In zwei Wochen ist es endlich so weit! Die WM 2026 steht in den Startlöchern, wir beantworten vor Turnierbeginn alle wichtigen Fragen.
Das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada wird definitiv eine besondere Weltmeisterschaft. Erstmals nehmen 48 Mannschaften an dem Mega-Event teil, zahlreiche Nationen feiern daher ihren WM-Einstand. Wer in Deutschland alle Spiele verfolgen möchte, muss derweil auf eine Menge Schlaf verzichten.
Mehr Teams, mehr Spiele, weiterer Weg ins Endspiel: Das ist alles neu
Durch die Aufstockung auf 48 Mannschaften umfasst die WM 2026 erstmals 104 Spiele. Auch der Modus muss entsprechend angepasst werden. Nach der Gruppenphase wird es erstmals ein Sechzehntelfinale geben. Dadurch qualifizieren sich 32 der insgesamt 48 teilnehmenden Teams für die K.O.-Phase, der Weg ins Endspiel ist damit um eine Partie weiter. Neben den Gruppensiegern und Zweitplatzierten ziehen auch die acht besten Drittplatzierten aus den zwölf WM-Gruppen in die nächste Runde ein.
Außerdem werden bei allen WM-Spielen erstmals feste Trinkpausen eingeführt – unabhängig von den Wetterbedingungen. Diese sollen jeweils nach etwa 22 sowie 67 Minuten stattfinden und rund drei Minuten dauern. Während die Zeitpunkte nur zur Orientierung dienen, ist die Dauer der Pausen verbindlich vorgeschrieben.
Wann finden die Spiele statt und wo kann ich sie sehen?
Kurz gesagt: Beinahe rund um die Uhr. Durch die verschiedenen Zeitzonen innerhalb der Austragungsländer, variiert auch hierzulande die genaue Anstoßzeit. Insgesamt ertönt der Anpfiff während der WM 2026 zu 16 verschieden Uhrzeiten zwischen 18 Uhr und 6 Uhr. Das Eröffnungsspiel steigt am 11. Juni ab 21 Uhr, Finale findet am 19. Juli ebenfalls um 21 Uhr statt.
ARD und ZDF zeigen jeweils 30 der 104 Spiele live. Wer kein Duell der XXL-WM verpassen will, wird bei MagentaTV fündig. Die Telekom lockt nicht nur mit der kompletten Turnierladung, sondern auch mit einem prominenten Expertenpanel um Thomas Müller, Tabea Kemme Jürgen Klopp und Mats Hummels. Für das ZDF sind unter anderem Per Mertesacker, Christoph Kramer und Christian Streich im Einsatz, während für die ARD Bastian Schweinsteiger, Almuth Schult, Robin Gosens und Thomas Hitzlsperger die Spiele analysieren.

Wo wird gekickt?
Insgesamt wird die WM an 16 Austragungsorten stattfinden, wobei der überwiegende Teil der Spiele in den USA ausgetragen wird. Neben dem Finalort New York/New Jersey finden Partien in Boston, Philadelphia, Atlanta, Miami, Kansas City, Dallas, Houston, Seattle, San Francisco und Los Angeles statt. In Mexiko werden Spiele in der Hauptstadt Mexiko-Stadt sowie in Monterrey und Guadalajara ausgetragen. Kanada ist mit zwei Spielorten vertreten: Toronto und Vancouver. Die meisten WM-Begegnungen werden in Dallas stattfinden – dort sind insgesamt neun Spiele angesetzt.
Wann spielt die DFB-Elf?
Die deutsche Nationalmannschaft trifft in der Gruppenphase auf Curacao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Julian Nagelsmann schickt sein Team erstmals am 14. Juni um 19 Uhr auf den Rasen, wenn es gegen den Außenseiter aus Curacao geht. Am 20. Juni folgt das Duell mit der Elfenbeinküste (22 Uhr), ehe die Vorrunde mit dem Spiel gegen Ecuador am 25. Juni endet (22 Uhr).
Welche Nationen sind zum ersten Mal dabei?
Neben einigen Rückkehrern wie Österreich (erstmals seit 1998 wieder dabei) sind 2026 gleich vier WM-Debütanten am Start. Der deutsche Gruppengegner Curacao hat mit seiner Qualifikation sogar direkt einen Rekord aufgestellt. Der Inselstaat zählt nur 156.000 Einwohner, nie war ein WM-Teilnehmerland kleiner. Die weiteren Neulinge sind Jordanien, Kap Verde und Usbekistan.

Wer sind die Favoriten?
Die deutsche Auswahl geht nach zwei missratenen WM-Endrunde nicht mehr als Titelfavorit ins Rennen, kann aber durchaus für Überraschungen sorgen. Auch Brasilien zählt nicht mehr zu den Top-Anwärtern auf den Pokal, dafür ist der Kader des Rekordweltmeisters zu unausgewogen.
Zum Favoritenkreis zählt dagegen sicher Europameister Spanien. Die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente ist eingespielt und bietet mit Lamine Yamal, Pedri und co. jede Menge Star-Power auf. Frankreich hätte sogar fast zwei Teams zur WM schicken können, die beide ein Wörtchen um den Titel mitzureden hätten. Die 26 Akteure, die es in Didier Deschamps Auswahl geschafft haben, wollen nach dem dramatischen Finale 2022 zurück auf den Thron. Thomas Tuchels Engländer komplettieren den Kreis der Top-Favoriten, dahinter lauern unter anderem Portugal und Argentinien sowie potenzielle Überraschungsteams wie Marokko auf ihre Chance.
Welche Stars laufen bei der WM auf?
Wie so oft gibt sich auf der größtmöglichen Bühne das Who-is-who des Weltfußballs die Klinke in die Hand. Lionel Messi und Cristiano Ronaldo bestreiten ihre sechste und letzte Weltmeisterschaft, auch Brasilien-Legende Neymar und Kroatiens Nationalheld Luka Modric haben es erneut in den Kader geschafft.
Aus der jüngeren Generation ist neben Yamal und Kylian Mbappe vor allem Erling Haaland zu nennen, der sich mit Norwegen erstmals für ein großes Turnier qualifiziert hat.
Welche Themen abseits des Sports begleiten das Turnier?
Die Weltmeisterschaft in Katar 2022 sorgte bereits für eine Menge Kritik, damals ging es vor allem um die Menschenrechtsverletzungen im Gastgeberland und die lebensbedrohlichen Bedingungen auf den WM-Baustellen. Auch im Vorfeld der WM 2026 beherrschen viele Themen abseits des Sports die Schlagzeilen.

Mit dem Angriff auf den Iran hat Gastgeber USA in den Februar einen anderen WM-Teilnehmer angegriffen und führte einen Krieg im Nahen Osten, der massiven Einfluss auf die weltweite Wirtschaft hat. Der Iran wird dennoch bei der Weltmeisterschaft auflaufen. In Mexiko kam es im Februar zu einer Welle der Gewalt, nachdem der mächtigen Drogenboss „El Mencho“ getötet wurde. Die Demokratische Republik Kongo muss nach dem Ebola-Ausbruch wohl auf eigene Fans verzichten, die Spieler sollen sich laut US-Regierung 21 Tage in Isolation begeben.
Die erschwerte Einreise in die USA und die hohen Ticketpreise sorgen ebenfalls für Kritik. FIFA-Präsident Gianni Infantino betonte dennoch mehrmals, dass die enormen Kosten für WM-Tickets gerechtfertigt seien.

