Bielefeld schockt Leverkusen und verlässt die Abstiegsplätze

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News | Im ersten Bundesliga-Sonntagsspiel sorgte Arminia Bielefeld für eine faustdicke Überraschung. Mit der ersten Möglichkeit ging der Aufsteiger bei Bayer Leverkusen in Führung, die er couragiert verteidigte, nach dem Seitenwechsel sogar ausbaute, weshalb er den Anschlusstreffer verkraftete und mit 2:1 triumphierte.

Eiskalte Bielefelder nutzen die erste Chance

Peter Bosz setzte auf die siegreiche Startelf aus dem Mönchengladbach-Spiel (1:0), während sein Kollege Frank Kramer im Vergleich zur unglücklichen 0:2-Niederlage gegen Bremen auf vier Positionen wechselte. Vom Start weg war die Werkself mit viel Ballbesitz ausgestattet. Die erste Großchance ereignete sich in Minute sieben, als Moussa Diaby auf der rechten Seite durchbrach, von der Grundlinie in den Rückraum legte, wo Nadiem Amiri unbedrängt aus zehn Metern das Bielefelder Gehäuse verfehlte. Ansonsten boten die Bielefelder jedoch kaum Räume an. Mit dem ersten gefährlichen Angriff gingen sie zudem in Führung. Nach Ballgewinn schalteten sie blitzschnell um, die Hereingabe von Christian Gebauer grätschte Ritsu Doan mit vollem Einsatz über die Torlinie – 0:1 (18.). Fast im Gegenzug musste Stefan Ortega erstmals eingreifen, nachdem Demarai Gray ihn mit seinem Flachschuss nicht allzu sehr prüfte.

(Photo: Imago)

Die nächste Gelegenheit besaß in der 24.Minute ebenfalls die Arminia. Schiedsrichter Sascha Stegemann wertete einen Kontakt von Wendell, woraufhin Torhüter Lennart Grill den Ball aufnahm, als Rückpass. Den folgenden indirekte Freistoß durch Doan fälschte die Mauer ab und rollte nur knapp am Bayer-Tor vorbei. Das Bild auf dem Spielfeld blieb dennoch bestehen. Leverkusen hatte deutlich mehr Feldanteile. Gefährliche Aktionen entstanden allerdings nur selten. Zumeist daran beteiligt war Diaby, dessen Flanke Patrik Schick per Kopf neben den Kasten platzierte (34.). Etwa 180 Sekunden später vergab Gray nach sehenswerter Kombination die beste Möglichkeit zum Ausgleich, da Ortega seinen Volley mit einem hervorragenden Reflex zur Ecke lenkte. Auf der anderen Seite kam der defensiv äußerst aufmerksame Amos Pieper noch zu einem harmlosen Kopfball. Wenig später ertönte der Pausenpfiff, sodass der Gast einen knappen Vorsprung mit in die Halbzeitpause nahm.

Bielefeld legt nach

Bayer-Trainer Bosz reagierte auf die ernüchternden 45 Minuten mit einem Doppelwechsel und stellte auf ein 4-4-2-System um. Leon Bailey und Lucas Alario ersetzten Kerem Demirbay und Gray. Den ersten Abschluss verbuchten jedoch die Ostwestfalen. Erneut versuchte es Doan, seine Direktabnahme aus rund 20 Metern wehrte Grill gekonnt zur Seite ab (50.). Sieben Minuten darauf musste der Schlussmann erneut hinter sich greifen. Ein Bielefelder Konter führte über Anderson Lucoqui, der den Ball im richtigen Moment zu Masaya Okugawa spitzelte, der Japaner schoss daraufhin sehr überlegt zum 0:2 ein. Leverkusen ließ sich weiter nicht hängen. Mehr als Distanzschüsse von Amiri, Diaby und dem ebenfalls eingewechselten sowie von einer Corona-Infektion wiedergenesenen Florian Wirtz, die Ortega letztlich kaum gefährdeten, sprangen allerdings nicht heraus.

Glücklos blieb auch Alario, der sich gegen mehrere Gegenspieler durchsetzte und aus 13 Metern etwas überhastet abschloss (69.). Eine knappe Zeigerumdrehung später scheiterte der auffällige Doan nach einer Einzelleistung an Grill. Über die gesamte Spielzeit hinweg betrieb die Arminia einen hohen Aufwand und beschützte den eigenen Sechszehner mit vereinten Kräften. Wenn Leverkusen die Defensive überwand haperte es im Abschluss enorm. Exemplarisch zu nennen ist Schick, der freistehend den Ball direkt in die Arme von Ortega befördert (83.). 120 Sekunden später netzte der Tscheche aus kurzer Distanz zum 1:2 ein, nachdem der nachsetzende Alario perfekt auflegte. Bielefeld blieb vom Anschlusstor unbeeindruckt. Mit Beginn der sechsminütigen Nachspielzeit hätte Sven Schipplock infolge eines weiteren Konters für die Entscheidung sorgen müssen, doch Grill parierte glänzend. Danach scheiterte Alario erneut am herausragenden Ortega und Jeremia Frimpong traf nur das Außennetz.

Es war der letzte Höhepunkt einer aufregenden Schlussphase. Somit klettert Bielefeld durch den unerwarteten aber hart erkämpften ersten Rückrundensieg auf Rang 15, der zum direkten Klassenerhalt berechtigt. Leverkusen fiel hingegen auf den sechsten Platz zurück.

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Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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