Die 7 Awards zum 12. Spieltag der Bundesliga: „Was erlauben Bobek?“

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Der 12. Spieltag der Bundesliga ist vorüber. Im Fokus standen dieses Mal Slapstick-Einlagen in Stuttgart, die für Schalke sprechende Historie sowie die Frisur (?) von Robert Lewandowski. Ach ja, Martin Schmidt kann doch noch siegen!

 

„Nimm du ihn, ich hab ihn sicher“ des Tages – Roman Bürki & Marc Barta

Nein, es läuft einfach aktuell nicht beim BVB. In den letzten fünf Spielen (mit dem traurigen Ligahöchstwert von 14 Gegentoren) sammelte man lediglich einen Punkt, noch vor rund zwei Monaten hatte der Klub gar fünf Punkte Vorsprung auf den FC Bayern München. Dass dieser Vorsprung nicht über die ganze Saison so zu halten sein wird, war den meisten Fans sowieso bewusst. Allerdings darf man ihn auch nicht „so“ wegschmeißen, wie es durch haarsträubende individuelle Fehler in den letzten Wochen geschehen ist.

Am Freitagabend in Stuttgart gab es eine neue Ausgabe von „Pech, Pleiten & Pannen“ der Dortmunder Hintermannschaft. Die Kommunikation von Marc Bartra und Roman Bürki (in den letzten Wochen durchaus häufig unglücklicher Protagonist) stimmte überhaupt nicht, der eine passte dem anderen aus kurzer Distanz zu fest in den Fuß – Chadrac Akolo bedankte sich artig und schob zur Führung ein. Auch beim zweiten Gegentreffer sah die (abermals) viel zu weit ausgerückte BVB-Hintermannschaft nicht gut aus. Ob Peter Bosz dem Team mit seinem sturen Festhalten an das 4-3-3 System einen Gefallen tut, darf angezweifelt werden.

(Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

 

Verhängnisvolle Videos des Tages – Pierre Emerick Aubameyang & 1. FC Köln

Der Torschützenkönig der vergangenen Saison sah die Einlagen seiner Kollegen übrigens nur von der Couch aus, wenn er denn überhaupt eingeschaltet hatte. Dem Vernehmen nach soll Pierre-Emerick Aubameyang stinksauer auf seiner Mannschaftskameraden sein, fühlt sich sogar von ihnen „verraten“. Anscheinend sollen einige Mitspieler keine Lust mehr auf die Extravaganzen des Stürmers haben, welcher es angeblich nicht so genau mit dem Trainingsbeginn in letzter Zeit nahm. Als er dann auch noch einen privaten Videodreh mit Freestyler Sean Garnier auf dem Vereinsgelände organisierte, flog der Gabuner für das Spiel beim VfB aus dem Kader. Immerhin: Vor fast genau einem Jahr wurde Aubameyang ebenfalls suspendiert und schoss im Spiel darauf vier Treffer.

Die Chance, dass dies erneut geschieht, ist durchaus höher anzusehen, als dass die Kölner mal vier Tore in einem Spiel machen. Bei der Partie in Mainz wollte dies auch in Überzahl (nach einer völlig überzogenen Roten Karte gegen Giulio Donati) nicht so recht gelingen, am Ende stand eine 0:1 Niederlage. Das Tor des Tages erzielte Daniel Brosinski nach einem lächerlichen Elfmeterpfiff von Dr. Felix Brych. Pablo de Blasis schwalbte wie einst Andy Möller 1995 gegen Karlsruher SC durch den Strafraum. Doch komischerweise bestätigte der Video-Assistent die Entscheidung! Durchaus bitter für die Kölner: Bereits gegen Dortmund & Stuttgart wurde man durch die technische Neuerung benachteiligt. Von dem Klub oder Trainer Peter Stöger wird mit Sicherheit niemals ein flammendes Plädoyer für die bereits jetzt umstrittene Zuhilfenahme zu hören sein.

(Photo SASCHA SCHUERMANN/AFP/Getty Images)

 

„Strunz“ des Tages – Robert Lewandowski

Oliver Kahn: Natur, Stefan Effenberg: Natur, sogar Tobias Rau: Natur. Der letzte Fußballer, welcher beim FC Bayern dermaßen Mut besaß (die Entscheidung von Mats Hummels im letzten Dezember kam wohl nicht wegen der eigenen Überzeugung zustande) sich seine Haare dermaßen zu verunstalten, war in den späten 1990ern Jahren Thomas Strunz. Ja genau, der heutige DoPa-Experte und einst Gegenstand der größten Schimpftirade in der deutschen Fußball-Geschichte – es wurde gar gemunkelt, dass Strunz sich seine Haare wasserstoffblond färben musste, damit Giovanni Trapattoni ihn besser auf dem Spielfeld überwachen kann.

Die Gründe für Lewandowskis Verwandlung sind wohl eher privater Natur. Trainer Jupp Heynckes beschrieb es „als so eine Phase eines jungen Mannes…“. Den sportlichen Leistungen hat es jedenfalls nicht geschadet: Der Pole erzielte beim Heimsieg gegen den FC Augsburg einen Doppelpack. Übrigens: Bei den Bayern lassen momentan ebenso Jerome Boateng und Rafinha die „Thomas Strunz“-Revival-Wochen aufleben.

