EM 2021 | Euphorisches Dänemark trifft auf Wales

Wales Dänemark EM 2021
Vorschau

Vorschau | Dänemark zog nach einem emotionalen letzten Gruppenspiel nahezu in letzter Minute noch ins Achtelfinale der EM 2021. Dort wartet mit Wales ein keineswegs zu unterschätzender Kontrahent.

Anstoß der Partie ist am Samstag, um 18.00 Uhr, Live bei ARD und Magenta TV.

  • Wales: Defensiv stabil und vorne gefährlich
  • Dänemark: Den Offensivschwung transportieren
  • Torhüter kennen sich aus dem Verein: Ward trifft auf Schmeichel

Wales: Gelingt die Wiederholung von 2016?

Auch bei der zweiten EM-Teilnahme gelang den Drachen der Sprung in die K.o.-Runde. 2016 führte die Reise – mit einem fulminanten Erfolg über Belgien (3:1) – bis ins Halbfinale. Die zahlreichen Anhänger träumen bereits von einer Wiederholung dieses Kunststücks. Die Vorstellungen in der Vorrunde boten durchaus Anlass zur Hoffnung. Zunächst knüpfte Wales der überlegenden Schweiz ein 1:1 ab. Schlussmann Danny Ward (28), der sich im gesamten Turnier für einen Stammplatz in der Premier League empfahl, rettete mit einigen beeindruckenden Paraden einen Zähler. In der zweiten Begegnung musste der Ersatzkeeper von Leicester City sogar gar nicht hinter sich greifen. Seine Vordermänner zeigten sich erstaunlich offensivfreudig und gewannen nach Toren von Aaron Ramsey (30) sowie Connor Roberts (25) mit 2:0 gegen die Türkei.

 

Spielmacher Ramsey gilt neben Gareth Bale (31) als der Schlüsselspieler im Offensivbereich. Nicht nur seine schon bekannten Fähigkeiten am Ball fallen auf, sondern auch seine Tiefenläufe im höchsten Tempo. Schon mehrfach bediente ihn Bale mit einem sehenswerten Zuspiel – wie etwa beim Führungstor im Türkei-Spiel. In der abschließenden Partie musste sich jedoch auch das herausstechende Duo auf die Defensivarbeit fokussieren. Das starke Italien erwies sich – trotz Rotation – als zu überlegen. Zudem absolvierte Wales bei der 0:1-Niederlage weite Teile der zweiten Halbzeit in Unterzahl, da Ethan Ampadu (20) glatt Rot sah.

Weitere Sperren vermied Nationaltrainer Robert Page (46) – eingesprungen für den vor Gericht stehenden Ryan Giggs (47). Er nahm nämlich einige Wechsel in der Startformation vor. Die gelbvorbelasteten Kieffer Moore (28), Ben Davies (28) und Chris Mepham (23) kamen allesamt erst spät oder gar nicht zum Einsatz. Am Samstagabend wird das Trio aber höchstwahrscheinlich in die erste Elf zurückkehren. Page wird dann wohl wieder auf das bewährte 4-2-3-1-System setzen, in dem eine stabile Defensive an erster Stelle steht. Dafür verantwortlich sind Keeper Ward, Abwehrchef Joe Rodon (23) und der erfahrene Abräumer Joe Allen (31). Ausfälle gibt es in Reihen von Wales außerhalb von Ampadu nicht zu beklagen.

EM 2021: Spielplan und Tabellen

Dänemark will weiter auf der Euphoriewelle schwimmen

Wir haben eine unglaubliche Chance, aus einem sehr schwierigen Start ein sehr gutes Turnier zu machen“, stellte Kasper Schmeichel (34) nach dem begeisternden 4:1-Erfolg über Russland fest. Damit brachte er den bisherigen EM-Verlauf von Danish Dynamite auf den Punkt. Der Start misslang – auf sämtlichen Ebenen. Denn Christian Eriksen (29) kollabierte tragisch. Dänemark unterlag anschließend Finnland mit 0:1, wobei das sportliche Geschehen längst in den Hintergrund gerückten war. Dafür rückten Mannschaft und Fans noch einmal enger zusammen.

Schon in der Folgebegegnung gegen Belgien trat die Auswahl von Kasper Hjulmand (49) – angetrieben von rund 25.000 Anhängern in Kopenhagen – enorm energiegeladen auf. Die frühe Führung durch Yussuf Poulsen (27) lange letztlich aufgrund der Chancenverwertung sowie der höheren individuellen Klasse der Gäste nicht zum Sieg aus. Dennoch bestand weiterhin eine geringe Möglichkeit aufs Achtelfinale, die Dänemark schließlich nutzte. Im zweiten Abschnitt präsentierte sich die Skandinavier wie im Rausch, ließen sich auch von strittigen Schiedsrichter-Entscheidungen oder Wendungen im Parallelspiel Finnland-Belgien nicht mehr aufhalten. Der überragende Andreas Christensen (25) mit einem Fernschuss-Hammer und  der umtriebige Joakim Maehle (24) öffneten die Tür zur Runde der letzten 16.

Wales Dänemark Hjulmand

Photo: Imago

Bei allen im Vordergrund stehenden Emotionen wusste Dänemark auch spielerisch auf ganzer Linie zu überzeugen, was vor allem ein Verdienst von Hjulmand ist, der seine Mannschaft zwischen Dreier- und Viererkette pendeln lässt. Dabei verlässt er sich auf seine Säulen, zu denen Torhüter Schmeichel – dessen direktes Aufeinandertreffen mit Teamkollege Ward mit Spannung erwartet wird – Kapitän Simon Kjaer (32) und Pierre-Emile Höjbjerg (25) zählen. Angesichts der vorhandenen Qualität im Kader sowie den Siegen in den letzten Duellen geht Danish Dynamite als leichter Favorit ins Achtelfinale, wovon der Chefcoach allerdings nichts wissen will: Wales ist ein großartiger Gegner. Ich denke, es ist ein Fifty-fifty-Spiel.“ Personell kann Dänemark aus dem Vollen schöpfen.

Prognose:

Wenn es Dänemark gelingt, den Schwung aus Kopenhagen mit nach Amsterdam zu tragen, wird am Ende des Duells mit Wales, das sich als unangenehmer Gegner erweisen wird, der erste Sieg in einem K.o.-Spiel seit 1998 zu Buche stehen.

Mögliche Aufstellungen:

Wales: Ward,-Roberts, Mepham,Rodon, Davies,-Morell, Allen,-Bale, Ramsey, James,-Moore

Dänemark: Schmeichel,-Christensen, Kjaer, Vestergaard,-Wass, Höjbjerg, Delaney, Maehle,-Braithwaite, Poulsen, Damsgaard

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(Photo:Imago)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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