Vorschau | Bremen zum Auftakt gegen Hannover gefordert

Veljkovic (Bremen) Weydandt (Hannover) im Zweikampf
Vorschau

Vorschau | Für Werder Bremen ist es die erste Saison in der 2. Bundesliga seit 41 Jahren. Zum Auftakt trifft Werder Bremen auf Hannover 96, die endlich wieder um den Aufstieg mitspielen wollen.

Anpfiff der Partie ist am Samstag, 20:30 Uhr, live bei Sky und Sport1.

  • Werder Bremen in der neuen Rolle des Favoriten
  • Kader von Bremen noch nicht final
  • Hannover 96: Angreifen der Spitzengruppe

SV Werder Bremen: Mission direkter Wiederaufstieg

Die Enttäuschung beim SV Werder Bremen nach dem Bundesliga-Abstieg war riesig. Allerdings war es ein Abstieg mit Ansage. Ähnlich wie bei Mitabsteiger FC Schalke 04 oder Vorgänger Hamburger SV hatte sich der sportliche Niedergang angedeutet. Es war nur eine Frage der Zeit, ehe es auch Bremen erwischen würde. Nachdem die Mannschaft unter Florian Kohfeldt (38) zunächst guten Fußball bot, folgte in den nächsten Jahren sportliche Stagnation.



Dazu kamen Abgänge von Schlüsselspielern wie Max Kruse (33) oder Thomas Delaney (29). Die Mannschaft fand sich auf einmal im unteren Tabellendrittel wieder und es war offensichtlich, dass die Spieler nicht wussten, wie Abstiegskampf geht. All das kratzt aber nur an der Oberfläche. Dennoch sind diese Dinge unter anderem für den Abstieg in Liga zwei verantwortlich. Dort startet man nun direkt im ersten abendlichen Topspiel der Saison gegen einen vermeintlichen direkten Mitstreiter um den Aufstieg.

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Wie gut ist Werder auf diese so starke zweite Bundesliga vorbereitet? Objektiv betrachtet hat sich kadertechnisch nicht viel getan. Vor allem im Vergleich zu den Konkurrenten. Mit Theodor Gebre-Selassie (34) und Milot Rashica (25) verließen zwei Stammspieler den Verein, die bislang nicht ersetzt worden sind. Vor allem im Mittelfeld besteht eigentlich noch Handlungsbedarf.

Werder-Kader vor Saisonauftakt wohl noch nicht final

Denn zwar finden sich dort viele technisch beschlagene Spieler wie Romano Schmid (21), Kevin Möhwald (28), Leonardo Bittencourt (27) oder Maximilian Eggestein (24). Allerdings fehlt es an Physis, Zweikampfstärke und körperlicher Präsenz. Ja, Eggestein reißt Kilometer ab, ist aber kein gelernter Ausputzer oder defensiver Abräumer. Christian Groß (32) kann diese Rolle ausfüllen, ist aber eher in der Innenverteidigung zu Hause und wäre nur eine Notlösung. Zudem fehlt es an „echten“ Flügelspielern.

Neu-Coach Markus Anfang (47) agiert gerne aus einem 4-3-3 oder 4-1-4-1 heraus. In der Vorbereitung wichen Johannes Eggestein (23), Bittencourt oder Eren Dinkci (19) auf die Außen aus, sind aber eben keine gelernten Außenbahnspieler. Im Saisonverlauf könnte dies zum Problem werden. Im Sturmzentrum ist man gut besetzt, hat mit Niclas Füllkrug (28), Josh Sargent (21) und Yuya Osako (31) genügend Alternativen. Gegen Hannover wird es auch auf Füllkrugs Torjägerqualitäten ankommen.

Sinisterra (Feyenoord) Mbom (Bremen) im Zweikampf

Photo: VI ANP Sport / ANP IV / Imago

Das Duell gegen die Niedersachsen wird auch ein erstes richtungsweisendes Kräftemessen sein. Für viele Spieler ist es zudem eine neue Situation der „Favorit“ zu sein. „Für mich persönlich ist es auch das erste Mal, dass man um die ersten Plätze spielt, daher ist es wichtig, gut in die Saison zu starten“, erklärte Maxi Eggestein. „Hannover ist sicher auch eine Mannschaft, die oben mitspielen möchte“, konstatierte er.

Gegen Hannover werden Dinkci, Bittencourt, Milos Veljkovic (25) und Neuzugang Thore Jacobsen (24) verletzt fehlen. Auch Stammkeeper Jiri Pavlenka (29) fällt mit Rückenproblemen aus.

Hannover 96: Festsetzen in der Spitzengruppe?

