Nach dem überraschenden Ausrutscher vor dem nächsten Gigantenduell konnte selbst der Perfektionist Vincent Kompany ein Auge zudrücken. Natürlich könne es der FC Bayern allemal „besser“ als bei diesem 3:3 (1:2) am Samstag gegen den 1. FC Heidenheim, gab der Trainer des Rekordmeisters zu, „aber die Situation war so, dass auch ich verstehe, dass es nicht immer perfekt sein kann. Jetzt“, blickte Kompany nach vorne, „können wir den Fokus auf das nächste Spiel legen.“
Auf Paris Saint-Germain also. Auf das Halbfinal-Rückspiel in der Champions League am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN). Auf das nächste Spektakel nach dem wilden 4:5 im Hinspiel? Schon vor dem spät erkämpften Remis gegen den Tabellenletzten aus Heidenheim waren die Blicke der Bayern auf das wichtigste Spiel der Saison gewandert, entsprechend schnell hakte der Meister den unerwarteten Dämpfer wieder ab. Die Auswirkungen auf Paris, da waren sich alle Beteiligten einig, seien ohnehin minimal.
Bayern will letzten Schritt ins Finale machen
„Das spielt keine Rolle“, betonte Vize-Kapitän Joshua Kimmich, der am Samstag wie zahlreiche andere Stars von Kompany zunächst geschont worden war. Auch Sportvorstand Max Eberl glaubte „nicht, dass das einen Rieseneinfluss hat auf das Spiel am Mittwoch. Die Mannschaft“, so der 52-Jährige, „wusste bisher immer genau, auf was es ankommt. Und jetzt im Rückspiel gegen Paris braucht man erst recht keinem sagen, auf was es ankommt.“
Die Münchner glauben weiter fest an den Einzug ins Finale der Königsklasse am 30. Mai in Budapest. Trotz des Rückstands aus dem Hinspiel, trotz 16 Gegentoren in den vergangenen sechs Partien. Natürlich seien das „zu viele“, bekannte auch Kompany, der die verschiedenen Partien jedoch nicht „in eine Tüte werfen“ wollte. Und überhaupt: Nur, weil die Bayern defensiv zuletzt anfällig wirkten, werde man „nicht innerhalb von zwei Tagen unseren Spielstil ändern“, betonte Kimmich: „Dafür sind wir zu erfolgreich gewesen.“
In gewisser Weise ja auch am Samstag – auch, wenn es nicht zum Sieg reichte. Zweimal hatten die Bayern, die die erste Halbzeit mit einer B-Mannschaft absolvierten, gegen Heidenheim einen Rückstand aufgeholt, der Ausgleich fiel in letzter Sekunde. „Mentalität“ und „Glaube“ seien bei seiner Mannschaft eben immer vorhanden und keinesfalls „selbstverständlich“, lobte Kompany: „Das können und müssen wir ins nächste Spiel mitnehmen. Alles andere sind Details, die wir besser machen müssen.“
Dann, das glauben die Bayern fest, kann es klappen mit der Aufholjagd gegen PSG – zusammen mit den Fans. „Ich habe jetzt schon Gänsehaut“, freute sich Doppeltorschütze Leon Goretzka (44., 57.) bei DAZN: „Ich glaube, am Mittwoch wird hier die Arena brennen“. Zumal die Partie gegen Heidenheim sowie die vielen Gegentore dann ja doch vielleicht einen „Vorteil“ in sich tragen. Seine Mannschaft, sagte Kompany, müsse nun „eine Reaktion zeigen. Und dafür gibt es keinen schöneren Moment als Mittwoch.“

