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WM 2026

WM 2026: Die teuersten Fußballstars, die beim Turnier fehlen

Eve Kreisenberg
05.06.26, 18:16
Eve Kreisenberg
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Dominik Szoboszlai
Foto: Getty Images

Die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ist mit 48 teilnehmenden Nationen die größte WM aller Zeiten. Trotzdem fehlen Spieler mit einem kombinierten Marktwert von 745 Millionen Euro. Die gedachte Top-Elf jener Stars, deren Nationen sich nicht qualifiziert haben, übersteigt somit sogar den Kaderwert von 40 der 48 WM-Teilnehmer.

Das ist keine kosmetische Lücke, sondern das ist ein strukturelles Qualitätsproblem. Hinzu kommt eine wachsende Zahl schwerer Verletzungen, die weitere Top-Spieler aus dem Turnier reißen, bevor es überhaupt begonnen hat.

Szoboszlai, Kvaratskhelia, Tonali: Die wertvollsten Nicht-Qualifizierten

Der teuerste Spieler, der die WM 2026 definitiv verpasst, ist Liverpool-Spielmacher Dominik Szoboszlai mit einem Marktwert von 100 Mio. €. Ungarn scheiterte nämlich dramatisch als Dritter in der Qualifikationsgruppe mit Portugal, Irland und Armenien, wodurch ihnen der Weg in die Playoffs versperrt blieb.. Für Ungarn wäre es die erste WM-Teilnahme seit 1986 gewesen.

Auf Rang zwei folgen Khvicha Kvaratskhelia (Georgien, 90 Mio. €) und Hugo Ekitiké (Frankreich, 90 Mio. €) – beide mit identischem Marktwert, aber aus unterschiedlichen Gründen abwesend. Kvaratskhelia scheiterte mit Georgien in der Qualifikation, Ekitiké fällt verletzungsbedingt aus. Dahinter folgen Bryan Mbeumo (Kamerun, 80 Mio. €), Sandro Tonali (Italien, 80 Mio. €) und Victor Osimhen (Nigeria, 75 Mio. €).

Besonders bemerkenswert ist Italiens Anteil an dieser Negativliste. Sieben der 21 teuersten fehlenden Spieler kommen aus dem Azzurri-Kader – mit einem Gesamtwert von rund 390 Mio. €. Der viermalige Weltmeister verlor sein Playoff-Entscheidungsspiel gegen Bosnien-Herzegowina im Elfmeterschießen und wartet damit seit der WM 2014 auf eine Teilnahme. Das letzte Spiel der Squadra Azzurra in der WM-K.-o.-Runde war der gewonnene Endspiel 2006 in Berlin.

Donnarumma und Lewandowski: Karriere-Timing auf dem Prüfstand

Gianluigi Donnarumma
Foto: Getty Images

Für Torhüter Gianluigi Donnarumma (45 Mio. €) ist die erneute Absenz besonders bitter. Der Europameister von 2021 debütierte mit 17 Jahren für Italien und kommt inzwischen auf 81 Länderspiele – auf sein erstes WM-Spiel wartet er aber weiterhin. Mit 31 Jahren könnte er bei der WM 2030 einen letzten Anlauf nehmen; ein Automatismus ist das nicht.

Anders sieht die Lage bei Robert Lewandowski aus. Der 37-jährige Kapitän Polens scheiterte im Playoff-Finale gegen Schweden – und damit aller Wahrscheinlichkeit nach ein letztes Mal an der WM-Qualifikation. Lewandowski schloss das Ende seiner Nationalmannschaftskarriere nicht kategorisch aus: „Ich muss mir Zeit nehmen und darüber nachdenken, anstatt jetzt schon Aussagen zu treffen“, sagte er nach dem Ausscheiden.

Ähnlich gilt das für Christian Eriksen. Der 38-Jährige scheiterte mit Dänemark in den Playoffs gegen Tschechien. Nach seinem Wechsel von Manchester United auf Transfermarkt-Basis zum VfL Wolfsburg kam er als große Hoffnung – und enttäuschte: Die Wolfsburger stehen aktuell auf Rang 17 und sind damit das schwächste Team in Europa. Eine weitere WM dürfte für Eriksen kaum realistisch sein.

Verletzt vor dem Anpfiff: Ekitiké, Simons und Rodrygo

Noch schmerzhafter als eine verpasste Qualifikation ist das Ausscheiden durch Verletzung. Genau das trifft in diesem Zyklus gleich mehrere Top-Spieler. Hugo Ekitiké zog sich im Champions-League-Viertelfinale-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain (0:2) eine schwere Verletzung zu. Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps bestätigte seinen monatelangen Ausfall für die Selektion.

Xavi Simons
Foto: Getty Images

Noch dramatischer ist der Fall von Xavi Simons. Der ehemalige Leipziger erlitt Ende April einen Kreuzbandriss und schrieb anschließend auf seinen Social-Media-Kanälen: „Man sagt, das Leben kann grausam sein, und heute fühlt es sich genauso an. Meine Saison hat ein jähes Ende gefunden und ich versuche gerade, das zu verarbeiten. Ehrlich gesagt, bin ich untröstlich. Nichts davon ergibt einen Sinn.“

Brasiliens Kader ist zudem gleich mehrfach betroffen. Rodrygo von Real Madrid (50 Mio. €) erlitt Anfang März eine Knieverletzung und fällt mindestens bis zum Saisonstart aus. Zusätzlich droht dem Seleção die Absenz von Chelsea-Talent Estêvão – dem zweitwertvollsten Brasilianer nach Vini Junior. Für die DFB-Auswahl ist der verletzungsbedingte Ausfall von Serge Gnabry (Bayern München, 20 Mio. €) spürbar. Der Münchner hatte in dieser Saison zu seiner Topform zurückgefunden, war in wichtigen Spielen gesetzt und hatte sich als Stammkraft der Nationalmannschaft etabliert.

Das strukturelle Problem hinter den fehlenden Namen bei der WM 26

Fest steht: Das erweiterte 48-Nationen-Format der WM 2026 hat das Qualitätsproblem nicht gelöst – es hat es lediglich verkleinert. 745 Mio. € an Marktwert fehlen auf dem Spielfeld, 14 Europäer und 7 Afrikaner sind in der erweiterten Fehlendenliste vertreten. Inter Mailand allein stellt vier Spieler mit einem kombinierten Wert von 215 Mio. €.

Die WM 2026 wird trotzdem das größte Fußballturnier der Geschichte. Aber wer die Abwesenheitsliste durchgeht, versteht: Die Frage ist nicht, ob das Turnier spektakulär wird – sondern wie viel spektakulärer es ohne Qualifikationsversagen und Verletzungspech hätte sein können.

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