Der DFB arbeitet offenbar bereits an den nächsten großen WM-Plänen. Intern laufen die Vorbereitungen für eine deutsche Bewerbung um die Weltmeisterschaft 2038 oder 2042 an. Dabei werden im Vorhinein nicht nur mögliche Spielorte thematisiert, sondern auch die infrastrukturellen und politischen Voraussetzungen für ein Turnier dieser Größenordnung.
Einem Bericht der „Bild“ zufolge, habe DFB-Präsident Bernd Neuendorf im Präsidium des DFL die Vorüberlegungen präsentiert. Konkret geht es unter anderem um die von der FIFA geforderte Stadionanzahl. Demnach müssten 14 Arenen mit jeweils mindestens 40.000 Plätzen zur Verfügung stehen. Nach aktuellem Stand sollen dafür Berlin, Leipzig, Hamburg, Hannover, Bremen, Düsseldorf, Köln, Gelsenkirchen, Dortmund, Frankfurt, Kaiserslautern, Mönchengladbach, München und Stuttgart infrage kommen.
DFB: WM-Bewerbung soll auch der Bundesliga helfen
Die Pläne stoßen dem Vernehmen nach auch bei der DFL auf Zustimmung. Ein Turnier im eigenen Land würde nicht nur sportlich und emotional enorme Strahlkraft entfalten, sondern könnte auch zum Modernisierungsschub für viele Stadien werden. Zahlreiche Arenen stammen in ihrer aktuellen Form noch aus dem WM-Zyklus von 2006 und müssten für ein neues Großturnier teils grundlegend erneuert oder erweitert werden.
Nach der anstehenden Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada sollen die Planungen auf DFB-Seite weiter konkretisiert werden. Dann dürfte es auch um Gespräche mit der Politik gehen, etwa über staatliche Garantien und mögliche finanzielle Unterstützung für eine Ausrichtung.
Der große Unsicherheitsfaktor bleibt allerdings der Zeitpunkt. Da die WM 2030 überwiegend in Spanien und Portugal sowie teilweise in Marokko, Uruguay, Argentinien und Paraguay stattfindet, gilt Europa für 2038 nicht zwangsläufig als gesetzt. Im DFB soll man deshalb eher davon ausgehen, dass eine realistische Bewerbung am Ende womöglich erst für 2042 möglich wird.
Die bisherigen Vorgaben der FIFA wurden bisher so interpretiert, dass ein Kontinent nach der Austragung einer Weltmeisterschaft zwei Turniere abwarten müsste, um dort wieder eine WM hosten zu dürfen.

