Bayer Leverkusen wollte ihn schon lange, jetzt hat sich die Sache erledigt: Ibrahim Mbaye hat sich gegen die Werkself und für den FC Liverpool entschieden. Damit bahnt sich für die Reds ein möglicher Doppeltransfer an – denn auch bei Bradley Barcola sind die Reds mittlerweile fündig geworden.
Eine klare Absage an Leverkusen
Nach Informationen von „RMC Sport“ hat sich Ibrahim Mbaye mit dem FC Liverpool bereits auf einen Fünfjahresvertrag geeinigt und dabei das langjährige Werben von Bayer Leverkusen ausgeschlagen. Laut dem französischen Portal Foot01 hatte Leverkusen in der Personalie lange die Fäden in der Hand, gab die Bemühungen aber angesichts der Beharrlichkeit der Konkurrenz auf. Zwischen den Klubs Liverpool und PSG ist allerdings noch keine Einigung erzielt – ähnlich wie im parallel laufenden Fall Barcola.
Wer ist Ibrahim Mbaye?
Der 18-jährige Senegalese gilt als eines der größten Talente aus der PSG-Akademie und wird in französischen Medien bereits mit Kylian Mbappé und dem heutigen Bayern-Profi Mathys Tel verglichen. Bereits im Februar 2025 unterschrieb er trotz Interesses mehrerer europäischer Spitzenklubs seinen ersten Profivertrag in Paris. In der abgelaufenen Saison kam er auf 24 Ligue-1-Einsätze und drei Tore. Sein aktueller Vertrag bei PSG läuft noch bis 2028, zuletzt kursierten Ablöseforderungen zwischen 40 und 50 Millionen Euro – britische Quellen beziffern die Bewertung auf bis zu 50 Millionen Pfund.
Tribünenplatz statt Titelkampf
Während Mbaye beim Sieg im UEFA Super Cup noch auf der Bank saß, musste er sich die Niederlage in der Trophée des Champions gegen Lens (0:1) am Sonntag von der Tribüne aus ansehen – gemeinsam mit Bradley Barcola. Der 23-jährige WM-Teilnehmer Frankreichs ist ebenfalls ein Verkaufskandidat in Paris, nachdem er eine Vertragsverlängerung über 2028 hinaus abgelehnt hatte. In der abgelaufenen Saison kam er auf 29 Ligue-1-Spiele und elf Tore. Auch bei ihm bemüht sich Liverpool intensiv, ohne dass bislang eine Einigung mit dem Spieler oder mit PSG erzielt wurde.
Der Preis ist das eigentliche Problem
Vor allem die Bewertungsfrage erschwert beide Gespräche. PSG soll für Barcola weiterhin zwischen 150 und 170 Millionen Euro aufrufen, während Liverpool eher knapp über die Marke von 100 Millionen Euro gehen möchte. Für ein mögliches Doppelpaket aus Barcola und Mbaye kursieren in britischen Medien Gesamtforderungen von rund 180 bis 200 Millionen Euro – laut PSG-Sportdirektor Luis Campos ein Betrag, von dem er kaum abrücken will. Immerhin gibt es einen Hoffnungsschimmer für Liverpool: Mit den bereits abgeschlossenen Verpflichtungen von Ferran Torres, Mika Godts und Maghnes Akliouche ist der französische Meister nicht mehr auf einen sofortigen Verkauf angewiesen, was nach Einschätzung britischer Reporter durchaus auch zu einer moderateren Preisgestaltung führen könnte. Zwei Wochen bleiben den Klubs noch bis zum Transferschluss; laut „RMC Sport“ und „L’Équipe“ wird noch in dieser Woche ein Angebot aus Liverpool in Paris erwartet.
Kein Zerwürfnis, trotz Freistellungsgerüchten
Für Verwirrung sorgte am Montag zunächst ein Bericht aus dem PSG-Umfeld, wonach Barcola selbst um seine Freigabe gebeten habe, um sich einem anderen Projekt anzuschließen. Laut „L’Équipe“ wurde das von der Spielerseite jedoch kategorisch zurückgewiesen – man habe dem Verein lediglich mitgeteilt, dass eine Verlängerung derzeit nicht infrage komme. Sollte PSG auf einem Verbleib bestehen, würde Barcola das ohne Murren akzeptieren, hieß es weiter; von Frustration sei nichts zu spüren. Eine PSG-nahe Quelle wird mit den Worten zitiert, er werde vielleicht eine schwierige Woche zur Verarbeitung brauchen, anschließend aber wieder ins Training zurückkehren, in der Hoffnung, doch noch spielen zu können.
Luis Enrique bezieht Stellung – aber nur wortkarg
Für PSG-Trainer Luis Enrique ist die Nichtberücksichtigung des Duos eine logische Konsequenz seiner Philosophie: Komme ein Spieler nicht mit einem Lächeln zum Training, sei es besser, eine andere Lösung zu finden, sagte der Spanier rund um das Supercup-Spiel gegen Lens. Über den Transfermarkt wolle er grundsätzlich erst sprechen, wenn dieser vorbei sei – weder vorher noch nachher, sondern ausschließlich danach werde er sich zu sämtlichen Personalien äußern.
Warum PSG überhaupt verkaufen will
Dass der französische Meister prinzipiell verkaufsbereit ist, liegt auch am eigenen Kaderumbau: Mit Godts, Torres und Akliouche hat Paris bereits ein komplett neues Offensivtrio verpflichtet und kann es sich deshalb leisten, bei Mbaye und Barcola auf den passenden Preis zu pochen, statt unter Zeitdruck zu verkaufen. Für Liverpool wiederum drängt die Zeit aus einem anderen Grund: Cody Gakpo könnte den Klub noch verlassen, was zusätzlichen Bedarf auf den Flügelpositionen schafft. Im Werben um Barcola rechnet man in Paris zudem mit einem weiteren Interessenten aus der Premier League – als wahrscheinlichster Kandidat gilt Tottenham Hotspur, das Liverpool damit noch Konkurrenz machen könnte.

