Bei Borussia Mönchengladbach herrscht Stillstand: Roland Wirkungslos

Borussia Mönchengladbach
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Kommentar | Seitdem Roland Virkus der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach ist, wirkt der Verein wie gelähmt. Seit drei Wochen passiert nichts, obwohl so viel passieren müsste.

Es war Adi Hütter selbst, der nach dem letzten Saisonspiel von Borussia Mönchengladbach verkündete, dass er und der Verein in Zukunft getrennte Wege gehen werden. Im Interview mit „Sky“, auf Nachfrage eines Reporters.

Roland Virkus: Geredet wird viel bei Borussia Mönchengladbach

Ähnliches wiederholte sich auf der Mitgliederversammlung von Borussia Mönchengladbach am Montag. Sportdirektor Roland Virkus redete über die Vergangenheit und Ziele, ohne wirklich konkret zu werden. Alle Anwesenden interessierte allerdings nur eines. Seit Wochen wurde über eine Rückkehr von Lucien Favre auf die Trainerbank der Fohlen berichtet. Der Verpflichtung, so schien es, könne nichts mehr im Weg stehen. Dass Virkus über Favre kein Wort verlor, wirkte komisch. Fans und Pressevertreter fragten nach: Wann wird Lucien Favre nun endlich vorgestellt? Virkus ließ die Bombe platzen: Favre hat abgesagt. Er wird, entgegen zahlreicher Berichte, nicht zu Borussia Mönchengladbach zurückkehren.



Zumindest sonderbar, dass die beiden wichtigsten Personalentscheidungen der letzten Wochen nur auf Nachfrage öffentlich wurden. Borussia Mönchengladbach, das unter Max Eberl häufig innovativ und kreativ agierte, wirkt zurzeit passiv.

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Dies zeigt sich nicht nur in der Kommunikation, sondern auch in der Personalpolitik. Seit drei Wochen ist die abgelaufenen Saison vorüber. Seitdem ist in Mönchengladbach nichts passiert. Kein neuer Trainer, kein neuer Spieler, keine Vertragsverlängerung und auch kein Abgang. Und das, obwohl die Fohlen viele Baustellen haben: Der Verein hat keinen Trainer, verlor mit Matthias Ginter und Dennis Zakaria im letzten halben Jahr zwei Leistungsträger. Und die Verträge von Marcus Thuram, Ramy Bensebaini, Jonas Hofman, Alassane Plea, Breel Embolo, Yann Sommer, Christoph Kramer und Lars Stindl laufen allesamt im Sommer 2023 aus. Zu diesen offenen Personalien sagte Virkus bei der Mitgliederversammlung – natürlich erst auf Nachfrage -: „Einige Spieler haben klar geäußert, dass sie unter gewissen Voraussetzungen bleiben möchten. Es gibt aber auch Spieler, die signalisiert haben, dass sie den Verein gerne verlassen würden.“ Aha!

Eberl arbeitete stets nach dem Mantra „Fertig sein, bevor es richtig losgeht“. Die Personalplanung sollte so früh wie möglich abgeschlossen werden. Möglichst schon vor dem Ende der Saison des Vorjahres. Als ein Verein, dessen finanzielle Ressourcen begrenzt sind, sah er darin eine Möglichkeit, sich einen kleinen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Virkus hingegen scheint einem anderen Mantra zu folgen. Proaktiv sein will er nicht, stattdessen sagt er: „Wir müssen auf dem Transfermarkt reagieren, müssen schauen, wer uns verlässt und was dann finanziell möglich ist.“ In Mönchengladbach wird nicht mehr agiert, sondern reagiert.

Eine kleine Hoffnung gibt es allerdings noch für die Fans von Borussia Mönchengladbach. Vielleicht wurden bereits neue Verträge unterschrieben, Spieler verpflichtet oder ein Trainer gefunden. Roland Virkus wartet nur, bis ihn jemand fragt, damit er es verkünden kann.

(Photo by Lukas Schulze/Getty Images)

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