Copa del Rey | ¡Vaya partido! Atlético besiegt Real Madrid im kuriosen „Derbi madrileño“ der (Gast-)Geschenke

19. Januar 2024 | News | BY Steven Busch

Spielbericht | Anlässlich des Copa-del-Rey-Achtelfinales gastierte der amtierende spanische Pokalsieger Real Madrid beim Stadtrivalen Atlético. In einem packenden wie kuriosen Derbi madrileño konnten sich die „Colchoneros“ mit 4:2 nach Verlängerung durchsetzen.

Atlético eiskalt vor dem Tor, indisponierter Oblak hilft Real Madrid zurück ins Spiel

Am späten Donnerstagabend war das Estadio Cívitas Metropolitano der Austragungsort des prestigeträchtigen Derbi madrileño zwischen Atlético und Real Madrid. Beide Teams standen sich, nur eine Woche nach dem spektakulären 5:3-Erfolg nach Verlängerung der „Blancos“ im Supercopa-Halbfinale, im Rahmen des Copa-del-Rey-Achtelfinales erneut gegenüber und erhofften sich selbstredend den Einzug unter die Top-8 des spanischen Pokals. Mit der Leitung der Begegnung wurde der 32-jährige Unparteiische Javier Alberola Rojas betraut.



Zu Beginn der Partie bemühten sich beide Mannschaften um taktische Ordnung respektive Spielkontrolle, sodass eine abwartende Anfangsphase ohne nennenswerte Strafraumszenen als logische Konsequenz zu konstatieren war. Nach elf Minuten wurde es dann aber direkt gefährlich vor dem Gehäuse der „Colchoneros“. Ex-BVB-Star Jude Bellingham dribbelte sich in nonchalanter Art und Weise durch die Atlético-Defensive, doch dem abgefälschten Torschuss verwehrte die Latte das Erfolgserlebnis.

In der Folge wirkte der Kombinationsfluss des spanischen Rekordmeisters Real Madrid progressiver. Symptomatisch dieser These diente eine hundertprozentige Rodrygo-Chance, perfekte inszeniert durch dessen brasilianischen Landsmann Vinicius Junior, doch Jan Oblak reagierte geistesgegenwärtig (21.). Derlei seltene gefährliche Sequenzen füllten allerdings ein Derby mit einigen faden Momenten, in denen sich die Rivalen in puncto Ballbesitz nahezu neutralisierten.

Dass Fußball manchmal nur wenig erklärbar ist, offenbarte sich in der 39. Minute. Einen vermeintlich harmlosen Chipball des argentinischen Weltmeisters Rodrigo de Paul verlängerte „Blancos“-Innenverteidiger Antonio Rüdiger unglücklich zu Samuel Lino, welcher das Leder eiskalt in den Kasten zur schmeichelhaften 1:0-Führung zugunsten des Simeone-Ensembles bugsierte. Kurz vor dem Pausenpfiff egalisierte Real Madrid jedoch den Spielstand. Modric brachte einen Freistoß ins Zentrum, welcher unter tätiger Mithilfe des slowenischen Schlussmanns Oblak überraschend wie überflüssig im eigenen Tor landete (45.+1).

(Photo by Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images)

Morata profitiert vom nächsten Real-Patzer, Edeljoker Joselu egalisiert den Spielstand, Griezmann sorgt für die Vorentscheidung

Nur 28 Sekunden waren im zweiten Durchgang vergangen, da hätten die königlichen Gäste beinahe die Partie vollends gedreht, doch in einer Melange aus Pfosten und Oblak wurde der Rodrygo-Abschluss aus spitzem Winkel abgewehrt (46.). Der Abend der kuriosen Geschenke setzte sich in der 57. Minute fort. Aus Versehen gelang die Kugel über die Station Eduardo Camavinga in den Strafraum, Torhüter Andriy Lunin leitete das Leder unfreiwillig über das Knie des deutschen Nationalspielers Rüdiger zu Alvaro Morata weiter, welcher artig „Gracias“ sagte – 2:1 Atlético de Madrid.

Auf der Gegenseite war die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti, trotz des vermeintlichen Tiefschlags, nicht gewillt, sich mit einer Niederlage im Prestigeduell aus der Copa del Rey zu verabschieden. Der eingewechselte Brahim Diaz passte in der Schlussviertelstunde mustergültig auf Rodrygo, doch der Tempodribbler scheiterte mit einem sehenswerten Versuch per Außenrist an der Latte (76.). Nachdem Morata die Vorentscheidung im Eins-gegen-eins mit Lunin verpasste (81.), sorgte Edeljoker Joselu, auf überlegten Bellingham-Assist, im direkten Gegenzug per Kopf für das 2:2 (82.).

In der Verlängerung der Begegnung sorgte der französische Weltmeister von 2018, namentlich Antoine Griezmann, mit einem atemberaubenden Sololauf für die erneute Atlético-Führung (100.). Zunächst ließ der Virtuose den Real-Kontrahenten Vinicius Junior stehen und bugsierte das Leder aus spitzem Winkel in die Maschen. Für die finale Pointe zugunsten der „Colchoneros“ sorgte Riquelme (119.). Atlético zieht mit diesem 4:2-Erfolg ins Viertelfinale des spanischen Pokals ein.

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Für Atlético de Madrid geht es am kommenden Montag (21:00 Uhr) mit einem Auswärtsspiel beim Aufsteiger FC Granada in La Liga weiter. Bereits am Sonntag (16:15 Uhr) empfängt Real Madrid das Tabellenschlusslicht UD Almeria.

Atlético de Madrid – Real Madrid n. V. 4:2 (2:2/1:1)

Atlético de Madrid: Oblak – Gimenez, Witsel, Hermoso – M. Llorente (98. Barrios), de Paul (106. Azpilicueta/ 116. Savic), Koke, Saul Niguez (56. Molina), Samuel Lino (90.+2 Riquelme) – Morata (98. Depay), Griezmann

Real Madrid: Lunin – Carvajal, Rüdiger, Nacho (106. Dani Ceballos), F. Mendy (66. Brahim Diaz) – Fede Valverde, Camavinga (106. Fran Garcia), Modric (66. Kroos), Bellingham – Rodrygo (80. Joselu), Vinicius Junior

Tore: 1:0 Samuel Lino (39.), 1:1 Oblak (45.+1/ET), 2:1 Morata (57.), 2:2 Joselu (82.), 3:2 Griezmann (100.), 4:2 Riquelme (119.)

(Photo by David Ramos/Getty Images)

Steven Busch

Die Außenristpässe eines Tomás Rosicky entfachten seinen Enthusiasmus für den Fußball und die Affinität zu den schwarzgelben Borussen aus dem Ruhrgebiet. WM-Held Mario Götze brach ihm mit dem Wechsel in den Süden der Republik einst sein Fanherz und der Glaube an die Fußballromantik schwand.


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