Bundesliga | Nächste VAR-Diskussion, Union arbeitet an der größten Schwäche: Die Brennpunkte des 12. Spieltags

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Spotlight | Der 12. Bundesliga-Spieltag steht in den Geschichtsbüchern. Zeit, auf die Brennpunkte des Wochenendes zu schauen. Unter anderem mit der nächsten VAR-Diskussion, einem Union, das an seiner größten Schwäche arbeitet und zarten Schalker Verbesserungen. 

1. Ein Wochenende im Zeichen des VAR

„Wenn wir diesen Videoassistenten haben, dann nutzt ihn halt. Wenn ihr ihn nicht nutzt, mein Gott, dann lasst es sein, stampft den Keller ein“, wütete SGE-Sportvorstand Markus Krösche nach der Partie gegen Borussia Dortmund. Dabei hatte der Kölner Keller gar nichts gemacht – und genau das war das Problem.

 



 

In der 42. Minute des Spiels zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund rempelte Karim Adeyemi Jesper Lindstrøm klar zu Boden. Der fällige Elfmeterpfiff blieb allerdings genauso aus wie das Signal des VAR Dr. Robert Kampka und eine mögliche rote Karte aufgrund der Verhinderung einer klaren Torchance. Lindstrøm stand im Fünfmeterraum und hätte nur noch einschieben müssen.

Dass Sascha Stegemann die Szene aus seiner Position anders bewertet, kann passieren. Dennoch muss in diesem Fall die Korrektur stattfinden. Beim Stand von 1:1 wurde Frankfurt – nicht nur, aber auch aufgrund dieser Szene – um verdiente drei Punkte gebracht.

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Photo by Lars Baron/Getty Images

Es war nicht die einzige fragwürdige Elfmeterentscheidung an diesem Wochenende. Bei der Partie zwischen dem FC Bayern und Mainz 05 räumte Alexander Hack Sadio Mané klar vor den Augen von Benjamin Cortus ab. Dennoch ließ dieser weiterlaufen und wartete auf den Impuls aus Köln. Wenige Minuten später gab diesen erneut – aufgrund einer eher handelsüblichen Szene zwischen Sven Ulreich und Jonathan Burkardt. „Ich war erstens am Ball, leicht. Und zweitens sehe ich ihn da hinten gar nicht. Wir gehen beide zum Ball“, fasste Bayerns Ersatzkeeper die Szene zusammen. „Es ist wie beim Kopfballduell, es ist keine Absicht, dass ich ihn treffen möchte. Ich treffe den Ball auch leicht, ausreichend. Es ist für mich unerklärlich, wie der Schiedsrichter da Elfmeter geben kann.“

Das Ganze eröffnet natürlich wieder die Diskussion um den VAR und dessen Sinnhaftigkeit, die auch Manuel Gräfe auf Twitter neu entfachte. Dennoch kann, wie er vorschlägt, das Spiel nicht mehr ohne den Videoassistenten stattfinden. Dazu geht es im heutigen Fußball einfach um zu viel. Eine Fehlentscheidung mehr oder weniger, ein Tor mehr oder weniger, kann über Achtelfinale, Abstieg in die Europa League oder sogar die Zweitklassigkeit entscheiden. Daher sind sowohl der Videoassistent als auch die halbautomatische Abseitstechnik, die bereits in der Champions League zum Einsatz kommt und auch bei der Weltmeisterschaft vorhanden sein wird, wichtige Hilfsmittel. Das Problem liegt an der Auslegung. Dort gilt es für den DFB schnellstmöglich, zu Konstanz und einer klaren Linie zu finden.

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2. Union arbeitet gegen Gladbach an seiner größten Schwäche

Die klare Linie hat Union Berlin bereits. Vergangenen Sonntag erlöste Danilho Doekhi die Seinen mit einem Treffer in Minute 97 und bewahrte den Köpenickern die Tabellenführung. Es war ein besonderer Erfolg für Union. Erstmals in dieser Saison konnten sie noch punkten, obwohl sie den ersten Treffer des Spiels selbst kassierten. Rückstände schienen bis dahin das Unioner Kryptonit zu sein. Sowohl in Frankfurt (0:2), Bochum (1:2) als auch in der Europa League gegen Union Saint-Gilloise (0:1) und in Braga (0:1) hatte man Probleme, den Gegner nach eigener Führung unter Druck zu setzen und selbst zu Chancen zu kommen. Zweimal kassierte man sogar den Knockout.

