Julian Nagelsmann ist als Trainer der deutschen Nationalmannschaft gescheitert. Neue Details zeigen, dass sich schon über die gesamte WM hinweg ein möglicher Knall angebahnt hatte.
Die Sechzehntelfinal-Niederlage gegen Paraguay war der Tiefpunkt der jüngeren Nationalmannschaftsgeschichte. Im Mittelpunkt: Bundestrainer Julian Nagelsmann, der wenige Tage nach dem enttäuschenden WM-Aus seinen Rücktritt verkündete.
Derweil hatte sich ein „Zerwürfnis“ zwischen Team und Trainer schon während des gesamten Turnier in Nordamerika angebahnt, wie die BILD-Zeitung nun berichtet. In chronologischer Abfolge hat sie die Aktionen des Bundestrainers in den letzten Wochen zusammengefasst. Diverse Handlungen des 38-Jährigen sollen das DFB-Team dabei verunsichert haben.
Personalentscheidungen und Irritationen: Wie Nagelsmann seine Mannschaft verunsicherte
Im Vordergrund stehen etwa widersprüchliche Personalentscheidungen und eine fehlerhafte Kommunikation. So soll Nagelsmann vor dem Ecuador-Spiel eine veränderte Formation getestet haben. Viele Spieler gingen deshalb davon aus, dass es Änderungen in der Startelf geben würde. Doch dem war letztendlich nicht so.
Die Spieler erfuhren indessen erst in der Pressekonferenz am Abend davon und waren irritiert, weil dies den Eindrücken aus dem Abschlusstraining widersprach. Besonders Deniz Undav, der trotz drei Toren und zwei Vorlagen weiterhin auf der Bank Platz nehmen sollte, war überrascht.
Bei der Rotation gab es ebenfalls keinen klaren Kurs. Denn nach der Niederlage gegen Ecuador erklärte Nagelsmann in der Kabine, er habe wechseln wollen, „um jedem hier eine Chance auf WM-Minuten zu geben“. Diese Aussage widersprach dem zuvor vermittelten Eindruck, dass sich die Stammelf für die K.o.-Phase einspielen solle.

Schlussendlich sorgten auch ungewöhnliche Maßnahmen im Training für Unverständnis bei der Nationalmannschaft. Wiederholte „Alt gegen Jung“-Trainingsspiele, deren Sinn viele Spieler nicht nachvollziehen konnten, sowie insgesamt viele wechselnde Ideen im Training verunsicherten die Mannschaft. Was bleibt, ist eine abermals enttäuschende WM – die letzte erfolgreiche liegt mit dem Titelgewinn im Jahr 2014 schon mehr als zehn Jahre zurück.