(Photo by CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images

 

Hoffnungen des Tages – Clemens Tönnies & Schalke 04

Die Schalker gehören ganz klar zu den positiven Überraschungen in dieser Saison. Angeführt von einem nahezu unbeschriebenen Blatt auf der Trainerbank finden sich die „Königsblauen“ Ende November auf dem zweiten Platz wieder. Nur logisch, dass dieser Zustand Erinnerungen an die erste Dekade der 2000 Jahre generiert, als man die Schalker getrost als „Bayern-Jäger Nummer 1“ bezeichnen konnte. Domenico Tedesco scheint dem Begriff „Heilsbringer“ eher gerecht zu werden, als viele seiner zahlreichen Vorgänger.

Dennoch sollte man Vorstandschef Clemens Tönnies ein wenig bremsen. Der haute, nachdem man den schwarz-gelben Erzrivalen tabellarisch überflügelte, gleich mal einen raus: „Wir wollen Dortmund auf Dauer überholen!“ Dies bezog Tönnies keinesfalls nur auf die sportliche Situation. Man kann nur hoffen, dass dem Schalke-Boss eine gewisse Statistik vorenthalten wird: Italien hat sich ja bekanntlich nicht für die Weltmeisterschaft 2018 qualifiziert. Das letzte Mal fehlte die „Squadra Azzurra“ bei der Endrunde 1958, in diesem Jahr wurden die „Knappen“ übrigens das letzte Mal deutscher Meister…

(Photo by PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

 

Erleichterung des Tages – Martin Schmidt & VfL Wolfsburg

Am 18. September trat Martin Schmidt die Nachfolge von Andries Jonker beim VfL Wolfsburg an. Auf den Tag genau zwei Monate später feierte er seinen ersten Sieg in der Bundesliga mit seinem Klub. Klingt erst mal mäßig, allerdings ist das Team unter dem Schweizer bis dahin ungeschlagen geblieben. Sage und schreibe sieben Remis in Folge sammelten die Wölfe. Der Sieg am Samstag gegen den SC Freiburg verhinderte das Gleichziehen mit dem Rekordhalter Waldhof Mannheim – die Mannheimer schafften es sogar acht Mal in Folge Unentschieden zu spielen.

So konnte sich Wolfsburg erst Mal ein wenig Luft im Abstiegskampf verschaffen. Yunus Malli war bei dem 3:1 Erfolg mit einem Doppelpack der auserkorene „Remis-Killer“.

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

 

Schützenfest des Tages – Olympiastadion Berlin

Zugegeben, wenn die Borussia aus Mönchengladbach beteiligt ist, kommen in dieser Runde oftmals wilde Spiele zustande: Bei den 1:6 und 2:5 Pleiten in Dortmund und gegen Leverkusen war die Mannschaft nicht einmal dermaßen unterlegen, wie es die Ergebnisse wiederspiegeln. Möglicherweise ein wenig davon irritiert, entschied sich Hertha-Coach Pal Dardai zum ersten Mal die Doppelspitze aus Vedad Ibisevic und Davie Selke aufzubieten.

Das Resultat: Die Gladbacher führten durch Treffer von Lars Stindl, Thorgan Hazard und Raffael nach zwanzig Minuten mit 3:0 im Berliner Olympiastadion. Allerdings wären die „Fohlen“ eben nicht die „Fohlen“, wenn es nicht noch einmal spannend geworden wäre. Die Berliner kamen noch einmal auf 2:3 heran, ehe Raffael mit seinem zweiten Treffer gegen seinen Ex-Klub den Endstand besorgte.

(Photo by Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

 

Fluchbrecher des Tages – Florian Kohfeldt

Kein Sieg und lediglich vier Treffer nach elf Spielen – die Bremer Bilanz war (eigentlich ist sie es trotz des Sieges immer noch) wirklich zum Gruseln. Trainer Alexander Nouri musste daraufhin die Koffer packen, vor dem Sonntag hatte Werder damit genau so viele Trainer gefeuert, wie Tore im eigenen Weser-Stadion erzielt.

Am Samstag folgte unter dem neuen Trainer Florian Kohfeldt dann endlich erhoffte Befreiungsschlag: Der Aufsteiger aus Hannover wurde mit gleich vier Treffern im Gepäck heimgeschickt. Maßgeblich daran beteiligt war unter anderem das Wiederaufleben des „K/B-Sturms“ aus der vergangenen Saison: Fin Bartels machte den ersten Treffer, während Max Kruse in der zweiten Halbzeit einen lupenreinen Hattrick erzielte. Es ist zwar nicht der legendäre „K/K-Sturm“ (Klose & Klasnic) aus den glorreichen Zeiten, allerdings können die Bremer Anhänger dank dem aktuellen Duo wieder ein wenig zuversichtlicher in die kommenden Wochen blicken.

(Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

 

Marius Merck

Eine Autogrammstunde von Fritz Walter weckte die Leidenschaft für diese Sportart, die über eine (“herausragende”) Amateurkarriere bis zur Gründung von 90PLUS führte. Bei seinem erklärten Ziel, endlich ein “Erfolgsfan” zu werden, weiter erfolglos.

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