Borussia Mönchengladbach hat sich durch den 1:0-Sieg gegen Borussia Dortmund am Sonntag den ersehnten Klassenerhalt in der Bundesliga gesichert. Dieser Meilenstein täuscht allerdings nur bedingt über die unzufriedenstellende Saison der Fohlen hinweg. Sportdirektor Rouven Schröder deutete im Sky-Interview nach der Partie große anstehende Veränderungen an. Der Bestandskader soll aufgeräumt werden.
„Planungssicherheit? Diese zwei Spiele sind vor allem auch dazu da, um sich nochmal richtig hereinzuhauen, denn die Frage ist, mit wem wir in der neuen Saison planen und wer gehen kann. Es wird sicher einige in unserem Kader geben, die mit ihrer aktuellen Situation und ihren Einsatzzeiten gar nicht zufrieden sind. Da wird es Gespräche geben, das ist doch klar.“
Schröder spielt auf den alles andere als bedeutungslosen Saisonendspurt an. Auswärts in Augsburg und zuhause gegen Hoffenheim will sich die Borussia nochmal möglichst überzeugend präsentieren. Der 50-Jährige wird ganz genau hinschauen, wer die Situation ernst nimmt. Ansonsten wird laut Berichten der BILD durchgegriffen und aussortiert.
Gladbachs Kader braucht Kernsanierung, Tabakovic und Engelhardt müssen ersetzt werden
Nicht bei allen Akteuren ist eine vollumfassende Analyse notwendig. Ganz sicher verlassen werden die Leihspieler den Borussia-Park. Schwer wiegt der Verlust von Stürmer Haris Tabakovic und Mittelfeldspieler Yannik Engelhardt. Keine Träne hinterher weinen wird man auf der anderen Seite Kota Sakai und Alejo Sarco. Beide hatten kaum bis gar keinen Impact auf das Gladbacher Spiel. Zudem läuft der Vertrag von Innenverteidiger Marvin Friedrich aus, auch sein Verbleib ist unwahrscheinlich.

Deutlich mehr Arbeit kommt für Schröder in Bezug auf die Leih-Rückkehrer zu. Für Torhüter Jonas Omlin hat Trainer Eugen Polanski spätestens nach der anstehenden Verpflichtung von Daniel Batz keine Verwendung. Tomas Cvancara könnte zumindest zu günstigen Bezügen gehalten werden, da Tabakovic eine große Lücke im Sturmzentrum hinterlässt.
In eine dritte Kategorie fallen Spieler des aktuellen Kaders, die trotz Vertrag sportlich nicht zur Geltung kommen. Der Status von Bankdrücker Florian Neuhaus als Top-Verdiener muss sich zwingend ändern, auch Lukas Ullrich und Gio Reyna hatten zuletzt unter Polanski keine Perspektive.
Keine leichte Aufgabe für Schröder, der alle Hände voll zu tun haben wird. Immerhin mit der Gewissheit auch in der kommenden Spielzeit erstklassig zu sein, das ist das einzig Positive an der Gladbacher Situation.

