Bundesliga-Brennpunkte nach dem 3. Spieltag: Titelanwärter Leverkusen? Werder brilliert ohne Füllkrug

4. September 2023 | Trending | BY Jannek Ringen

Drei Spieltage sind in der Bundesliga absolviert und vor der Länderspielpause lassen sich bereits die ersten Tendenzen erkennen. Welche Erkenntnisse hat der neue Bundesligaspieltag geliefert? Heute mit Bayer Leverkusen, Werder Bremen und einer ungünstigen Unterbrechung.

Bundesliga: Leverkusen verzaubert die Liga, Werder zeigt ein neues Gesicht

Auch der dritte Spieltag der neuen Saison in der Bundesliga steht in den Büchern. Die Bayern behalten ihre weiße Weste und gewinnen auch das dritte Spiel in dieser Spielzeit. Während der BVB sich abermals schwertut, einen Aufsteiger zu schlagen, bleiben die Spiele des VfB Stuttgart torreich. Auch Leverkusen zeigt erneut eine dominante und überzeugende Leistung und gewinnt 5:1 gegen Aufsteiger Darmstadt. Wird die Werkself zum neuen Bayern-Jäger Nummer eins?



Bayern-Jäger Leverkusen – Showdown in zwei Wochen

Bereits vor der Saison hatten viele Experten Bayer Leverkusen sehr weit oben auf ihrem Zettel. Den Verantwortlichen gelang es, Erfolgscoach Xabi Alonso zu halten und den Kader deutlich zu verbessern. Allerdings haben sich durch die Transfers von Jonas Hofmann und speziell Granit Xhaka auch die Ansprüche im Rheinland geändert. Die beiden sind nicht gekommen, um die Mannschaft perspektivisch zu verbessern, sondern für den direkten Erfolg. Ein 3:2 über RB Leipzig, dann die absolut überzeugenden Auftritte beim 3:0 in Gladbach und beim 5:1 in der heimischen BayArena gegen Aufsteiger Darmstadt. Bayer Leverkusen ist aktuell das Team der Stunde!

Die Mannschaft von Xabi Alonso weiß spielerisch zu überzeugen. In den bisherigen drei Partien spielte man im Schnitt die meisten Pässe aller Bundesligisten, obwohl man sich nur auf Platz vier in Sachen Ballbesitz befindet. Die Leverkusener haben immer mehrere Optionen mit dem Ball am Fuß und können diesen schnell weiterspielen. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison und trotz all der Neuzugänge wirkt das Team unfassbar gut eingespielt. Die Neuzugänge funktionieren allesamt und brauchten keine Eingewöhnungszeit. Bei Xhaka und Hofmann konnte man davon ausgehen, da sie die Liga bereits kennen, doch vor allem Victor Boniface mit seinen vier Treffern in drei Spielen hat sich nahtlos in Mannschaft eingefügt.

Mit einem guten Gefühl können sich die Leverkusener in die Länderspielpause verabschieden. Danach bittet die Werkself dann den FC Bayern zur Eröffnung des vierten Spieltags in der Bundesliga zum Tanz. Am Freitagabend reist die Mannschaft um Florian Wirtz in die Allianz-Arena, um den FC Bayern zum Showdown zu treffen. Die Frage, welche sich ganz Deutschland stellt: Wird die Werkself den Rekordmeister im Kampf um die Meisterschaft herausfordern können? Ein erster Hinweis, in welche Richtung es gehen könnte, gibt es im Topspiel am kommenden Spieltag.

Bundesliga: Bayer Leverkusen ist bereit für den FC Bayern.

(Photo by Christof Koepsel/Getty Images)

Bremer Befreiungsschlag – neues Gesicht ohne Füllkrug?

Die Stimmung vor dem Spiel gegen Mainz 05 war in Bremen eher schlecht. Zuerst schied Werder im Pokal bei Drittligist Viktoria Köln aus, musste sich danach chancenlos mit 0:4 dem FC Bayern im Eröffnungsspiel geschlagen geben und zu guter Letzt verlor man in letzter Minute beim SC Freiburg. Null Tore, null Punkte waren die Ausbeute nach den ersten beiden Spieltagen. Weniger als 24 Stunden vor Ende des Transferfensters gab es dann die nächste Hiobsbotschaft für die Bremer. Torjäger Niclas Füllkrug verließ den Club in Richtung Borussia Dortmund. Wenig Torgefahr in den ersten beiden Spielen, dann auch noch den besten Spieler abgegeben. Nicht wenige Fans der Bremer machten sich Sorgen. Doch dann folgte das Heimspiel gegen Mainz.

