La Liga | Real Madrid dominiert, Rayo fliegt, Valencia überrascht – Das Fazit zur bisherigen Saison

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Spotlight | 18 Spieltage ist die aktuelle La Liga-Saison inzwischen alt. Zeit, um ein erstes Saisonfazit zu wagen, mit Gewinnern, Verlierern, Kämpfern und einem sich andeutenden Comeback.

Wer sind die bisherigen Gewinner dieser La Liga-Saison?

Kurz: Die Top 3 in La Liga. Nach einer Saison mit über 60 Verletzungen spielt Real Madrid unter dem alten, neuen Trainer Carlo Ancelotti (62) zwar selten spektakulär, dafür aber umso konstanter und erfolgreicher. Aus 19 Spielen gab es 14 Siege, darunter je ein 2:1 im Camp Nou sowie gegen Sevilla. Nach der 1:2-Niederlage gegen Espanyol Anfang Oktober blieb man bis heute in 15 Pflichtspielen ungeschlagen und gewann 13 davon. Trotz des Abgangs von Sergio Ramos (35) zu Paris Saint-Germain steht die Defensive mit 16 Gegentoren sicher, David Alaba (29) hat sich nach seinem Wechsel aus München sofort eingefunden und erzielte ausgerechnet im Clásico seinen ersten Treffer für die Königlichen. Gerade mit solchen Aktionen wird er Ramos‘ Rolle und Trikotnummer 4 mehr als gerecht.

 



 

Die Kapitänsbinde trägt zumeist Karim Benzema (34). Auch er knüpft mit bislang 15 Saisontoren nahtlos an seine Leistungen der Vorsaison an, ist damit auf bestem Weg zum Pichichi. Die größte Entwicklung bei den Königlichen legte aber ein anderer hin: Vinícius José Paixão de Oliveira Júnior (21). Im Vergleich zu den Vorjahren wirkt er wie ausgewechselt: Geradlinig, mutig in den Dribblings und sicher im Abschluss. Besonders letzteres ging ihm in den vergangenen Jahren zu oft ab. Carlo Ancelotti schenkte ihm das Vertrauen auf der linken Seite und Vinícius zahlt es bislang mit zehn Saisontoren und fünf Assists vollends zurück. Sagte Benzema beim 2:2 in Mönchengladbach vergangene Saison noch zu Ferland Mendy (26) er solle den Ball bloß nicht zum Brasilianer spielen, bilden er und Vinícius nun Reals Traumduo und werden mutmaßlich dafür sorgen, dass Carlo Ancelotti diese Saison der erste Trainer wird, der jede der fünf Topligen mindestens einmal gewinnen konnte.

Acht Punkte hinter Real Madrid – aber mit einem Spiel in der Hinterhand – lauert der FC Sevilla. Auch der Europa-League-Rekordsieger präsentiert sich mit elf Siegen aus 18 Spielen äußerst stabil. Die erst 13 kassierten Gegentore sind Ligabestwert. Dieser Wert kommt nicht zuletzt daher zustande, dass es gelang, Jules Koundé (23) trotz europäischem Interesse zu halten. Aus den direkten Duellen mit den Alphatieren Real Madrid (1:2), Barcelona (1:1) sowie Atlético (2:1) gab es vier von neun möglichen Punkten. Wie Real Madrid ist Sevilla eher ergebnisorientiert unterwegs, was bei der aktuellen Ausbeute definitiv kein Vorwurf sein soll. Besonders die Maßnahme, den Angriff mit Rafa Mir (24) und Erik Lamela (29) breiter aufzustellen und Topstürmer Youssef En-Nesyri (24) zu entlasten, machte sich bezahlt. Zusammen mit Lucas Ocampos (27) kommen die drei auf insgesamt 16 Tore. Der Star in Andalusien ist eindeutig das Kollektiv.

Betis und Valencia: Viel Kampfgeist und Spektakel

Für wesentlich mehr Spektakel steht Sevillas Stadtrivale Real Betis Balompié. Quique Setién (63) hatte den Verein seinerzeit mit mutigem, erfrischendem Offensivfußball wachgeküsst, Manuel Pellegrini (68) knüpft nahtlos daran an. Zu Weihnachten bekam der Chilene eine Vertragsverlängerung bis 2025 unter den Baum gelegt. So ansehnlich die Mannschaft auch spielen kann, bewegt sie sich noch zu sehr zwischen Genie und Wahnsinn. Siegen wie dem 4:1 gegen Valencia, dem 4:0 gegen Real Sociedad oder einem 1:0 im Camp Nou steht unter anderem ein 0:4 in Leverkusen oder ein 0:3 gegen Atlético Madrid gegenüber. Mit 21 Gegentoren kassierten sie allerdings eines weniger, als die Rojiblancos, sind auch dahingehend auf einem guten Weg. Besonders Stürmer Juanmi Jiménez (28) konnte in der aktuellen La Liga-Saison mit elf Treffern besonders überzeugen. Dazu verfügt die Mannschaft mit Nabil Fekir (28), William Carvalho (29) oder Sergio Canales (30) über ein solides Mittelfeld und hat zudem ein Toptalent namens Joaquín in den eigenen Reihen. Selbst im zarten Alter von 40 Jahren ist der in ganz Spanien beliebte und vielseitig einsetzbare Mittelfeldspieler noch als Ergänzungsspieler für die Mannschaft wichtig.

