Bundesliga | Dortmund ist an Bayern dran – aber auch im Titelrennen?

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News | 2:1 war das Ergebnis des 12. Bundesliga-Spieltags. 2:1 gewann der FC Augsburg gegen den FC Bayern – und Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart. Damit ist der Titelkampf in der Bundesliga faktisch eröffnet. Doch wird es auch ein solcher werden?

Dortmund dreht den Spieß sofort um – und verkürzt den Rückstand

Man hätte es fast vorausahnen können, was sich an diesem Wochenende abspielen sollte. Schon auf der Spieltagspressekonferenz beschwor Markus Weinzierl (46) den Überraschungserfolg gegen den FC Bayern herauf, als er sagte neun von zehn Duellen gewännen die Münchener, aber der FC Augsburg selbst auch die Chance hätte, einfach oder sogar dreifach zu punkten. Genau das passierte auch. Nach Treffern von Mads Pedersen (25) und André Hahn (31) führte der FCA erstmals mit zwei Toren Vorsprung gegen den Rekordmeister, dem kurz darauf lediglich noch der Anschlusstreffer in Person von Robert Lewandowski (33) gelang.

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Photo by Sebastian Widmann/Getty Images

Damit war der Tisch gedeckt für den BVB. Ein Sieg gegen einen verletzungsgebeutelten VfB Stuttgart und sie könnten bis auf einen Zähler heranrücken. Es entwickelte sich eine zähe Partie, in der Donyell Malen (22) sein erstes Bundesligator gelang, bevor U21-Nationalspieler Roberto Massimo (21) Mats Hummels (32) gekonnt aussteigen und die Partie resetten ließ. Fünf Minuten vor Schluss wurde der VfB Opfer seines jugendlichen Übermuts und lief nach eigenem Eckball in einen Konter, Florian Müller (24) parierte noch gegen Thorgan Hazard (28). Der Ball fiel genau in die Bahn von Marco Reus (32), der nur noch einschieben musste. Orel Mangala (23) versuchte noch, die Fußspitze dazwischenzubringen, tat das aber vergeblich. Stuttgart fuhr trotz eines couragierten Auftritts mit leeren Händen nach Hause und übernahm den Relegationsplatz vom FC Augsburg.

Am anderen Ende der Tabelle eröffnet sich urplötzlich wieder ein Titelrennen. Vor der Länderspielpause war das 2:1 noch dem FC Bayern hold, als sie Freiburg im Topspiel besiegten und RB Leipzig Borussia Dortmund. Nun drehte der BVB den Spieß um.

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Bisheriger Saisonverlauf bestätigt Rummenigges Annahme – zehnter Bundesliga-Titel in Folge für Bayern?

Trotzdem bleibt die Frage, ob man nun wirklich einen spannenden Kampf um die Meisterschaft erwarten darf oder die tabellarische Konstellation nur ein Wetterleuchten ist. Bei Sky90 nahm der ehemalige Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge (66), die Luft aus dem Thema: „Bayern München wird – sorry, wenn ich das jetzt sage – auch in dieser Saison wieder deutscher Meister werden.“

Ganz widersprechen kann man ihm nicht. Wenn es diese Saison wichtig wurde, lieferten die Münchener zumeist. Die Spiele in Barcelona (3:0), Dortmund (3:1), Lissabon (4:0) Leipzig (4:1), und Leverkusen (5:1) gewann man nicht nur, sondern wusste dabei auch noch zu glänzen. Gerade das Spiel in Leverkusen hat gezeigt, dass nicht alles, was wie ein Titelkampf aussieht, auch einer ist. Am 7. Spieltag unterlag der FC Bayern Eintracht Frankfurt 1:2, die Werkself konnte mit einem 4:0 auf der Bielefelder Alm nach Punkten gleichziehen.

 

 

Übernächsten Spieltag reist der FC Bayern nach Dortmund. Dass sich eine Situation, analog zu der in Leverkusen ergibt, ist nicht ausgeschlossen. Bei Sky90 sagte Didi Hamann (48), der BVB liefere zwar Ergebnisse, der gute Fußball bliebe dabei aber zu oft auf der Strecke. Tatsächlich gewannen die Dortmunder wettbewerbsübergreifend nur zwei Spiele mit drei oder mehr Toren Differenz: 3:0 in der 1. Pokalrunde bei Drittligist Wehen Wiesbaden und 5:2 am 1. Spieltag gegen Frankfurt. Vor allem in den Duellen mit Ajax (0:4, 1:3) bekam die Borussia klar und deutlich die Grenzen aufgezeigt. Der 1. FC Köln unterlag zwar 0:2 in Dortmund, konnte allerdings 21:8 Torschüsse vorweisen. Zudem steht der BVB bereits bei 18 Gegentoren, soviele wie Bielefeld und nur eins weniger als Bochum.

Kann Dortmund aus Bayerns Impf-Chaos Kapital schlagen?

Trotzdem ist Borussia Dortmund dem FC Bayern in einer Sache ziemlich weit voraus: dem Impfstatus. Alle Spieler der ersten Mannschaft und U23 sind entweder geimpft oder genesen. Genau dieses Thema sorgt momentan an der Säbener Straße für Unruhe. Mit Joshua Kimmich (26), Serge Gnabry (26), Eric Maxim Choupo-Moting (32), Jamal Musiala (18) und Michael Cuisance (22) sind fünf Spieler der ersten Mannschaft ungeimpft. Zuletzt mussten sie sich in Quarantäne begeben, da sie Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten. Laut Berichten der Bild soll es sich dabei um den technischen Direktor Marco Neppe (35) handeln. Solange es dem Verein nicht gelingt, einige der Akteure zum Umdenken zu überreden, schwebt vor jeder Partie das Damoklesschwert über den Münchenern.

Dazu kommt noch eine Diskussion, auf die sie beim Rekordmeister – auf jeden Fall in der Öffentlichkeit – gern verzichtet hätten. Stichwort: Lohnfortzahlung. Seit dem 1. November steht es den Arbeitgebern frei, das Salär im Quarantänefall bei fehlender Impfung einzubehalten. Davon machte offenbar auch der FC Bayern Gebrauch und schaffte sich so endgültig einen Nebenkriegsschauplatz. Inzwischen liest man von unzufriedenen Spielern, Spaltungen innerhalb der Mannschaft, juristischen Schritten, die erwägt werden sollen. Es hat Züge einer Reality-TV-Show. Keeping Up With The Bavarians.

Der Impfnachteil, in Tateinheit mit der Niederlage in Augsburg, sorgt im Moment für Zündstoff beim FC Bayern. Man muss sehen, wie lange es dauert, bis sie der Lage Herr werden. Sollte sich bis zum Spiel in Dortmund nichts geändert haben, könnte der BVB seine Chance wittern und nutzen. Aber auch im Falle eines schwarzgelben Erfolges, ist noch lange nicht gesagt, dass es ein Titelrennen geben wird. Dafür muss Dortmund die Konstanz beibehalten und noch mehr Souveränität in die eigenen Auftritte bekommen. Arbeitssiege können auf Dauer nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Erst dann – und wenn Dortmund etwaige Patzer des FC Bayern weiter konsequent ausnutzt – können wir uns auf eine ähnlich spannende Saison wie 2018/19 freuen.

Photo by Alex Grimm/Getty Images

Victor Catalina

 

 

 

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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