Bereits früh gingen die Bremer, die noch ein ganz anderes Gesicht als in den Vorwochen zeigten, durch einen Elfmeter von Marvin Ducksch in Führung. Darauf folgte die nächste Hiobsbotschaft, denn der Torschütze musste verletzt den Platz verlassen. In Abwesenheit von sowohl Füllkrug als auch Ducksch spielten sich die Bremer in einen Rausch und konnten sich im ersten Durchgang mehrere gute Torchancen erspielen. In der zweiten Halbzeit gelang es dem Team von Ole Werner durch Tore von Jens Stage, Leonardo Bittencourt und Justin Njinmah den FSV Mainz 05 vollkommen verdient mit 4:0 aus dem Weserstadion zu fegen. Ein deutlicher Befreiungsschlag aus der sich früh anbahnenden Krise. Auch die Art und Weise darf Hoffnung machen.

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Auffällig war die veränderte Spielweise der Bremer. Zu Zeiten Füllkrugs wurde das Mittelfeld zumeist mit langen Bällen auf den Angreifer überbrückt. Gegen Mainz wurde das Mittelfeld aktiv ins Angriffsspiel eingebunden. Und das tat der Mannschaft gut. Besonders Romano Schmid, der in letzter Zeit einen schwierigen Stand in Bremen hatte, blühte auf und diktierte das Geschehen im Mittelfeld. Ein weiterer Faktor waren die Einwechselspieler. Allesamt fügten sie sich nahtlos ins Spiel ein. Nick Woltemade gelang es, den Ausfall von Ducksch zu kompensieren. Justin Njinmah wurde mit einem Tor und einer Vorlage zum späten Helden bei seinem Werder-Debüt. Den Bremern gelang es erstmal seit langer Zeit, von der Bank nachzulegen.

Bundesliga: Werder Bremen zurück in der Spur.

(Photo by Cathrin Mueller/Getty Images)

Die Bundesliga liefert und wird viel zu früh unterbrochen

Die ersten drei Spieltage der neuen Spielzeit in der Bundesliga haben die Fans im Stadion und am Fernseher verzückt. Gleich an Spieltag Nummer eins gab es ein Feuerwerk mit 33 Treffern. Zahlreiche packende und vor allem torreiche Partien hat die Saison 2023/24 bisher geliefert. Ein unfassbar starkes Leverkusen, angriffslustige Stuttgarter, schwache Dortmunder. Die Bundesliga ist in dieser Saison voller spannender Teams und Entwicklungen. Knapp drei Monate mussten die Fans warten, bis der Ball in der höchsten deutschen Spielklasse wieder rollte. Am kommenden Spieltag treffen mit Bayer Leverkusen und Bayern München die aktuell stärksten deutschen Teams aufeinander. Doch dazwischen muss man sich in Geduld üben. Denn es steht die Länderspielpause an.

Die Unterbrechung der nationalen Ligen durch die Länderspiele kommt denkbar ungünstig. Die Fußball-Fans hierzulande haben gerade wieder die Luft der Bundesliga geschnuppert und müssen sich jetzt wieder mit Testspielen der deutschen Nationalmannschaft auseinandersetzen, die in Fußball-Deutschland derzeit nicht wirklich hoch im Kurs steht. Dadurch verpassen die nationalen Ligen den Schwung der ersten Wochen mitzunehmen. Zudem ist eine Länderspielpause Anfang September äußerst unglücklich, da viele Spieler kurz vor Ende der Transferphase gewechselt sind und ohne die Mannschaft wirklich kennengelernt zu haben, zu ihren Nationalmannschaften reisen. Warum wird diese nicht Ende des Monats angesetzt?

Dennoch bietet die Länderspielpause auch für die deutsche Nationalmannschaft eine Chance. Durch die ersten Spieltage in der Bundesliga sind die Fans wieder heiß auf Fußball und wollen sich dies nicht nach nur wenigen Wochen vermiesen lassen. Gut möglich, dass deshalb der ein oder andere Fan mehr zuschauen wird, wenn die Mannschaft von Hansi Flick gegen Frankreich und Japan testet. Jetzt ist diese gefragt, den Hype zu nutzen und die Stimmung um die deutsche Auswahl vor der Heim-EM zu verbessern!

Der DFB muss den Hype um die Bundesliga nutzen.

(Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

(Photo by Christof Koepsel/Getty Images)

Jannek Ringen

Sozialisiert durch die Raute von Thomas Schaaf, gebrochen durch den Abstieg unter Florian Kohfeldt. Fußball in Deutschland ist sein Fachgebiet, aber immer mit einem Blick in England und Italien.


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