La Liga Vorschau Teil 3: Atletico, Real Betis, FC Cadiz, RCD Espanyol

La Liga

Am 13. August startet die höchste spanische Spielklasse, La Liga, in die neue Saison. Atletico ist Meister, die anderen Topklubs haben sich viel vorgenommen. Im dritten Teil unserer Vorschau auf die Saison 2021/22 stellen wir Atletico, Real Betis, den FC Cadiz und Espanyol vor. 

  • Atletico Madrid will erneut um die Meisterschaft mitspielen
  • Wie geht Real Betis mit der Dreifachbelastung um?
  • Für den FC Cadiz und Espanyol kann es nur um den Klassenerhalt gehen

Atletico (Letzte Saison: Meister)

In der vergangenen Spielzeit konnte sich Atletico Madrid die spanische Meisterschaft sichern. Am 12. Spieltag eroberte das Team von Trainer Diego Simeone (51) das erste Mal die Tabellenführung. Diese wurde bis zum letzten Spieltag auch nicht mehr abgegeben. Bei zwischenzeitlich zehn Punkten Vorsprung und einem Nachholspiel in der Hinterhand schien die Meisterschaft bereits Anfang Februar nur noch Formsache zu sein. Dann setzte allerdings eine leichte Schwächephase ein.

Von Februar bis Mitte April gab es in der Liga nur vier Siege in elf Partien (fünf Unentschieden, zwei Niederlagen). In diesem Zeitraum verabschiedete sich Atletico zudem aus der Champions League. Gegen den späteren Titelgewinner Chelsea war nach einem 0:1 im Hinspiel und einem 0:2 im Rückspiel Schluss. Mitte April konnte der Abwärtstrend aber gerade noch rechtzeitig gestoppt werden. Auch wenn der Vorsprung letztendlich nur zwei Punkte betrug, wurde der Meistertitel eingefahren.

In den anderen Wettbewerben präsentierte sich Atletico weniger überzeugend. In der Champions League steht unter dem Strich nicht nur das Achtelfinal-Aus gegen Chelsea, sondern auch eine durchwachsene Gruppenphase. Lediglich gegen RB Salzburg (3:2, 2:0) konnte dreifach gepunktet werden. Gegen den FC Bayern München (0:4, 1:1) und Lokomotiv Moskau (1:1, 0:0) gab es keine Siege. Hinzu kommt eine Blamage in der Copa del Rey. In der zweiten Runde war Anfang des Jahres beim Drittligisten UE Cornella (0:1) Schluss. Der Gewinn der ersten Meisterschaft seit 2014 tröstet allerdings darüber hinweg.

Atletico: weitgehende Zurückhaltung auf dem Transfermarkt

Der Kader von Atletico ist im Vergleich zur Vorsaison nahezu gleich geblieben. Lediglich zwei externe Neuzugänge gibt es: Rodrigo de Paul (27) kam für eine Ablösesumme von 35 Millionen Euro von Udinese Calcio. Zudem verpflichtete Atletico mit Marcos Paulo (20) von Fluminense aus Brasilien einen ablösefreien Perspektivspieler für die Offensive. Neben de Paul und Paulo kehrten einige Spieler nach einer Leihe zurück.

Das betrifft Francisco Montero (22, Besiktas), Manu Sanchez (20, Osasuna), Santiago Arias (29, Bayer Leverkusen), Nehuen Perez (21, Granada) und Ivan Saponjic (23, Cadiz). Ebenfalls verliehen waren die beiden Argentinier Axel Werner (25) und Nicolas Ibanez (26). Beide haben den Verein nach Ablauf ihrer Leihe dauerhaft verlassen. Werner ist nun vereinslos, für Ibanez kassierte Atletico drei Millionen Euro Ablöse von CF Pachuca.

Ansonsten wurde kein Spieler verkauft. Lediglich Vitolo (31) der an Getafe verliehen wurde und die Leihspieler Lucas Torreira (25) und Moussa Dembele (24), die nach Ablauf der Leihe zu ihren Vereinen Arsenal bzw. Olympique Lyon zurückgekehrt sind, stehen auf der Abgangsseite. Mit Rafa Mir (24) könnte noch ein Offensivspieler zu den Colchoneros wechseln.

