Bundesliga | Bayern hadert, Augsburg auf Kurs – Die Stimmen zum Freitagabendspiel

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News | 2:1 gewann der FC Augsburg im Freitagabendspiel des 12. Bundesliga-Spieltags gegen den FC Bayern. Während der Rekordmeister nach der zweiten Saisonniederlage mit sich selbst und der eigenen Leistung hadert, fühlt sich Augsburg im Kurs der letzten Tage und Wochen bestätigt. DAZN sammelte die Stimmen ein.

„Gewinnen lieben ist das eine, Verlieren hassen, das andere“ – FC Bayern bedient

Und dann war es vollbracht. Daniel Siebert beendete die Partie. Der FC Augsburg besiegte den FC Bayern München 2:1. Von allen Ausgängen, die man erwarten konnte, war das einer der Unwahrscheinlichsten. Aber durchaus kein unverdienter. Während der FCA leidenschaftlich dagegenhielt, fehlte genau das dem Rekordmeister. Oder wie es Julian Nagelsmann nach der Partie am DAZN-Mikrofon formulierte: „Gewinnen lieben ist das eine, Verlieren hassen, das andere“.

Und zum „Verlieren hassen“ gehören, im Nagelsmann-Sprech „talentfreie Aktionen“. Zum Beispiel dem Gegner in persona Iago und Mads Pedersen keine ständige Überzahl auf dem Flügel zu gönnen. Die beiden Tore fielen nach Schema F. Zweimal flankte Iago, einmal landete die Kugel im Rückraum bei Pedersen, einmal auf dem Kopf von André Hahn. „Wir kriegen einfach zu viele Gegentore. Auch auf eine total einfache Art. Was hat Augsburg da heute großartig rausspielen müssen? Das waren zwei Flanken, die wir simpel verteidigen können“, ärgerte sich Bayerns Coach.

 



 

„Natürlich kassierst du aus diesen zwei, drei Szenen nicht jedes Mal zwei Tore. Aber wir haben es dazu kommen lassen, dass du sie kassieren kannst“, so Thomas Müller, der sich für sein 600. Pflichtspiel sicherlich mehr als einen „bitteren Rückschlag in unserem Selbstverständnis“ vorgenommen hatte. Anstatt mit einem Sieg den Druck auf Borussia Dortmund aufrechtzuerhalten, könnte der Vorsprung von vier auf einen Zähler schmelzen.

Maßgeblich für diese Niederlage war auch, dass das Mittelfeld aus Leon Goretzka und Marcel Sabitzer nicht wie erhofft funktionierte. Zu viele Rückpässe, zu wenig Risiko im entscheidenden Moment, obwohl der Platz eigentlich da gewesen wäre. Das monierte auch Nagelsmann. Womit man unweigerlich beim Thema Joshua Kimmich angekommen ist, der sich erneut in Quarantäne begeben musste. „Ich spiele immer sehr gerne mit Jo. Ich glaube, das weiß jeder. Egal, welche Umstände das jetzt mit sich tragen, den Jo Kimmich wollen wir immer in der Mannschaft und auf dem Platz haben“, so Manuel Neuer. Trotzdem fügte Bayerns Kapitän hinzu: „Wir haben auch den Ehrgeiz, hier das Spiel gewinnen zu müssen. Das ohnehin im Überfluss vorhandene Selbstvertrauen des FC Bayern wird aber auch diese Niederlage nicht schmälern, bestätigte auch Neuer.

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„Sie müssen wissen, sie kommen zu uns, das tut einfach weh“ – FCA sieht sich nach Bayern-Sieg im Kurs bestätigt

Auf der anderen Seite wurden indes Träume erfüllt. „Ich bin 34 und habe meinen Traum schon geschafft, wir schlagen Bayern München zuhause“, frohlockte Rafał Gikiewicz, der seinem Landsmann Robert Lewandowski gut zehn Minuten vor Schluss den Doppelpack und Ausgleichstreffer verweigerte.

Ursächlich dafür sei vor allem die Anfangsviertelstunde gewesen, in der der FC Augsburg im bisherigen Saisonverlauf bereits acht Gegentore kassierte. Am Freitagabend kam keines dazu. „Dann kannst du gut ins Spiel kommen. Ich glaube, die ersten zehn Minuten waren eine überragende Leistung von uns“, so Augsburgs Keeper. „Sie müssen wissen, sie kommen zu uns, WWK-Arena, das tut einfach weh, wir können auch Fußball spielen“.

Am Ende gab es einen „grandiosen Abend“, mit einer „vollen Hütte“, an dem „wir unseren Fans was Gutes tun konnten, uns was Gutes tun konnten“, freute sich André Hahn, dessen 2:0 sich als Siegtreffer erwies. Bisher sei man zu passiv, zu wild, bisweilen auch naiv gewesen. „Das haben wir abgestellt, wir haben viele Videoanalysen gemacht. Wir haben auch offen in der Kabine über alles gesprochen, mit dem Trainerteam, aber auch alleine.“ Diese offene Kommunikation stellte sich ebenfalls leistungsfördernd heraus.

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Photo by Sebastian Widmann/Getty Images

Und dann wäre da noch der Trainer. Zum dritten Mal, nach 2014 und 2015 (je 1:0) besiegte Markus Weinzierl den FC Bayern. In den letzten zehn Jahren gelangen nur Jürgen Klopp und Lucien Favre (je vier) mehr Erfolge gegen den Rekordmeister. „Wir haben mit Glück und Geschick heute alles gegeben und gewonnen“. Schon vor der Partie appellierte er an seine Mannschaft, neun von zehn Mal gewänne der FC Bayern. Trotzdem sei es möglich zu punkten oder auch selbst zu gewinnen. Auch intern, fügte er bei DAZN hinzu, hätte die jüngste Heimstatistik herangezogen: „Wir haben die Mannschaft an das gute Spiel von Stuttgart (4:1) erinnert. Wir haben in den letzten drei Heimspielen sieben Punkte geholt, mit dem jetzt aus den letzten vier zehn Punkte. Zuhause sind wir sehr, sehr selbstbewusst. Und das habe ich der Mannschaft nochmal mitgegeben.“

Zudem traf Weinzierl im richtigen Moment auch die richtigen Entscheidungen. Nach der Pause stellte er auf eine Fünferkette um und brachte Raphael Framberger, um die Kreise von Alphonso Davies einzuengen. „Danach ist mehr Spielstärke beim Gegner im Spiel gewesen und das hat uns wehgetan. Aber mit der Fünferkette und den drei davor haben wir das mit sehr viel Laufbereitschaft, sehr viel Willen verteidigt und auch nicht die Hundertprozentigen zugelassen.“

So darf sich Augsburg nach einem Dutzend Spieltagen über ein Dutzend Punkte auf dem Konto freuen. Zudem haben die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf allesamt schwere Aufgaben vor der Brust. Stuttgart muss nach Dortmund, Frankfurt nach Freiburg und Bielefeld empfängt den formstarken VfL Wolfsburg. Gut möglich, dass der FC Augsburg am Sonntag nicht nur als Gewinner des Freitagabendspiels dasteht, sondern auch als Gewinner des Spieltags.

Photo by Sebastian Widmann/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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