Mönchengladbach | Eberl: „Die zehn goldenen Jahre sind vorbei“

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News | Borussia Mönchengladbach erlebte eine insgesamt durchwachsene Spielzeit. Unter Adi Hütter soll wieder ein Fortschritt erzielt werden. Wie die aktuellen Planungen aussehen, verriet Max Eberl in einem Interview.

Eberl: „Es wird viele arbeitslose Spieler geben“

Borussia Mönchengladbach beendete eine ziemlich turbulente Saison, die letztlich durch den feststehenden Abgang von Trainer Marco Rose (44) geprägt war, nur auf dem achten Rang. Laut Sportdirektor Max Eberl (47), der ein ausführliches Interview in der Bild am Sonntag gab, seien viele kleine Probleme für die Platzierung außerhalb der internationalen Plätze verantwortlich. Aus seiner Sicht habe Rose den Auftrag bei den Fohlen erfüllt: „Wir haben mit ihm die Champions League erreicht, als es allen Klubs richtig schlecht ging. Damit hat er für den Verein einen großartigen Job geleistet und ihn dadurch finanziell in der Corona-Krise unglaublich entlastet. Im zweiten Jahr haben wir erstmals die K.o.-Runde der Champions League geschafft. Der einzige Wermutstropfen ist in der zweiten Saison Platz 8 in der Liga.“

 

Aktuell rede er viel mit dem neuen Chefcoach Adi Hütter (51), dessen Entwicklung und seinen Spielstil er über sieben Jahre aufmerksam verfolgt habe. Eine detaillierte Arbeit sei dagegen noch nicht möglich: „Eine tiefe Kader-Planung kann man aufgrund der unklaren Transfersituation noch nicht machen. Fakt ist, dass wir Kosten einsparen müssen und den Kader schlanker machen wollen. Das heißt nicht, dass wir kleiner, sondern anders werden. Wir wollen wieder mehr auf junge, ambitionierte Spieler setzen.“ Eberl sieht in der Krise „auch eine Chance“, da viele Klubs „verstärkt auf die eigene Jugend setzen werden, wovon der deutsche Nachwuchs profitieren wird.“

Der erfolgreiche Sportdirektor gehe davon aus, dass der Transfermarkt erst durch die englischen Klubs kosgestoßen werde: „Deshalb werden Transfers diesen Sommer wahrscheinlich spät abgewickelt.“ Eberl rechnet sogar damit, dass sich viele Profis auf „eine harte Zeit“ einstellen müssen. Denn „ich glaube schon, dass es diesen Sommer aufgrund der Corona-Krise viele arbeitslose Spieler geben und nicht jeder automatisch einen neuen Verein finden wird.“

„Wir planen natürlich schon die ein oder andere Veränderung“

Borussia Mönchengladbach tätigte mit Hütter sowie Hannes Wolf (22), der fest aus Leipzig kam und Kouadio Koné (20) vom FC Toulouse bereits drei Transfers. Die Aktivitäten sind aber noch längst nicht beendet. „Wir planen natürlich schon noch die ein oder andere Veränderung“, so Eberl. Auch auf der Abgabeseite könnte sich etwas tun. EM-Teilnehmer Matthias Ginter (27) besitzt nur noch ein Jahr Restvertrag. Noch ist eine Verlängerung nicht in Aussicht. Der umtriebige Manager betonte: „Wir müssen uns zusammensetzen und gemeinsam eine Lösung finden. In Corona-Zeiten müssen alle aufeinander zugehen und fair miteinander umgehen. Grundsätzlich halten wir unsere Verträge aber natürlich ein.“ Es sei aber nicht der Wunsch, ihn ablösefrei gehen zu lassen.

Mit einem erhöhten Gehalt könne Mönchengladbach Ginter wohl nicht locken. „Wir haben Corona, wir haben zusätzlich einen kleineren TV-Vertrag. Die zehn goldenen Jahre, in denen es immer nur mehr und mehr gab, sind vorbei. Spieler, Berater, Klubs – alle müssen einen Schritt zurückgehen. Die wenigsten werden so gute Verträge wie vor Corona bekommen“, erklärte Eberl, der auf dem Transfermarkt ohnehin „gar nichts ausschließen kann.“ Und er muss es bekanntlich wissen, angesichts seiner zumeist gelungenen Handlungen.

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(Photo: Imago)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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