La Liga Valencia CF

Photo by Aitor Alcalde/Getty Images

Außerhalb der Spitze von La Liga gilt es noch Valencia hervorzuheben. Taumelte die Mannschaft nach der Entlassung von Erfolgstrainer Marcelino García (56) unter seinen Nachfolgern Albert Celadés (46) sowie Javi Gracia (51) eher ideen- und konzeptlos durch die Liga, so hat sie José Bordalás (57) in der laufenden Saison wieder auf Kurs bekommen und bewiesen, dass es nicht nur darauf ankommt, welche Möglichkeiten man hat, sondern wieviel man aus den eigenen macht. Aufgrund von pandemiebedingten Finanzproblemen musste der Verein im Sommer 2020 nahezu sämtliche Leistungsträger der Pokalsiegermannschaft von 2019 ziehen lassen, darunter auch Kapitän Dani Parejo (32) oder Rodrigo Moreno (30).

Nun haben Eigengewächse, darunter Hugo Guillamón (21) oder Carlos Soler (24) ihre Rollen übernommen. Zudem gelang es Bordalás, Gonçalo Guedes (25) wieder auf sein altes Niveau zu bringen. So wirkt die Mannschaft sicher, gefestigt – und hat eine enorme Resilienz entwickelt. Gegen Bilbao um Ex-Trainer Marcelino rettete Marcos André in Minute 95 einen Punkt, im Duell mit Mallorca waren es zwei Treffer in der 93. und 98. Minute, die das Remis besiegelten. Und auch Meister Atlético führte am Ende der regulären Spielzeit vermeintlich sicher 3:1 im Mestalla, bevor ihnen Hugo Duro (22) in der 92. und 96. Minute den Sieg noch entriss. Jüngst bog Valencia einen 0:2-Rückstand im Derby bei Stadtrivale Levante in einen spektakulären 4:3-Sieg um. Platz 8 allein liest sich im Vergleich zu Platz 14 in der Vorsaison schon wie eine Steigerung ins Unendliche, die nochmal deutlicher wird, wenn man bedenkt, dass der Rückstand auf Betis gerade einmal vier Zähler beträgt.

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Wer sind die Verlierer dieser La Liga-Saison?

Zuvorderst diejenigen, die vor einigen Monaten noch die größten Gewinner waren: Atlético Madrid. Mit bereits 15 Punkten Rückstand auf Stadtrivale Real haben sie sich bereits früh aus dem Titelrennen verabschiedet. In der Champions League, das muss man leider so hart ausdrücken, erreichten sie trotz dreier Niederlagen mit mehr Glück als Verstand das Achtelfinale. Nach elf Spielzeiten unter Diego Simeone (51) wirkt die Mannschaft lethargisch und behäbig. Man hat das Gefühl, dass aus dem Biss, der sie über die vergangenen Jahre ausgezeichnet hat, inzwischen ein Gebiss geworden ist. Vor Weihnachten setzte es in Granada (1:2) die vierte Liganiederlage am Stück, ein Novum in der Cholo-Ära. Atlético muss schnell die Kurve kriegen. Von hinten machen Real Sociedad, Valencia, Barcelona und Villarreal bereits Druck.

Trotzdem gibt es eine Mannschaft, die die Sorgen Atléticos mit Kusshand nehmen würde, nämlich UD Levante. Hat Paco López (54) sie in der jüngeren Vergangenheit von der typischen Fahrstuhlmannschaft zum durchaus unangenehmen Gegner entwickelt, so gehen sie die Evolutionsstufen in dieser Saison zurück. Sieglos und mit gerade einmal acht Punkten aus 18 Spielen steht Levante am Tabellenende und muss angesichts von sieben Zählern Rückstand auf Elche nach der Saison wohl den Gang in die Segunda antreten.

Wer ist die Überraschung der Saison in La Liga?

Definitiv Rayo Vallecano. Übersetzt heißt ihr Vereinsname „Blitz“ – und genau wie selbiger schoss der Aufsteiger zu Weihnachten auf Platz 4. Mit gerade einmal 18 Gegentoren und der Erfahrung von Radamel Falcao (35) im Angriff gelangen unter anderem Siege gegen Barcelona (1:0), Granada (4:0) und Bilbao (2:1) sowie ein Punktgewinn im Mestalla (1:1). Am 2. Januar haben sie die Chance ein weiteres Ausrufezeichen zu setzen, es geht gegen Meister Atlético Madrid.

Was ist mit dem FC Barcelona?

Die einzige Mannschaft, die man in keine der drei Kategorien wirklich einordnen kann. Unter Ronald Koeman (58) zählten sie noch zu den größten Verlierern und drohten, zwischenzeitlich ganz aus dem europäischen Geschäft zu fallen. Diese Gefahr ist zwar noch immer nicht final gebannt. Aber mit Xavi (41) und seiner Jugendrevolution, die unter anderem Gavi (17), Nico González (19) oder Ez Abde (20) in die Stammelf spülte, ist für den finanziell gebeutelten Klub wieder Licht am Ende des Tunnels. Zudem ist der Transfer von Ferran Torres (21) fix, einem Knipser, wie ihn die Katalanen, denen in der Champions League gerade einmal zwei Tore in sechs Spielen gelangen, dringend gebrauchen können. Zusammen mit Ansu Fati (19) und dem Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé (24) soll er den Angriff der Zukunft bilden.

La Liga Barcelona Xavi

Photo by Juan Manuel Serrano Arce/Getty Images

Viele Chancen, sich in einem großen Duell unter Beweis zu stellen, hatte Barcelona unter Xavi noch nicht. Aus dem Ramón Sánchez Pizjuán konnten sie zwar nur einen Zähler entführen. Trotzdem stimmte die spielerische Dominanz. Mit 28 Punkten haben sie genauso viele wie Valencia, aber durch den gewonnenen direkten Vergleich (3:1) steht man auf Platz 7. Der Rückstand auf Rayo Vallecano beträgt gerade einmal vier Zähler. Die Saison könnte somit noch positiv enden.

Photo by Juan Manuel Serrano Arce/Getty Images

Victor Catalina

 

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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