„Wir haben vernünftig und gut trainiert. Ich habe ein gutes Gefühl in dieser Woche mit den Jungs. Wir sind sehr fokussiert. Ich bin gut drauf und hoffe, das bleibt am Samstag auch so“, sagte der neue 96-Coach Jan Zimmermann (41) auf der Pressekonferenz vor der Partie. Der Übungsleiter ist seit Juli neuer Trainer der Niedersachsen, trainierte zuvor drei Jahre lang Drittligist TSV Havelse.

Über die Schwere der kommenden Aufgabe ist er sich bewusst. „Sie (Werder, Anm.d.Red.) haben noch eine Menge Jungs aus der Bundesliga-Mannschaft dabei, sie haben eine gute Qualität“, betonte Zimmermann. „Markus Anfang hat auch einen guten Plan. Da werden wir gefordert sein, einen guten Plan dagegen zu haben“, ergänzte er.

Hannover Trainerteam im Training

Photo by Imago

Die Vorbereitung von 96 lief von den Resultaten her durchwachsen. Nur einen Sieg konnte die Zimmermann-Elf verzeichnen, ein 1:0 gegen Drittligist Viktoria Berlin. Gegen den FC St. Pauli (0:2), Bundesligist Arminia Bielefeld (0:1) und Drittligist FC Magdeburg (2:4) ging man als Verlierer vom Platz. Im Duell mit Hertha BSC gelang ein turbulentes 4:4-Unentschieden und auch gegen den SC Paderborn (1:1) gab es ein Remis.

Hannover schwer einzuschätzen

Nachdem Hannover es in den Jahren seit dem Abstieg verpasst hat, sich in der Spitzengruppe der zweiten Bundesliga festzusetzen, soll dies in dieser Saison anders werden. In der abgelaufenen Spielzeit landete 96 am Ende auf einem ernüchternden 13. Platz und hatte zu keinem Zeitpunkt etwas mit dem Aufstieg zu tun .Unter anderem aufgrund dieser sportlichen Stagnation musste Kenan Kocak (40) den Trainerposten räumen.

Zimmermann ruft jedoch keinen Tabellenplatz als Ziel aus. „Wir haben mit der Mannschaft Ziele festgelegt“, bestätigte er. „Das machen wir aber nicht an einem Tabellenplatz fest, sondern an unserer Entwicklung und wie wir auftreten – an inhaltlichen Zielen“, fügte Zimmermann hinzu. In der Vorbereitung variierte der Trainer mit seinem System. Mal schickte er seine Mannschaft im 3-4-3 aufs Feld, mal im klassischen 4-1-4-1.

Kerk, Muslija (beide Hannover) klatschen sich ab

Photo by Imago

Vor dem Duell gegen Bremen stehen bei Hannover allerdings andere Dinge schon fest. Ron-Robert Zieler (32) wird das Tor der Niedersachsen hüten. Zudem hat aktuell Sei Muroya (27) die Nase vorn vor Neuzugang Jannik Dehm (25). „Er wird auf jeden Fall mit nach Bremen fahren, aber nicht von Anfang an spielen“, sagte Zimmermann über den Neuzugang.

Anders als der Gegner hat Hannover keinerlei Verletzungen oder Ausfälle zu beklagen und fährt mit der vollen Kapelle zum Auswärtsspiel nach Bremen.

Prognose

Die 2. Bundesliga ist für Werder Bremen Neuland, Hannover 96 kennt sich in der Liga bereits aus. Die Saison wird nicht am ersten Spieltag entschieden, allerdings könnte es bereits ein erstes Zeichen sein, wohin es für beide Vereine gehen könnte. Mit einem Auftaktsieg lässt es sich deutlich unbeschwerter in die nächsten Wochen gehen. Zwar ist Bremen als Absteiger auf dem Papier der Favorit, allerdings ist 96 einiges zuzutrauen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Hannover am Ende drei Punkte aus Bremen entführt. 

Mögliche Aufstellungen:

SV Werder Bremen: Kapino – Mbom, Toprak, Friedl, Agu – Eggestein, Möhwald, Schmid – Sargent, Füülkrug, Sargent

Hannover 96: Zieler – Muroya, Franke, Falette, Hult – Frantz – Maina, Kaiser, Ernst, Kerk – Ducksch

Sarom Siebenhaar

Die Oranje-Connection entfachte seine Leidenschaft für den HSV. Durch zahlreiche Tiefen schmecken die vereinzelten Höhen umso süßer. Schätzt attraktiven Offensivfußball genauso wie kämpferische Höchstleistungen. Internationaler Top-Fußball findet sich nicht nur in den Big Five. Seit 2021 bei 90PLUS.

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