Bundesliga Union Berlin Borussia Mönchengladbach

Photo by Maja Hitij/Getty Images

Besonders die Einwechslungen von Jamie Leweling und Kevin Behrens erwiesen sich als Glücksgriffe. Letzterer köpfte in Minute 79 am herausstürzenden Tobias Sippel vorbei zum 1:1 und sorgte in der Schlussphase immer wieder für Unruhe. Bis dahin hatte Borussia Mönchengladbach die Gastgeber weitestgehend im Griff. Leweling schlug die Flanke auf den Kopf von Doekhi zum Siegtreffer.

Dieser Erfolg wird Union für die nächsten Wochen Auftrieb geben. Am Donnerstag geht es zu Saint-Gilloise. Mit einem weiteren Sieg könnte man – trotz der beiden Niederlagen zum Auftakt – noch die Zwischenrunde der Europa League buchen. In der Bundesliga geht es vor der WM noch nach Leverkusen, gegen den FC Augsburg sowie nach Freiburg. Die Tabellenführung, gegen den Druck des FC Bayern, mit in die Winterpause zu nehmen, wäre ein starkes Zeichen für die Weiterentwicklung Unions, die zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison noch mit sechs Zählern weniger auf Platz 5 standen.

3. Schalke mit ersten kleinen Verbesserungen unter Thomas Reis

Von der Tabellenspitze ans Tabellenende: Schalke 04 hat – mal wieder – eine turbulente Woche hinter sich. Erst ging Sportdirektor Rouven Schröder. Auf der ersten Pressekonferenz von Thomas Reis verwunderte Sportvorstand Peter Knäbel mit einem dermaßen vor Pathos triefenden Statement, dass man fast geneigt war, sich um Schröders körperliche Unversehrtheit zu sorgen: „Er fehlt. Er wird auch noch ganz lange fehlen. Und jeder kennt aus seinem Privatleben das Gefühl des Verlustes. Schmerz, Enttäuschung, Angst und die ewige Frage nach dem Warum. […] Rouven, ich bin mir sicher: Du schaust zu, du schaust uns auf die Finger.“

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Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images

Sollte Rouven Schröder das Spiel seines nun Ex-Klubs gegen den SC Freiburg mitverfolgt haben, dürften auch ihm erste kleinere Verbesserungen aufgefallen sein: Über weite Strecken der ersten Halbzeit gelang es den Schalkern, den Sport-Club zu neutralisieren. Dennoch gelang es nicht, das 0:0 mit in die Pause zu nehmen, weil Vincenzo Grifo einmal mehr seine herausragende Abschlusstechnik unter Beweis stellte. In der zweiten Hälfte spielte Freiburg seine Automatismen und das Momentum der letzten Wochen aus, Grifo schoss vom Punkt, buchstäblich, die Lichter aus, als er die hinter dem Tor postierte Kamera mit seinem Schuss sauber abräumte.

Danach hatten die Gastgeber zwar noch einige gute Chancen auf den Anschlusstreffer, durch Tom Krauß (77′) oder Tobias Mohr (83′). Schalke gelang es dabei besser, zu höheren Ballgewinnen zu kommen. Freiburg erwies sich aber noch als eine Nummer zu groß. Damit bleibt Königsblau bei sechs Zählern stehen. Die gute Nachricht ist, dass Leverkusen auf dem Relegationsplatz nur einen Sieg entfernt ist. Die schlechte: Bis zum VfB Stuttgart, der am Samstagnachmittag einen wichtigen Last-Minute-Sieg gegen Augsburg (2:1) feierte, sind es bereits fünf Zähler. Die noch schlechtere: Bis zur Winterpause warten mit Werder Bremen (A), Mainz 05 (H) und dem FC Bayern (H) drei Mannschaften, die nicht zwingend als Aufbaugegner bekannt sind. Das neue Jahr beginnt für Schalke zuerst in Frankfurt und dann gegen RB Leipzig sowie den 1. FC Köln. „Die Saison ist noch lang genug um Punkte zu sammeln – aber irgendwann müssen wir anfangen“, so Sebastian Polter nach der Partie bei DAZN. Das Topspiel in Bremen wäre aus königsblauer Sicht nicht der schlechteste Zeitpunkt dafür.

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Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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