Max Eberl hat erstmals offen gemacht, warum der FC Bayern München seinen ursprünglichen Plan für die Offensive über Bord warf: Der Sportvorstand wollte zunächst Anthony Gordon von Newcastle United holen, brach die Bemühungen aber wegen der Kosten ab.
Das bestätigte Eberl laut ARD am Rande des 4:1-Erfolgs im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück. Gordon wechselte anschließend für 80 Millionen Euro von Newcastle zum FC Barcelona, Bayern setzte stattdessen auf Ismael Saibari von PSV Eindhoven.
Vorgeschichte: Jackson-Abgang zwang Bayern zum Handeln
Auslöser für die Suche nach einem neuen Angreifer war das Ende der Leihe von Nicolas Jackson. Eberl stellte klar, dass ein Neuzugang in der Offensive unabhängig von Jamal Musialas gesundheitlichen Problemen geplant war: „Wir haben Nicolas Jackson verloren, die Leihe ist zu Ende gegangen. Also war uns klar, dass wir einen in der Offensive holen wollen, unabhängig von Jamal. Das war der Plan gewesen.“ Ins Visier geriet zunächst Gordon, doch die Verhandlungen scheiterten am Preis. Wie sich die Bayern generell im Sommer aufgestellt haben, zeigt der Überblick zur Transferbilanz 2026.
„Wir haben es erst bei Anthony Gordon versucht. Das war uns irgendwann zu teuer“, verriet der 52-Jährige. Der Engländer entschied sich in der Folge für den Wechsel nach Barcelona, was den Rekordmeister zum Umdenken zwang.
Saibari überzeugte durch Vielseitigkeit
Die Blicke richteten sich stattdessen auf Saibari, der gegen Osnabrück sein Startelfdebüt feierte. Eberl erläuterte die internen Überlegungen: „Dann hatten wir mit Ismael einen Top-Kandidaten, bei dem wir gesagt haben, er ist ein bisschen anders als Gordon. Nicht nur für die Außenbahnen, sondern er kann vier Positionen vorne spielen. Dann hatten wir das Gefühl, das kann richtig gut passen.“ Wichtig war zudem der Zeitfaktor: Der Transfer war laut Eberl bereits vor Saibaris Auftritten bei der Weltmeisterschaft abgeschlossen – „Wir sind sehr, sehr froh, dass es vor dem Brasilien-Spiel schon durch war.“ Im WM-Gruppenspiel gegen die Selecao traf der Marokkaner prompt. Wie der Verein zuletzt weitere Transferspekulationen einordnete, lässt sich im Beitrag über Christoph Freunds Absage an Wunschgerüchte nachlesen.
Die beiden Transfers im Vergleich
| Spieler | Abgebender Klub | Aufnehmender Klub | Status |
|---|---|---|---|
| Anthony Gordon | Newcastle United | FC Barcelona | Wechsel für 80 Mio. Euro vollzogen |
| Ismael Saibari | PSV Eindhoven | FC Bayern München | Verpflichtet, Ablöse laut Primärquelle nicht beziffert |
Eine konkrete Bayern-Offerte für Gordon oder eine Ablösesumme für Saibari nannte Eberl in dem Gespräch nicht – belegt ist ausschließlich die 80-Millionen-Ablöse, die Barcelona letztlich an Newcastle überwies.
Kane-Verlängerung: Eberl zuversichtlich
Abseits der Personalie Saibari äußerte sich Eberl auch zur angestrebten Vertragsverlängerung mit Harry Kane, der sein neues Arbeitspapier noch nicht unterschrieben hat. „Genau wie Spiele erst gespielt werden müssen, müssen Gespräche erstmal geführt werden“, sagte Eberl und betonte, die Positionen beider Seiten seien nah beieinander: „Beide wollen, und dann wird es auch funktionieren. Ich bin zuversichtlich.“ Wie sich Bayern zuletzt auch bei anderen Personalien am Deadline Day verhielt, zeigt der Rückblick auf die Deadline-Day-Entscheidungen des Klubs.

