei Schmidts Heidenheim einen bedenklichen Eindruck hinterlassen hatte: „Spieler, die dann auch die anderen mitreißen. Anders geht es gar nicht.“
Auch der VfL Wolfsburg um Trainer Dieter Hecking startet trotz zuletzt vier Punkten aus zwei Spielen mit wenig Schwung in das schwere Auswärtsspiel in Freiburg (19.30 Uhr/DAZN). „Ich glaube, wir fahren in den Europapark und ein bisschen Karussell, um den Kopf frei zu kriegen“, sagte Hecking mit einer guten Prise Ironie in der Stimme.
Denn das Restprogramm für die Wölfe hat es in sich. Nach der Dienstreise in den Breisgau kommen die Bayern nach Niedersachsen. Und dann, am 34. Spieltag, könnte der Abstiegsshowdown bei St. Pauli folgen. Auch Heidenheim hofft, dann noch im Rennen zu sein. Doch es könnte auch schon an diesem Wochenende alles vorbei sein.

