Bundesliga | Bayern abgezockt, Frankfurt entschlossen – Der richtungweisende 27. Spieltag

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Am Wochenende gewann der FC Bayern in Leipzig 1:0 und Eintracht Frankfurt 2:1 in Dortmund. Sieben Spieltage vor Schluss sind an der Tabellenspitze damit die wichtigsten Entscheidungen gefallen.

Untypisches Spitzenspiel: RB Leipzig dominiert FC Bayern

Die Zahl des Wochenendes ist die Sieben. Sieben Minuten vor der Pause besiegelte Leon Goretzka (26) den Sieg des FC Bayern in Leipzig. In der 87. Minute köpfte André Silva (25) die Eintracht zum Sieg in Dortmund. Dadurch haben die einen sieben Spieltage vor Saisonende sieben Punkte Vorsprung auf Platz 2, die anderen auf Platz 5.

Angesichts dieser Zahlen wollte man sich in Leipzig keinen falschen Illusionen hingeben. Schon vor dem Partie sagte Julian Nagelsmann (33), alles andere als ein RB-Sieg käme einer Entscheidung in der Meisterfrage gleich. Diese Ansicht vertraten die Leipziger auch unisono nach der zweiten Heimniederlage dieser Spielzeit.

 

 

Klar ist, es war kein typisches Bayern-Spiel. RB Leipzig dominierte die Münchener in puncto Ballbesitz (53:47 Prozent), Torschüsse (14:9), gespielten Pässen (541:475) sowie der Passquote (82:80 Prozent). Von Beginn der zweiten Halbzeit bis zur 70. Minute verbuchte RB 9:0 Torschüsse.

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Natürlich wäre die logische Schlussfolgerung, dass die 0:1-Niederlage unglücklich bis unverdient sei. Auch das bestätigten die RB-Verantwortlichen nach dem Spiel. Aber bei allem Druck, den die Leipziger entfachten, war das Endprodukt erstaunlich dünn. Denn eine wichtige Kategorie wusste der FC Bayern für sich zu entscheiden: die Schüsse aufs Tor. 5:2 heißt es dort zugunsten des Rekordmeisters.

RB Leipzig steht sich selbst im Weg

Einzig Marcel Sabitzer (27) gelang es, Manuel Neuer (35) herauszufordern. Und das zweimal aus der Distanz. Demgegenüber steht der blitzsauber herausgespielte Treffer von Leon Goretzka (26), eine Sané-Chance nach Eckball, ein Kopfball von Eric Maxim Choupo-Moting (32) kurz vor der Pause, sowie Abschlüsse von Thomas Müller (31) und erneut Choupo-Moting in der zweiten Halbzeit. Wenn RB in ordentliche Abschlusspositionen kam, so wie Dani Olmo (22), der in der 52. und 53. Minute, vergaben sie diese leichtfertig. In den letzten Minuten verpufften auch die Hereinnahmen der Stürmer Yussuf Poulsen (26), Alexander Sørloth (25) und Hee-Chan Hwang (25) wirkungslos. Letzten Endes agierte RB vielleicht einen Tick zu hektisch und verbissen, stand sich dadurch auch selbst im Weg.

 

 

Der FC Bayern hingegen hat mit diesem Auftritt bewiesen, dass auch das abwartende Spiel zu ihrem Repertoire gehört. Abgezockt, erfahren, ruhig. Eine Eigenschaft, die auch auf dem Weg zur möglichen Titelverteidigung in der Champions League wertvoll werden könnte.

BVB zu fahrig – Watzke kann die Mannschaft nicht mehr in Schutz nehmen

Die Münchener selbst haben das Ticket für nächste Saison – wie selbstverständlich – schon gelöst. Beim Rivalen in Schwarzgelb ist das ungewisser denn je. Denn auch der BVB hatte am vergangenen Wochenende ein Spitzenspiel – es ging gegen Eintracht Frankfurt.

Hätte man die Tabelle zur Seite gelegt und nur auf das Spiel an sich geachtet, man hätte meinen können, es sei die Borussia, die mit vier Punkten Vorsprung in diese Partie geht. Daher ging auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (61) mit dem Team hart ins Gericht: „Ich habe die Mannschaft immer in Schutz genommen. Aber für das Auftreten im Spiel gegen Eintracht Frankfurt kann ich das nicht mehr machen“, sagte er den Ruhr Nachrichten.

Poolfoto Jan Huebner/Pool/imago

„In so einem Endspiel müssen wir eine andere Körperhaltung und eine entschlossenere Ausstrahlung an den Tag legen. Da muss jeder sehen, dass wir als Sieger vom Platz gehen wollen und unser Tor mit aller Macht verteidigen. Das hat mir gefehlt. Das ist eine Willensfrage, und da hat mich die Mannschaft maßlos enttäuscht.“

Mit diesen harten Worten hat Watzke durchaus nicht Unrecht. Denn auch die Frankfurter zelebrierten in keinster Weise Fußball vom anderen Stern. Immer wieder boten sich auf beiden Seiten erstaunliche Räume zwischen den Ketten. Dem BVB gelang es, das Spiel in großen Teilen auf das Frankfurter Tor zu verlagern. Zudem strahlten sie auf dem Papier mehr Torgefahr aus und hatten alle spielerischen Parameter auf ihrer Seite.

 

 

Was fehlte, war das letzte Bisschen. Das letzte Tick Genauigkeit, Präzision und auch – Entschlossenheit. Genau das hat Eintracht Frankfurt in der 87. Minute unter Beweis gestellt. Luka Jovic (23) setzte sich auf dem linken Flügel robust durch, Filip Kostic (28) kratzte den freien Ball noch von der Grundlinie und schlug dabei einmal mehr eine Maßflanke, André Silva erledigte den Rest. Genau diese kleinen Aktionen sind es, die am Ende große Spiele entscheiden – und in der kommenden Saison aller Voraussicht nach die Champions League an den Riederwald bringen.

So sind es sieben Spieltage vor Schluss sieben Punkte die Platz 1 und 2, sowie Platz 4 und 5 trennen. Zwar ließ der FC Bayern Mitte Februar einen solchen Vorsprung auf zwei Punkte zurückschmelzen. Doch angesichts der fortgeschrittenen Saison spricht vieles dafür, dass an diesem 27. Spieltag in puncto Meisterschaft und Champions League die Entscheidung schon gefallen ist – zugunsten des FC Bayern und Eintracht Frankfurt.

Bildquelle: imago

Victor Catalina

 

 

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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