Der Video Assistent Referee, kurz VAR, beschäftigt den Fußball mit seinen Regularien seit Jahren. Ex-Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge spricht sich nun für eine drastische Änderung aus.
Der VAR ist seit Jahren das Streitthema im deutschen Fußball. Während sich nicht wenige für eine komplette Abschaffung des vermeintlichen Hilfsmittels einsetzen, wünschen sich andere gar mehr Macht für den Videoschiedsrichter. Dazu gehört auch Karl-Heinz Rummenigge, der sich jüngst in einem Interview mit dem Kicker für eine drastische Regeländerung ausgesprochen hat.
Demnach sieht der 70-Jährige das Problem nicht in dem VAR an sich, sondern der Auslegung und Rolle des helfenden Mannes im Kölner Keller. Rummenigge fordert mehr Entscheidungsmacht für den Videoschiedsrichter.
Rummenigges Forderung nach „finaler Entscheidung im Keller“
In Zukunft sollten Entscheidungen also nicht immer final vom Schiedsrichter vor Ort auf dem Platz getroffen werden, sondern ein direktes Eingreifen ins Spielgeschehen durch den VAR ebenfalls möglich sein, findet der einstige Vorstandschef des FC Bayern: „Der Schiedsrichter auf dem Platz muss nicht die finale Entscheidung fällen.“
Vor allem der Faktor Zeit spielt für Rummenigge dabei eine Rolle: „Die Schiedsrichter auf dem Feld und der VAR inklusive aller technischen Hilfsmittel sollten als ein Team wahrgenommen werden und die Entscheidungen dort treffen, wo sie am besten und schnellsten im Sinne des Spiels getroffen werden können. Ob auf dem Feld oder vor den Bildschirmen“, so der 70-Jährige im Interview.
Denn die These von Rummenigge: „In den meisten Fällen greift der VAR ja nicht unbegründet ein. Das bedeutet ja, dass etwas übersehen wurde oder vorgefallen ist, das in Echtzeit auf dem Platz unterging. Wir wissen, sobald es diesen Call gibt, passiert etwas. Sonst hätten die Kollegen im Keller sich nicht eingeschaltet. Also sollte im Keller auch die finale Entscheidung getroffen werden, dort arbeiten alles qualifizierte Menschen“.

Allerdings müsste eine entsprechende Regeländerung auch in den Statuten, die aktuell noch vorgesehen sind, angepasst werden. Denn dort heißt es, dass die finale Entscheidung immer der Schiedsrichter auf dem Feld treffen muss. Doch auch für die würde sich eine Anpassung der Machtverhältnisse bezahlt machen, findet Rummenigge: „Man hilft ihnen. Uns wird oftmals ein überflüssiges Schauspiel geliefert, das nur Zeit kostet und einen Mann in die Verantwortung bringt, der nicht mehr exklusiv verantwortlich ist, weil im Keller die Entscheidung längst gefallen ist.“

