Das Achtelfinale der Champions League ist im Kasten. Nur noch acht Teams dürfen vom Henkelpott träumen, der FC Bayern ist ganz vorne dabei.
Das Finale in Budapest ist für die übrigen Teams nur noch vier Spiele entfernt. Sieben der acht verbliebenen Mannschaften spielen in einer der Top-5-Ligen, einzig Sporting hält nach dem Comeback gegen Bodö/Glimt die Fahne der „Kleineren“ hoch. Die Runde der letzten 16 lieferte so manche Erkenntnis für den weiteren Saisonverlauf.
FC Bayern ist ein Top-Favorit, aber Real macht wieder Real-Sachen
Den Eindruck, dass der FC Bayern unter Vincent Kompany derzeit zu den heißesten Anwärtern auf den Henkelpott zählt, haben die Münchener im Achtelfinale eindrucksvoll bestätigt. Nach einem 6:1 im Hinspiel ließ der FCB auch am Mittwoch in der Allianz Arena nichts anbrennen und überzeugte beim 4:1 auf ganzer Linie. Die offensive Spielweise unter Kompany, die individuelle Qualität von Spielern wie Michael Olise und Harry Kane sowie die brutale Konstanz machen die Münchener neben Arsenal zum absoluten Top-Favoriten auf den Titel.

Allerdings dürfte der nächste Gegner ein ungleich schwererer Brocken werden. Real Madrid hat einmal mehr bewiesen, dass die Form in den nationalen Wettbewerben keinen Einfluss auf die Leistung in der Champions League hat. In La Liga taumeln die Königlichen durch die Saison und haben sogar mit der Trennung von Xabi Alonso im Januar schon eine Trainerentlassung hinter sich. Sobald es in ihrem Lieblingswettbewerb in die Crunchtime geht, sind die Blancos aber mal wieder voll da und schickten Pep Guardiolas ManCity mit 3:0 und 2:1 deutlich auf die Bretter. Mit den Königsklassen-Experten aus Spanien ist auch in dieser Saison zu rechnen.
Trotz Arsenal und Liverpool: Enttäuschende Bilanz für die Premier League
Das Aus der Skyblues war nicht die einzige Enttäuschung aus Sicht der Premier League. Das englische Oberhaus schickte gleich sechs Vertreter ins Achtelfinale, nur zwei haben die Runde der letzten 16 überstanden. ManCity scheiterte an Real, Chelsea war gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain trotz ordentlichen Auftritten chancenlos und unterlag den Franzosen mit 2:5 und 0:3. Auch Tottenham war nach dem 2:5 im Hinspiel bei Atletico bereits so gut wie ausgeschieden, am Mittwoch verabschiedeten sich die abstiegsgefährdeten Spurs mit einem 3:2 immerhin erhobenen Hauptes. Und Newcastle? Naja, das 2:7 spricht für sich.
Mit Liverpool und Arsenal hat der englische Fußball nun noch zwei Eisen im Feuer. Die Gunners, die mit acht Siegen eine perfekte Ligaphase hingelegt haben, zählen trotz einer schwachen Leistung beim 1:1 in Leverkusen weiterhin zum engsten Favoritenkreis und träumen sogar noch vom Quadruple. Liverpool agiert hingegen zu unkonstant, um eine realistische Chance auf die Trophäe zu haben. Im Achtelfinale zogen die Reds nach einem 0:1 bei Galatasaray den Kopf beim 4:0 an der Anfield Road aber noch aus der Schlinge.

Unterhaltung pur: Königsklasse begeistert Zuschauer
Wie es eine K.O.-Phase nunmal so an sich hat, bleiben nach jeder Runde genauso viele Enttäuschte wie Sieger zurück. Die größten Gewinner der vergangenen beiden Wochen waren jedoch die neutralen Zuschauer. Von der Underdog-Story um Bodö/Glimt über das irre Comeback von Sporting bis hin zu Barcas 7-Tore-Gala gegen Newcastle hatte das Achtelfinale für jeden etwas zu bieten. Wenn ab dem Viertelfinale die Leistungsdichte weiter zunimmt und in fast allen Spielen mit Spannung gerechnet werden darf, steht einem packenden Ende dieser Saison in der Königsklasse nichts mehr im Wege.

