Hertha | Korkut glaubt an Klassenerhalt: „Mannschaft lebt, lernt und will“

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News | Trotz nur 0,82 Punkten pro Spiel unter keinem Sieg im neuen Jahr glaubt Hertha-Trainer Tayfun Korkut weiterhin an den Klassenerhalt. Der 47-Jährige erlebe eine intakte Mannschaft.

Korkut will, dass „das Auto weiterfährt“

Auch im Fußball bedient man sich gerne den Metaphern, um abstraktere Prozesse darstellen zu können. Bei Hertha BSC ist Trainer Tayfun Korkut (47) in seinem Interview mit Sport Bild in die Welt der Automobilindustrie eingetaucht. „Hertha steckt in einem Veränderungsprozess, mit Fredi Bobic an der Spitze. Wichtig ist, dass man nicht von seinem Weg abkommt und dass es in schwierigen Phasen keinen größeren Schaden gibt“, so Korkut. „Dass es mal eine kleine Delle gibt, damit kann man leben. Wir arbeiten alle gemeinsam daran, dass die Delle nicht zu groß wird und das Auto weiterfährt.“

Der Motor der „alten Dame“, bleibt man in diesem Sprachbild, hat im Jahr 2022 Fehlzündung nach Fehlzündung. Die Berliner konnten im neuen Jahr noch kein einziges Spiel gewinnen, zwei Punkte gab es aus den bisherigen sieben Rückrundenpartien. Korkut, der Pal Dardai (45) Ende November beerbt hatte, hat in seinen elf Bundesliga-Spielen einen schwachen Punkteschnitt von 0,82 vorzuweisen. Dennoch bleibt der 47-Jährige positiv gestimmt. „Weil ich spüre, dass ein großer Zusammenhalt um mich herum herrscht. Weil ich die Qualität der Spieler täglich im Training sehe – mit allen Störfaktoren, die wir im Moment erleben“, führt der Übungsleiter als Gründe auf. „Weil ich spüre, dass sich hier keiner abduckt und jammert. Und weil ich spüre, dass die Mannschaft lebt, lernt und will.“

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Spiele gegen Augsburg, Stuttgart und Bielefeld – Hertha hat es in der eigenen Hand

Nach 24 Spieltagen steht Hertha mit 23 Punkten auf dem Relegationsrang, der Hauptstadtverein befindet sich einmal mehr in der Krise. „Ich mag das Wort Krise nicht. Warum reden wir nicht über Herausforderung? Für mich kommt es auf die Haltung an, wie man mit der Situation umgeht“, entgegnet Korkut. „Die Unruhe von außen ist sowieso da. Der Wind bläst uns von vorne, hinten, links und von rechts entgegen. Jetzt geht es darum, bei diesen Verhältnissen als Einheit geschlossen zu bleiben und standhaft zu sein.“

Korkut, der das volle Vertrauen von Manager Fredi Bobic (50) spürt, will für das letzte Saisondrittel die Einheit beschwören. In den verbleibenden Spielen hat es Hertha allein schon aufgrund der Anzahl der Partien noch in der eigenen Hand, die Liga zu halten. Aber auch die Gegner bieten Chancen: Vom 29. bis 31. Spieltag treten die Berliner gegen den FC Augsburg, VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld an – Korkut war in der Hinrunde bei den beiden letztgenannten Partien bereits Hertha-Coach und holte respektable vier Punkte.

Auch die Personallage könnte die Blau-Weißen positiv stimmen. Nachdem zwischenzeitlich 14 (!) Profis gefehlt hatten, befinden sich mittlerweile nahezu alle Spieler wieder im Training, Korkut kann so sehr aus dem Vollen schöpfen wie schon lange nicht mehr. Er wird es brauchen, der kommende Gegner heißt Eintracht Frankfurt. Nach acht Spielen ohne Sieg und drei Niederlagen infolge braucht Hertha dringend ein Erfolgserlebnis.

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Marc Schwitzky

Erst entfachte Marcelinho die Liebe zum Spiel, dann lieferte Jürgen Klopp die taktische Offenbarung nach. Freund des intensiven schnellen Spiels und der Talentförderung. Bundesliga-Experte und Wortspielakrobat. Seit 2020 im 90PLUS-Team.

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