La Liga Vorschau | Beginn einer neuen Zeitrechnung – Atletico Madrid vs. FC Getafe

Vorschau

Vorschau | Atletico Madrid hat einen gewaltigen Umbruch hinter sich. Etliche Leistungsträger haben den Verein verlassen und wurden durch zahlreiche Neuzugänge ersetzt. Die kommende Saison dürfte demnach eine große Herausforderung für den Verein und Trainer Diego Simeone werden. Gegner Getafe hat einen wesentlich ruhigeren Sommer hinter sich, steht aber vor einer nicht minder spannenden Saison. Das Spiel am Sonntagabend ist also für beide Teams der Auftakt in eine aufregende Saison.

Anpfiff der Partie ist am Sonntag, 22:00 Uhr, live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

Atletico Madrid

Atletico Madrid hat, wie bereits erwähnt, einen großen Umbruch hinter sich. Gerade die Defensive, das Fundament des Erfolgs der letzten Jahre, wurde komplett neuaufgestellt. Diego Godin, Lucas Hernandez, Filipe Luis und Juanfran sind gegangen und wurden u.a. durch Felipe, Mario Hermoso, Renan Lodi und Kieran Trippier ersetzt. Dazu kommen, neben einigen anderen, auch noch die Abgänge von Spielmacher (aus der Tiefe) Rodri und Top-Torjäger Antoine Griezmann, die durch Marcos Llorente, Hector Herrera und Joao Felix ersetzt worden sind.

Spektakulärer Felix

Die „Colchoneros“ haben also einen komplett anderen Anstrich bekommen, doch die Leistungen in der Vorbereitung geben Anlass zur Hoffnung, dass dieser Umbruch weitestgehend problemlos vonstatten gehen könnte. Der 7:3-Sieg gegen Real Madrid war beeindruckend, doch auch die Spiele gegen Juventus Turin und die MLS-Allstars brachten sehr positive Erkenntnisse mit sich. Vor allem Top-Neuzugang Joao Felix wusste dabei außerordentlich zu überzeugen und war schlichtweg spektakulär. Im Hinblick auf die Defensive bleiben allerdings noch einige Fragezeichen bestehen. Gerade der Abgang von Diego Godin dürfte nicht zu kompensieren sein.

Trotz des Umbruchs ist nicht zwingend damit zu rechnen, dass Atletico von Trainer Simeone einen anderen Stil verordnet bekommt. Die Neuzugänge sprechen stark dafür, dass der Argentinier weiterhin mit seinem 4-4-2-System plant. Felix wird dabei die Rolle Griezmanns, als hängende Spitze einnehmen, während die Rolle des Rodri-Ersatzes noch nicht endgültig vergeben ist. Hier sind Thomas Partey, Marcos Llorente und Herrera denkbare Kandidaten. Die anderen Plätze im Vierer-Mittelfeld dürften durch die Platzhirsche Koke und Saul, sowie Thomas Lemar, der immer besser anzukommen scheint, eingenommen werden. In der Viererkette wird Simeone womöglich zunächst auf die etablierten Savic und Gimenez zurückgreifen und auch im Tor ist mit Oblak noch eine der gewohnten Stützen des Teams vorhanden.

Lieblingsgegner Getafe

Mit dem verletzten Sime Vrsaljko (spielt wohl sonst auch keine Rolle mehr), sowie den beiden rot-gesperrten Correa (weiterhin bei Milan im Gespräch) und Diego Costa, stehen immerhin drei Spieler nicht zur Verfügung.

Der FC Getafe ist unterdessen, zumindest auf dem Papier, ein angenehmer Gegner für den Auftakt. In der abgelaufenen Saison konnte Atletico beide Spiele mit jeweils 2:0 für sich entscheiden. Ohnehin konnten die „Rojiblancos“ die letzten zehn Ligaspiele gegen die „Azulones“ allesamt gewinnen. Die letzte Niederlage gab es 2011. Darüber hinaus ist ein Heimspiel für Atletico immer ein Vorteil, in der letzten Saison holte kein Team mehr Punkte im eigenen Stadion als sie (Barça holte allerdings auch 48 Punkte). Gute Aussichten!

