Leicester City vs Manchester United – Endspiel um die Champions League

Vorschau

Vorschau | Leicester City und Manchester United bestreiten am letzten Spieltag ein Endspiel um Teilnahme an der Champions League. Für beide Teams steht somit die finale Bewertung der ganzen Saison auf dem Spiel.

Anpfiff der Partie ist am Sonntag, 17:00 Uhr, Live bei Sky.

  • Manchester United kletterte in den letzten Wochen auf den dritten Platz
  • Leicester City rutschte nach dem Restart aus den Champions-League-Rängen
  • Zudem gibt es noch den „X-Faktor“ Chelsea (zeitgleich gegen die Wolves)

Leicester City

Hätte man vor der Saison zu den Anhängern der „Foxes“ gesagt, dass ihr Verein am letzten Spieltag die Teilnahme an der Champions League perfekt machen kann, hätten die meisten dies wohl eher als Bonus einer sowieso herausragenden Spielzeit gewertet. Die direkte Qualifikation für die Königsklasse war jedenfalls nicht ausgelobte Saisonziel des englischen Meisters von 2016. Und dennoch: Sollte Leicester City nach der heutigen Partie nicht unter den besten vier Mannschaften der Premier League stehen, dann dürfte man jeden Rückblick auf die Saison 2019/20 mit einer gehörigen Portion Enttäuschung schauen.

Das Team von Trainer Brendan Rodgers (47) stand nämlich seit dem sechsten (!) Spieltag ununterbrochen auf einem Champions-League-Platz. Im Dezember war man noch als der erste Verfolger Liverpools und hielt mit herausragenden Offensivfußball (so u. a. beim 9:0-Kantersieg in Southampton) hielt man die Europa-League-Plätze auf deutlichen Abstand. Doch der dünne Kader des Überraschungsteams machte sich dann in der zweiten Saisonhälfte bemerkbar. Die „Foxes“ haben seit dem 1. Februar in 13 Premier-League-Spielen noch vier Siege feiern können. Dementsprechend schwand auch der einst üppige Vorsprung dahin. Und so rutschte Leicester nach der 0:3 Pleite bei Tottenham am 37. Spieltag erstmals seit dem September 2019 wieder aus den Top Vier.

Mit 62 Punkten beträgt der Rückstand auf den Dritten United und den Vierten Chelsea jeweils lediglich nur einen Punkt. Gewinnt Leicester das heutige Spiel im King Power Stadium, so steht die Teilnahme an der Champions League fest. Auch ein Punkt könnte unter Umständen reichen, sollte Chelsea zeitgleich bei Wolverhampton verlieren. Leicester hat gegenüber den „Blues“ nämlich ein um 15 Treffer besseres Torverhältnis. Tore werden auch heute benötigt – und in dieser Disziplin ligaweit keiner besser als Jamie Vardy (33), welcher mit 23 Toren höchstwahrscheinlich Torschützenkönig werden wird. Rodgers muss im wichtigsten Spiel der Saison mit James Maddison (23), Ben Chilwell (23) und Ricardo Pereira (26) auf drei wichtige Stützen verzichten. Daneben fehlt mit dem gesperrten Caglar Söyüncü (24) ein weiterer Stammspieler.

(Photo by OLI SCARFF/AFP via Getty Images)

Manchester United

Dass die „Red Devils“ am letzten Spieltag ein Endspiel um die Champions League haben werden, war genauso wenig absehbar, wie die Tatsache, dass der heutige Gegner im Rennen darum mitmischt. Nach einer blamablen Heimpleite gegen Burnley im Januar schienen die Tage von Trainer Ole Gunnar Solskjaer (47) gezählt zu sein. Doch dann zauberte United einen Transfer aus dem Hut, welcher den Saisonverlauf wendete: Bruno Fernandes (25). Seitdem der Portugiese Ende Januar zum englischen Rekordmeister stieß, ist die Mannschaft in der Premier League ungeschlagen. Diese Serie hält mittlerweile seit 13 Partien an, in diesem Zeitraum holte kein anderes Team ligaweit mehr Punkte.

Doch die schwache Vorrunde machte sich trotz dieser Steigerung bemerkbar: Zum Restart nach der Corona-Unterbrechung betrug der Rückstand auf den damaligen Dritten Leicester noch acht Punkte. Diese Differenz konnte United in den letzten ausgleichen. Am vergangenen Wochenende kletterte man dann erstmals seit dem 5. Spieltag (und dem 1:0 Sieg im Hinspiel gegen den heutigen Gegner) wieder auf die Champions-League-Plätze. Die heutige Ausgangslage hätten die „Red Devils“ noch vor Monaten verzweifelt herbeigesehnt, was Solskjaer auf der PK im Wesentlichen auch so kommunizierte. Doch die ganze Aufholjagd wäre dennoch eine Enttäuschung, wenn man die Königsklassen-Teilnahme noch verspielen würde. Von diesem Erreichen sind nämlich ebenso die Sommerplanungen auf dem Transfermarkt (z. B. betreffend Jadon Sancho, 20) abhängig.

Die Ergebnisse der letzten Wochen lesen sich im Hinblick auf die heutige Aufgabe zwar vielversprechend. Allerdings zeigten die letzten Partien, dass der Tank der Mannschaft ziemlich leer ist, vertraute Solskjaer nach dem Restart doch fast ausschließlich der gleichen Startelf. Hätte man die jüngsten Heimspiele gegen Southampton (2:2) sowie West Ham (1:1) gewonnen, dann müsste man heute nicht bangen. Zudem schied United im Pokal-Halbfinale gegen Chelsea (1:3) aus. Zwei Matchbälle wurden somit bereits liegen gelassen, Nummer 3 muss daher genutzt werden. Lediglich die Ausfälle von Phil Jones (28) und Axel Tuanzebe (22) sind heute zu beklagen.

(Zu einer Bestandsaufnahme des Klubs gelangt ihr hier)

Prognose

Die Form der Gastgeber ist nicht berauschend, die der Gäste gerade abfallend. Daher ist eigentlich alles angerichtet für einen Krimi, welcher wahrscheinlich mit der Punkteteilung endet. Wie dies für die beiden Teams zu bewerten sein wird, entscheidet sich daher auf einem anderen Platz.

Mögliche Aufstellungen:

Leicester City: Schmeichel – Bennett, Evans, Morgan – Justin, Tielemans, Ndidi, Thomas – Perez, Vardy, Barnes

Manchester United: De Gea – Wan-Bissaka, Lindelöf, Maguire, Shaw – Matic, Pogba – Greenwood, Fernandes, Rashford – Martial

Weitere Vorschauen zum aktuellen Spieltag

(Photo by OLI SCARFF/AFP via Getty Images)

Marius Merck

Eine Autogrammstunde von Fritz Walter weckte die Leidenschaft für diese Sportart, die über eine (“herausragende”) Amateurkarriere bis zur Gründung von 90PLUS führte. Bei seinem erklärten Ziel, endlich ein “Erfolgsfan” zu werden, weiter erfolglos.

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