BVB und Jadon Sancho: Das Maximum herausgeholt

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Jadon Sancho verlässt Borussia Dortmund nach vier Jahren in Richtung Manchester United. Es ist das Ende einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem BVB und Sancho.

  • Einigung zwischen dem BVB und Manchester United
  • Sancho zum Star entwickelt
  • Rückkehr in die Heimat

Jadon Sancho wird den BVB verlassen

Mit einem Jahr Verspätung wird es doch passieren: Jadon Sancho (21) wird den BVB verlassen und sich Manchester United anschließen. Dortmund hat via Ad-hoc Meldung bekanntgegeben, dass eine grundsätzliche Einigung zwischen den Klubs besteht und nur noch der Medizincheck aussteht. Es ist das Ende einer über ein Jahr andauernden Transfersaga.

 

Sancho, der in London geboren wurde, hat ereignisreiche vier Jahre beim BVB erlebt. Ende August 2017 wurde sein Wechsel bekannt. Er kam aus der Jugend von Manchester City. „Wir freuen uns sehr, dass Jadon Sancho, der zur Zeit eines der größten Talente im europäischen Fußball ist, unbedingt beim BVB spielen will und wird. Wir sind überzeugt, dass wir diesem noch sehr jungen Spieler dabei helfen können, sein Spiel weiterzuentwickeln und mittelfristig eine echte Bereicherung für unser Team zu werden“, teilte Sportdirektor Michael Zorc damals mit. Er sollte Recht behalten.

Holpriger Start in Dortmund

In der Hinrunde kam der junge Engländer nur vereinzelt zum Einsatz. Peter Stöger, der im Winter von Peter Bosz übernahm, strafte den Offensivspieler auch mit einer Versetzung in die U19 und zur U23, weil er des Öfteren zu spät zum Training kam. In der Rückrunde avancierte er allerdings zu einer echten Alternative. Spätestens beim 4:0-Sieg gegen Leverkusen, bei dem er sein Premierentor für Schwarzgelb erzielte und mit zwei Vorlagen glänzte, waren sich alle bewusst, dass er schon bald zum Stammpersonal der Borussen gehört. Die Spielfreude, die er ausstrahlte, erreichte in einer sonst biederen Saison der Dortmunder kaum jemand.

Als Lucien Favre den Trainerposten übernahm, bremste der Schweizer Sancho noch ein wenig und funktionierte ihn zu einem effektiven Joker um. Erst am siebten Spieltag durfte er von Beginn an ran. Danach war er nicht mehr aus der ersten Elf wegzudenken. 13 Pflichtspieltreffer und 20 Vorlagen hatte der damals 19-Jährige am Saisonende vorzuweisen. Dass Dortmund zwischenzeitlich vom Titel träumen durfte, lag zu einem großen Teil auch an Sancho.

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Sancho: Leistungsträger beim BVB

Die darauffolgende Saison zementierte seinen Status als Toptalent. Allein in der Bundesliga erzielte er 17 Tore und bereitete 17 weitere Treffer vor. Dabei hatte er durchaus langanhaltende Schwächephasen in seinem Spiel. Formschwankungen sind vollkommen normal in seinem Alter und trotzdem konnte er doch immer wieder für einen entscheidenden Moment sorgen. Sancho ist ein besonderer Spieler. Er besitzt die technischen Qualitäten und den Spielwitz, um mehrere Spieler stehen zu lassen, altgediente Profis auf dem Platz mit Kabinettstückchen bloßzustellen, ohne das Hauptziel, nämlich seiner Mannschaft zu helfen, aus dem Blick zu verlieren. Was man ihm ebenfalls sehr hoch anrechnen muss: Er versucht es immer und immer wieder, lässt sich von Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen.

Natürlich registrierte man dies auch in seinem Heimatland England. Manchester United wollte Sancho und er wollte zu den Red Devils. Die perfekte Voraussetzung für einen Wechsel. Dieser scheiterte 2020 allerdings nicht an Corona, vielmehr daran, dass man auf der Insel immer noch nicht zu verstehen scheint, was für ein riesiges Talent Sancho ist.

Nach dem geplatzten Deal legte Sancho eine durchwachsene Hinrunde hin, um dann nach der Winterpause zu explodieren. Insgesamt waren 16 Tore und 20 Vorlagen, die er zum Spiel der Borussen beisteuerte. Er war ein großer Faktor im Erreichen der Champions League und dem DFB-Pokalsieg. Im Finale war der 21-Jährige mit zwei Treffern und einer Vorlage eine zentrale Figur. Sancho gehörte zu den formstärksten Spielern Europas und in der englischen Nationalmannschaft wärmt er dennoch die Bank.

Photo by: Groothuis Witters Pool via TEAM2sportphoto/Imago

BVB und Sancho: Erfolgreiche Zusammenarbeit

Vielleicht wird er in seiner Heimat erst dann die Anerkennung bekommen, die er verdient, wenn er im Blickfeld der Engländer Leistung bringt. Kommt es zum internationalen Fußball, wird die englische Arroganz in diesem Hinblick sehr deutlich sichtbar. Würde Sancho für Aston Villa diese Leistungen bringen, würde er als das Weltklasse-Talent wahrgenommen werden, das er ist. Die 85 Millionen Euro, die United als Fixkosten überweisen muss, sind trotz aller Umstände ein Schnäppchen für die Red Devils.

Für Borussia Dortmund dürfen diese vier Jahre als Musterbeispiel für die aktuelle Ausrichtung des Klubs dienen. Sancho hat sich vom Talent zum Leistungsträger entwickelt, konnte mit dem BVB zum Ende hin sogar einen Titel gewinnen und verlässt den Verein im Guten und sorgt für einen ordentlichen Gewinn, auch wenn er höher hätte ausfallen können. Das ist keine Selbstverständlichkeit. „Wir freuen uns nicht über das Geld, sondern sind eher traurig, dass er weg ist“, erklärte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Seine sportliche Bedeutung ist derart immens, dass sie nicht mit Geld in Dortmund aufgewogen werden kann.

Der BVB und Sancho haben das Maximum aus der Zusammenarbeit herausgeholt. Dass es nicht für mehr als einen Titel reichte, lag keineswegs am Engländer. Dortmund muss zusehen, dass irgendwann der nächste Schritt gelingt und Spieler seines Kalibers ein paar Jahre länger bleiben. Doch angesichts seiner Wurzeln und seiner Qualitäten ist Sancho schlichtweg nicht zu halten gewesen. Ob Manchester United, das in den letzten Jahren zum Millionengrab und zu einer Station wurde, bei der hochveranlagte Spieler chronisch unter ihren Möglichkeiten spielten, die richtige Wahl für den aufstrebenden Dribbler ist, steht hingegen noch in den Sternen. Sancho wird sicherlich dennoch wieder für besondere Momente sorgen. So, wie er es auch immer in der Bundesliga tat.

Photo by Imago

Damian Ozako

Damian Ozako

Als Kind von Tomas Rosicky verzaubert und von Nelson Haedo Valdez auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht worden. Geblieben ist die Leidenschaft für den (offensiven) Fußball. Seit 2018 bei 90PLUS.

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