(Photo by Sam Greenwood/Getty Images)

FC Getafe

Der FC Getafe geht in seine nun schon dritte La Liga Saison am Stück (seit dem Aufstieg 2017) und möchte die bisherige Erfolgsgeschichte weiterführen. In der ersten Saison erreichten sie einen sensationellen achten Rang, nur um diesen in der Saison 2018/19 mit einem noch besseren fünften Platz zu toppen. Über weite Strecken sah es sogar danach aus, als könnten sie sich für die Champions League qualifizieren (am Ende fehlten zwei Punkte), doch auch die Qualifikation für die Europa League ist ein herausragender Erfolg für den kleinen Verein aus der Madrider Vorstadt.

Europa League – Fluch und Segen

Die Teilnahme an der Europa League ist für einen kleinen Verein wie Getafe aber immer auch Fluch und Segen zugleich. Die zusätzliche Belastung, der Bedarf nach einem größeren Kader, weniger Zeit auf dem Trainingsplatz und die Rotation haben schon vielen Teams zuvor sehr zu schaffen gemacht und führten zu großen Problemen in der Liga. Diese möchte man im Coliseum Alfonso Perez natürlich nach Möglichkeit vermeiden, doch der Gefahr sind sich die Verantwortlichen mehr als bewusst.

Mit den Neuzugängen Enric Gallego Faycal Fajr, Allan Nyom, Etxeita, Raul Garcia und Marc Cucurella hat man dem Kader etwas mehr Tiefe verliehen und die Konkurrenz verschärft, während bisher gleichzeitig alle (!) Leistungsträger gehalten werden konnten. Getafe blickt also auf eine bisher höchst erfolgreiche Transferphase zurück.

Viel Altbewährtes

Wie bei Atletico Madrid, ist auch beim FC Getafe nicht zu erwarten, dass ein neuer Stil etabliert wird. Trainer Pepe Bordalas wird, wie Kollege Simeone, mit großer Wahrscheinlichkeit auf sein vertrautes 4-4-2-System zurückgreifen. Ohnehin erinnert das Spiel Getafes unter Bordalas schwer an Atletico Madrid. Aus einer kompakten Defensive mit zwei eng stehenden Viererketten wird dynamisch gekontert, dazu kommen große Qualitäten bei Standardsituationen und die Bereitschaft auch dreckig zu spielen. Das Spiel am Sonntagabend könnte, angesichts der beiden Teams, also durchaus schwere Kost werden.

Interessant wird unterdessen, wer im ersten Spiel einen der begehrten Plätze in der Startelf bekommt. Von den Neuzugängen dürften Cucurella, Nyom und Garcia die besten Chancen besitzen. Ansonsten werden wir womöglich viele bekannte Gesichter sehen, Soria, Djene, Arambarri, Molina oder auch Jaime Mata. Abgesehen vom verletzten Antunes, stehen auch alle Spieler zur Verfügung.

(Photo by ANDER GILLENEA/AFP/Getty Images)

Prognose

Atletico ist natürlich der große Favorit und hält beinahe alle Trümpfe in der Hand – die höhere individuelle Qualität, die Heimstärke, den direkten Vergleich und die gute Form. Getafes großer Vorteil dürfte aber darin liegen, dass die Mannschaft auf bekannte Abläufe zurückgreifen kann und womöglich weniger Abstimmungsprobleme haben wird, was für Teams, die auf einen sehr kollektiven Ansatz setzen (wie diese beiden), sehr wichtig ist. In der Vorbereitung schien Atletico allerdings schon sehr weit zu sein, was das ein wenig abschwächen könnte. Im Normalfall dürften die Hausherren also als Sieger aus dem Spiel gehen, auch wenn Getafe durchaus das Potenzial zum „Favoritenschreck“ mitbringt.

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Mögliche Aufstellung

Atletico Madrid: Oblak – Trippier, Savic, Gimenez, Renan Lodi – Koke, Llorente, Saul, Lemar – Joao Felix, Morata

FC Getafe: David Soria – Damian Suarez, Djene, Cabrera, Raul Garcia – Nyom, Arambarri, Markel, Cucurella – Mata, Molina

(Photo by JOHANNES EISELE/AFP/Getty Images)

Christoph Albers

Cruyff-Jünger und Taktik-Liebhaber. Mag präzise Schnittstellen-Pässe, schwarze Leder-Fußballschuhe, Retro-Trikots und hat einen unerklärlichen Hang zu Fußball-Finanzen. Seit 2016 bei 90PLUS.

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