Einzelkritik zu Real Madrid vs. Atlético: Bestnote bei den Königlichen, Schwarzer Abend für Griezmann

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Das Derbi Madrileño war diesmal einseitiger denn je. Real Madrid dominierte Ball und Gegner, brillierte in der Offensive und ließ sich hinten kaum etwas zu Schulden kommen. Am Ende war es ein verdienter 2:0-Erfolg gegen Stadtrivale Atlético. Die Einzelkritik.

Real Madrid: Vinícius, Courtois und eine starke Kollektivleistung

Thibaut Courtois: Im ersten Durchgang hielt er einen Freistoß stark. War nach dem Seitenwechsel immer mehr gefordert und wurde mit jeder Aktion ein immer wichtigerer Baustein für den Erfolg. Kratzte eklige Bälle raus, die sonst nicht jeder hält. Am Belgier führte einmal mehr kein Weg vorbei. Note: 1,5

Dani Carvajal (bis 81.): Schwache erste Halbzeit, in der er sich das ein oder andere mal auskochen ließ. Dem fügten sich eine äußerst riskante Seitenverlagerung vor dem eigenen Strafraum und ein ungestümes Einsteigen gegen Griezmann, das eigentlich mit Gelb hätte bestraft werden müssen. Immerhin: Durchgang zwei war deutlich besser, und fürs Statistikheftchen: 100 Prozent seiner Pässe fanden den Mitspieler. Note: 3,0

Éder Militão: Bis auf eins, zwei kleine Ausnahmen zu Spielbeginn immer aufmerksam und abgeklärt. Positionierte sich stets klug, brillierte insbesondere durch die Antizipation gegen den Ball. Auf Militão war einmal mehr Verlass. Note: 2,0

David Alaba: Klärte eine Hereingabe mit dem Kopf, verhinderte damit Schlimmeres. Auch sonst war der Ex-Münchner immer aufmerksam und zur Stelle, wenn ein Brandt drohte. Dirigierte als Abwehrchef lautstark die Hintermannschaft der Madrilenen, war einer der Anführer auf dem Platz. Note: 2,0

Ferland Mendy: Hatte einen schweren Stand in Halbzeit eins. Positionierte sich nicht immer klug, wurde dadurch zu oft von Correa und Llorente ausgespielt. Wenn etwas für den Gegner ging, dann meist über seine Seite. Immerhin: Leistungssteigerung in Halbzeit zwei, wenngleich der Franzose auch immer weniger gefordert war. Note: 3,5

Luka Modrić: War heute überall auf dem Platz. Neben der starken Balleroberung vor dem 1:0, überzeugte er mit viel Dynamik, guten Seitenverlagerungen und kreativen Lösungen in engen Räumen. Auch gegen den Ball stets aufmerksam. Der Kroate war heute einer der besten Spieler auf dem Feld. Note: 1,5

Casemiro: War als Abräumer vor der Viererkette stets zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Leitete nach Modrićs Balleroberung den Führungstreffer ein, brachte auch sonst viele seiner langen Pässe an den Mann. Auf den Brasilianer war mit und ohne Ball Verlass. Note: 2,0

Toni Kroos: War einmal mehr das Bindeglied der Mannschaft. Ließ sich im Spielaufbau fallen, um Bälle abzuholen, leitete diese dann klug ins Offensivdrittel weiter, indem er die richtigen Räume bespielte. So initiierte er einen Angriff nach dem anderen. Toni Kroos, wie man ihn kennt. Note: 2,0

Marco Asensio (bis 85.): Tat sich im ersten Durchgang hier und da schwer, sich zu behauten, wollte zu häufig mit dem Kopf durch die Wand. Hätte kurz nach dem Seitenwechsel nach schöner Kombination schneller abschließen müssen. War am 1:0 beteiligt, machte dann das 2:0 selbst, indem er gegen die Laufrichtung des Keepers abschloss. Note: 2,5

Karim Benzema (bis 45.): Beteiligte sich in gewohnter Manier am Kombinationsspiel, holte sich die Bälle tief ab. Hatte lediglich eine Offensivaktion, diese war dafür wieder einmal pure Weltklasse: Zunächst stark an der Einleitung beteiligt, stand er im Strafraum goldrichtig und wuchtete den Ball volley zum 1:0 ins Tor. Musste zur Pause leider verletzt vom Platz. Note: 2,0

Vinícius Junior (bis 87.): Suchte stets den tiefen Laufweg. So auch vor dem 1:0, das er mit einem instinktiven Pass auf Benzema zudem wunderbar vorbereitete. Glänzte auch sonst als quirliger Kombinationsspieler, setzte zweimal Asensio überragend in Szene, der schließlich das 2:0 erzielte. Vinícius spielt eine herausragende Saison, und das unterstrich er auch im Stadtderby. Es bleibt keine andere Wahl als die Bestnote! Note: 1,0

Luka Jovic (ab 46.): War nach seiner Einwechslung kaum eingebunden, was aber auch nicht allein seine Schuld war. War an der Einleitung zum 2:0 und einer weiteren Chance beteiligt. Note: 3,0

Nacho Fernández (ab 81.): keine Bewertung

Federico Valverde (ab. 85.): keine Bewertung

Rodrygo (ab 87.): keine Bewertung

Real-Noten von Michael Bojkov

Real Madrid bezwang Atletico im Derby.

