Der letzte Test vor der Weltmeisterschaft endete für die DFB-Elf mit einem Sieg. Kai Havertz und Leroy Sané trafen beim 2:1 gegen die USA.
Der letzte Aufgalopp vor dem WM-Auftakt gegen Curacao sollte als Härtetest in mehrfachem Sinne dienen. Mit Gastgeber USA stand der DFB-Elf ein sportlich durchaus ambitionierter Gegner gegenüber, zudem brachte die Anstoßzeit in der amerikanischen Mittagshitze Herausforderungen mit sich.
Im Vergleich zum deutlichen Sieg gegen Finnland wechselte Bundestrainer Julian Nagelsmann auf zwei Positionen. Den verletzten Lennart Karl ersetzte Leroy Sané, Kai Havertz begann anstelle von Deniz Undav im Sturm. Der für Karl nachnominierte Assan Ouédraogo zählte noch nicht zum Aufgebot, er reist am Sonntag direkt ins Teamquartier.
Robinson kontert frühe Havertz-Führung sehenswert
Die deutsche Mannschaft erwischte gleich einen optimalen Start. Noch nichtmal zwei Minuten waren auf der Uhr, ehe Felix Nmecha halbrechts vor dem Strafraum gefoult wurde und Havertz den fälligen Freistoß von Joshua Kimmich aus kurzer Distanz per Kopf über die Linie drückte (2.). Wenig später war der Arsenal-Stürmer seinem zweiten Tor ganz nahe. Der Ball zappelte nach einem starken Angriff zwar im Netz, war vor der Hereingabe durch Sane allerdings schon im Aus (6.).
Die Gastgeber taten sich schwer, stabilisierten sich nach einer Viertelstunde aber. Sergino Dest meldete mit seinem Abschluss aus der zweiten Reihe erstmals Gefahr an (15.). Deutschland kam nicht mehr so schnell in die Tiefe wie noch in der Anfangsphase, Ansätze über Sané und Musiala verpufften. Die US-Boys fühlten sich dagegen immer wohler in der Partie und belohnten sich noch vor der Pause mit dem Ausgleich.
Einen Eckball von der rechten Seite köpfte Jonathan Tah aus dem Strafraum, doch dort lauerte Antonee Robinson und erzielte mit einem wuchtigen Volley unter die Latte ein Traumtor für die Auswahl von Mauricio Pochettino (37.). Folarin Balogun und Christian Pulisic hatten vor dem Ende des ersten Durchgangs sogar noch die Führung für die USA auf dem Fuß.

Sané bringt DFB-Team wieder in die Spur
Beide Teams kamen unverändert aus der Kabine und zeigten sich gleich in der Offensive. Pulisic scheiterte – wenn auch aus Abseitsposition – zweimal am stark reagierenden Oliver Baumann. Auf der anderen Seite leitete Sané stark über den rechten Flügel ein, nach Havertz-Ablage schloss Nmecha aus der Distanz ab (50.).
Nach wenigen Minuten im zweiten Spielabschnitt riss die DFB-Elf die Spielkontrolle wieder an sich und stellte gleich den alten Abstand wieder her. Von Havertz bedient schloss der bis dahin bemühte, aber glücklose Sané platziert ins linke untere Eck ab (57.). Für den auffälligen Havertz war es bereits die zweite Torbeteiligung, kurz darauf hatte der Arsenal-Star Feierabend und wurde durch Undav ersetzt (60.).
Beide Trainer wechselten mehrmals, der Spielfluss litt merklich unter den Personalrochaden. Dennoch hätte das DFB-Team erhöhen können, Jamie Leweling traf nach feiner Vorarbeit von Jamal Musiala jedoch die falsche Entscheidung und versuchte aus guter Schussposition Wirtz am zweiten Pfosten in Szene zu setzen. Mark McKenzie konnte klären (72.).
Gladbachs Joe Scally versuchte es für die USA nochmal aus der zweiten Reihe, Nadiem Amiri verpasste sein zweites Länderspieltor in der Schlussphase nur um Zentimeter. Es blieb damit beim knappen, aber verdienten 2:1 für das DFB-Team, das damit mit zwei Siegen in den Testspielen ins Turnier startet.

Spielschema
USA: Freese – Freeman (72. Scally), M. Robinson (64. McKenzie), Ream (72. Arfsten) – Dest (72. Weah), McKennie (64. Berhalter), T. Adams (72. Roldan), A. Robinson (63. Trusty), M. Tillman (72. Aaronson), Pulisic (63. Reyna) – Balogun (72. Pepi)
Deutschland: Baumann – Kimmich (62. Anton), Tah, N. Schlotterbeck, Brown (60. Raum) – F. Nmecha (80. Goretzka), Pavlovic (80, Stiller), L. Sané (71. Leweling), Musiala (80. Amiri), Wirtz (80. Beier) – Havertz (60. Undav)
Tore: 0:1 Havertz (2.), 1:1 Robinson (37.), 1:2 Sané (57.)