Atletico: Neu gefundene Flexibilität

Je nachdem ob Simeone sich für eine Dreier- oder Viererkette entscheidet, sind die Außenverteidigerpositionen mit Renan Lodi (23), Kieran Trippier (30) und die Innenverteidigung mit Mario Hermoso (26), Stefan Savic (30) und Jose Maria Gimenez (26) in der ersten Reihe stark besetzt. Dahinter steht mit Felipe (32), Sime Vrsaljko (29) sowie den Leih-Rückkehrer Santiago Arias (29), Nehuen Perez (21), Francisco Montero (22) und Manu Sanchez (20) eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen, talentierten Spielern bereit.

Prunkstück des Atletico-Kaders ist ganz klar die Mittelfeld-Zentrale. Standen dort ohnehin bereits schon Marcos Llorente (26), Kapitän Koke (29) und Saul Niguez (26) zur Verfügung, so hat man sich mit Rodrigo de Paul (27) auf dieser Position qualitativ noch einmal klar verstärkt. Neben diesen vier Topspielern hat Simeone auf dieser Position zudem noch Hector Herrera (31) und Geoffrey Kondogbia (28) in der Hinterhand.

Das ermöglicht dem 51-Jährigen eine Menge taktische Flexibilität. So konnte er in der abgelaufenen Spielzeit ohne jegliche Probleme von seiner bevorzugten 4-4-2-Formation abweichen. Stattdessen ließ er aufgrund des Überangebots auf der Position mit drei zentralen Mittelfeldspielern agieren. Dies äußerte sich entweder in einem 3-5-2, einem 4-1-4.1 oder zum Saisonende hin auch in einem 4-3-3. So bestand Atleticos Spiel in der vergangenen Saison nicht nur aus dem bekannten defensiven, zerstörerischen Fußball mit Kontern, sondern zum Teil auch aus Ballbesitzfußball.

Legt Atletico in der Offensive noch nach?

Das starke zentrale Mittelfeld und die Flexibilität und Variabilität lassen für die kommende Saison hoffen. Lediglich in der Offensive drückt noch etwas der Schuh. Für jegliche zu besetzende Positionen stehen mit Thomas Lemar (25), Yannick Carrasco (28), Marcos Paulo (20), Angel Correa (26), Joao Felix (21), Luis Suarez (34) und Ivan Saponjic (24) nur sieben Spieler im Kader. Felix fällt aufgrund eines Knöchelbruchs vorerst aus.

Auch Neuzugang Paulo verpasste Teile der Vorbereitung verletzungsbedingt, zudem ist es für den 20-Jährigen die erste Station in Europa, sodass er unter Umständen noch etwas Eingewöhnungszeit benötigt. Trotz einer Leihe zum FC Cadiz sammelte Saponjic in der abgelaufenen Spielzeit kaum Einsatzzeit, sodass er in den Planungen von Simeone kaum eine Rolle spielen dürfte. Aus diesem Grund ist es gut möglich, dass Atletico auf der Position des Stürmers noch einmal nachlegt. Die jüngsten Gerüchte bringen den amtierenden spanischen Meister mit Dusan Vlahovic (21) von der ACF Fiorentina und Rafa Mir (24) von den Wolverhampton Wanderers in Verbindung.

Player to Watch: Joao Felix

Photo by Jose Breton/Imago

Joao Felix (21) startet in seine dritte Spielzeit bei Atletico Madrid. In seiner ersten Saison hatte der Portugiese leichte Anlaufschwierigkeiten und kam in La Liga auf sieben Scorer. In seiner zweiten Spielzeit steigerte er die Zahl auf 13 und wusste wesentlich mehr zu gefallen, wenn auch die letzte Konstanz fehlte. Aktuell laboriert Felix an einem Knöchelbruch, weshalb er zu Saisonstart noch ausfällt. