Das Bier steht kalt, die Bundesliga-Shirts sind beflockt – und Aufstiegsexperte Simon Terodde stärkt den Mut der leidgeprüften Anhänger von Schalke 04 noch einmal zusätzlich. „Jeder Fan weiß, am Samstag wird Großes passieren“, sagt der 38-Jährige selbstbewusst vor dem „elektrisierenden“ ersten Matchballspiel der Knappen, das sie zurück in Deutschlands Topliga befördern könnte.
Nur zwölf Monate, nachdem der Traditionsklub aus Gelsenkirchen um den Verbleib in der 2. Liga bangen musste, steht die Bundesliga-Rückkehr kurz bevor. Am Samstagabend (20.30 Uhr/Nitro und Sky) im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf erwarte er „eine Atmosphäre, die viele noch nicht so erlebt haben“, sagte Ex-Schalker Terodde bei einer Sky Sport Presserunde in Düsseldorf.
„Wir wissen, dass wir den letzten Schritt nur gehen können, wenn wir an die Performance der letzten Wochen anknüpfen können“, sagte Cheftrainer Miron Muslic vor dem Spiel. Er sei aber „sehr selbstbewusst und klar mit den Ansagen. Wenn ich die Jungs sehe, wie wir Tag für Tag arbeiten, dann freue ich mich auf Samstagnacht“.
Schalke will den Aufstieg fixieren
Druck dürfte laut Terodde, Torschützenkönig beim letzten Schalker Aufstieg 2022, kein blau-weißer Profi auf dem Platz verspüren. Zu deutlich sieht er den Schalker Weg vorgezeichnet: „Als Spieler weißt du, du wirst aufsteigen.“ Sieben Punkte Vorsprung auf Rang drei bei noch drei verbleibenden Spielen stützen seine These, bei einem Sieg gegen Düsseldorf wäre alles klar.
Angesprochen auf den zuvor stets zurückhaltenden Muslic geriet Terodde regelrecht ins Schwärmen. Der Trainer, den er vor der Saison „nicht auf dem Zettel hatte“, habe Schalke „neues Leben eingehaucht, nachdem zuvor keine Identität mehr vorhanden war“. Das Vorgehen im Winter, als Schalke trotz Herbstmeisterschaft noch wenig gefestigt schien, unterstreiche die Akribie, die Muslic auszeichne. Der neue Sportvorstand Frank Baumann trug mit den Top-Transfers Edin Dzeko, Dejan Ljubicic, Moussa Ndiaye und Adil Aouchiche seinen Teil im Winter bei und baute das Aufstiegsgerüst mit. Stürmerstar Dzeko kehrt gegen die Fortuna nach seiner Schulterverletzung in den Kader zurück.
Nur ein Punkt sorgt vor der großen Aufstiegsparty für Fragezeichen: Platzsturm, ja oder nein? Vor vier Jahren entwickelte sich die Feier auf dem Rasen zum unschönen Nebenschauplatz. Beim Überwinden des Grabens zwischen Spielfeld und Tribüne verletzten sich einige Fans. Muslic appellierte eindringlich: „Es ist ein absolutes No-Go, dass der Platz gestürmt wird“, sagte er: „Ich gehe davon aus, dass alle Schalker sich daran halten und uns und den Verein mit dieser Aktion bestmöglich unterstützen.“ Schalke erklärte in einer Mitteilung, das Betreten des Rasen sei „zu jeder Zeit strengstens verboten“.
Der Moment des Triumphs solle sowieso den Helden auf dem Feld gehören. „Wir brauchen eure Unterstützung, aber wir brauchen auch eure Disziplin. Das Spielfeld, der Rasen, gehört den Spielern.“ Auch Terodde meinte: „Als Spieler würde ich mir wünschen, dass man fünf oder zehn Minuten nach Abpfiff auch mal nur mit den Mitspielern hat, dass man sie nochmal umarmen kann.“
Die Marschroute, wenn am Samstagabend gegen 22.30 Uhr der Abpfiff ertönt, soll aber unverändert bleiben: „Wir wollen nach dem Spiel gemeinsam mit euch feiern“, sagte Muslic: „Dazu werden wir als Mannschaft alles daran setzen – aber wir brauchen auch eure Unterstützung.“