(Photo by Denis Doyle/Getty Images)

Aktuelle News und Storys rund um La Liga

Atlético Madrid: Lichtblick Lemar, Griezmann und Suarez enttäuschen

Jan Oblak: Erlebte einen undankbaren Abend. Direkt der erste Torschuss landete unhaltbar im Netz. Verkürzte den Winkel gut gegen Vinícius Júnior und verhinderte somit einen früheres zweites Tor (38.), doch gegen Asensio war er erneut machtlos (58.). Im Gegensatz zu seinem Gegenüber konnte er sich nicht auszeichnen. Note: 3,5

Marcos Llorente: Der eigentliche Offensivakteur hinterließ als Rechtsverteidiger erneut einen ordentlichen Eindruck. Ließ Mendy in Zusammenarbeit mit Correa kaum zum Zug kommen und schaltete sich immer wieder ins Angriffsspiel ein. Allerdings fehlte bei seinen Vorstößen die nötige Präzision. Note: 3,0

Felipe: Fing einige Bälle durch frühzeitige Antizipation ab. Doch baute immer wieder altbekannte fußballerische Schwächen ein. Zudem verließ er vor dem 0:2 vollkommen übereifrig aus der Viererkette, was den Ausgangspunkt zur Überzahlsituation für Real Madrid darstellte. Note: 4,5

Geoffrey Kondogbia: Agierte in ungewohnter Rolle zunächst durchaus abgeklärt. Vor dem 0:2 wurde der Innenverteidiger jedoch recht leicht von Luka Jovic abgekocht, rückte danach ins zentrale Mittelfeld vor, ohne noch Einfluss aufs weitere Geschehen zu nehmen. Note: 4,0

Mario Hermoso: Fiel durch Zweikampfstärke auf, weshalb seine Seite wenig Probleme bereitete. Beim 0:2 rückte er jedoch zu weit ein, weshalb Asensio freie Bahn hatte. Dazu keine Hilfe im Offensivspiel, was auch Simeone erkannte und ihn in der letzten halben Stunde in die Innenverteidigung verschob. Note: 3,5

Ángel Correa (bis 58.): Sehr agil in der Anfangsphase, unterstützte Llorente immer wieder in der Defensivarbeit. Betrieb gewohnt hohen Aufwand, der Ertrag stimmte aber nicht. War in seinen Angriffsaktionen glücklos und musste nach 58 Minuten raus. Note: 3,5

Rodrigo de Paul (bis 69.): Von Beginn an bissig und präsent in den Zweikämpfen. Dazu mit sehr sicherem Passspiel, allerdings verlor er Benzema vor dem 0:1 aus dem Augen und setzte zu wenig Akzente in der gegnerischen Spielhälfte. Note: 3,5

Koke: Ebenfalls direkt mit höchstem Einsatz dabei, leistete sehr viel Laufarbeit, hatte allerdings auch schwache Momente: Ganz entscheidend: Der haarsträubende Fehlpass durchs Zentrum, der den Konter zum 0:1 einleitete. Note: 4,0

Yannick Carrasco (bis 46.): Völlig wirkungslos. Besaß keinerlei Bindung zum Spiel, daher kaum Ballkontakte. Wenn er das Spielgerät am Fuß hatte, war es auch schnell wieder weg. Note: 5,5

Matheus Cunha (bis 58.): Fußballerisch durchaus ein belebendes Element. Gab nach vier Minuten den ersten Torschuss ab, scheiterte nach dem Seitenwechsel aus aussichtsreicher Position an Courtois. Insgesamt trotz großer Bemühungen mit zu wenigen gelungenen Aktionen. Note: 4,0

Antoine Griezmann (bis 46.): Fungierte im Pressling als erster Verteidiger und war sehr laufstark. Fand aber trotzdem kaum ins Spiel. Fiel lediglich durch einen wuchtig getretenen Freistoß aufs Torwarteck auf, den Courtois abwehrte (35.). Bekam die volle Härte von Simeone zu spüren und musste zur Pause raus. Note: 4,5

Thomas Lemar (ab 46.): Sofort aktiver als sein Vorgänger Carrasco. Sorgte gerade zu Beginn des Seitenwechsels für neuen Schwung. Zögerte allerdings an der Strafraumgrenze mit dem Abschluss (58.). Seine beiden mit Schärfe aufs Tor gezogenen Freistöße stellten Courtois vor leichte Probleme, brachten aber keinen Erfolg. Note: 2,5

Joao Felix (ab 46.): Passte sich zunächst Lemar an. Zog sich immer wieder auf die linke Seite raus, kam dadurch zu viele Ballaktionen – im Gegensatz zu Griezmann – und setzte Cunha stark in Szene (52.). Nach dem 0:2 tauchte er jedoch ab und verpasste in der Nachspielzeit aus fünf Metern den Anschlusstreffer. Note: 3,5

Renan Lodi (ab 58.): Rückte auf die Position des linken Verteidigers, ging mehr Wege nach vorne als Hermoso. Dennoch trat er kaum in Erscheinung. Seine wenigen Flanken verfehlten das Ziel. Note: 4,0

Luis Suárez (ab 58.): Kam direkt nach dem 0:2, fand jedoch zu keinem Zeitpunkt ins Spiel. Verstolperte nach Patzer von Militao und gab nur einen harmlosen Torschuss ab (80.). Auffälligste Aktion: Das hitzige Wortgefecht mit Alaba, was zur Verwarnung führte (88.). Note: 4,5

Hector Herrera (ab 69.): keine Bewertung

 

 

Atlético-Noten von Yannick Lassmann

Photo by Getty Images

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