Die Bundesliga vor Geisterspielen: Die richtige falsche Entscheidung

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Spotlight | Bis zum Jahresende wird man in der Bundesliga wohl wieder Geisterspiele sehen. Unser Redakteur Julius Eid hat ein ungewohntes Problem mit der Entscheidung: Er weiß nicht, was er davon halten soll.

Geisterspiele: Ja oder Nein?

Geisterspiele. Das soll eine der Konsequenzen sein, die jetzt aus der angespannten, pandemischen Lage in unserem Land resultiert. Und wie so ziemlich jede Entscheidung rund um das Coronavirus wird natürlich auch diese Maßnahme heiß diskutiert. Die Einen sind der Meinung, es handelt sich um reine Symbolpolitik. Frische Luft, 2G(+)-Regelung und kaum nachgewiesene Infektionen in Stadien.  Wie kann man da eine solche Entscheidung rechtfertigen?

Zumal es einen Spielraum zwischen Vollauslastung und „0“ gibt, der größer kaum sein könnte. Auf der anderen Seite überschlug man sich am letzten Wochenende vor Empörung als man die Bilder aus dem gefüllten Kölner Stadion sah. Alkoholisierte Menschen auf engem Raum, Nichteinhalten der Maskenpflicht und eine genaue Nachverfolgung von Infektionen rund um den Stadionbesuch ist auch nicht möglich.  Ich habe in dieser Diskussion ein Problem. Ich habe keine Ahnung, wer denn jetzt recht hat.

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Wie des Öfteren, seit ich seit zwei Jahren von zu Hause aus arbeite und immer mal wieder in Unwissenheit zwischen emotionalen Extremen und Meinungen schwanke, war ich zwischenzeitlich mehr bei der einen Seite, dann bei der anderen. Dann beginnt die Recherche. Wer hat denn jetzt Recht? Laut genug sind natürlich wie immer beide Parteien, man muss der Sache selber auf den Grund gehen. Blöderweise stellte sich schnell heraus, dass beide irgendwie auch recht haben. Die oben genannten Argumente sind auf Pro- und Contra-Seite valide.

Also habe ich doch wieder versucht zu fühlen, wem ich denn jetzt recht geben möchte. Ein eher subjektives, emotionales Argument ist die Sprache der Bilder, die volle Stadien liefern. Was löst das aus, in einer Situation in der wir uns einschränken müssen? In der uns ein neuerlich, trauriger Winter bevorsteht? Der Deutschlandfunk zitiert Detlef Wagner, Dezernent für Soziales und Gesundheit in Berlin – beim Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf zu diesem Thema wie folgt: „Es ist natürlich so, wenn ich solche Bilder liefere, dass dann Menschen falsche Schlüsse ziehen und denken: Es ist wieder alles in Ordnung. Und man kann doch. Und das ist natürlich ziemlich fatal“ Alles klar, das kann ich nachvollziehen. Aber das Zitat geht weiter: „Andererseits sind diese Bilder von Sportveranstaltungen, wo Menschen unter Menschen sein können, auch positiv zu bewerten, um einfach zu sagen: ‚Liebe Freunde, es gibt noch ein bisschen Normalität.’“ Puh.

Geisterspiele: Irgendwie aushalten

Vielleicht muss ich es dieses Mal einfach aushalten, keine starke Meinung zu haben, mir nicht sicher zu sein. Vielleicht muss man so langsam, trotz dem großen Internet, wortwörtlich in unserer Hand, akzeptieren, dass eine weltweite Pandemie eines neuartigen SARS-Virus komplex genug ist um nicht jede einzelne Entwicklung und Entscheidung in dieser Pandemie lautstark bewerten zu können.

Vielleicht sind Geisterspiele in der Bundesliga nun eine der Maßnahmen, die kommen muss, weil durch ein Politikversagen massiver Spannweite und Verschwörungstheorien rund um Impfstoffe halt irgenetdwas getan werden muss. Am Ende ist es dann eben so wie bei den meisten dieser Maßnahmen für die meisten Menschen in diesem Land: Man ärgert sich darüber – und man hält sich daran. Nach fast zwei Jahren müssten wir so langsam in der Lage sein, diese Widersprüchlichkeit zu akzeptieren, ohne dem Gegenüber den Kopf abreißen zu wollen. 

 (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Julius Eid

Seit 2018 bei 90PLUS, seit Riquelme Fußballfan. Gerade die emotionale Seite des Sports und Fan-Themen sind Julius‘ Steckenpferd. Alleine deshalb gilt: Klopp vor Guardiola.

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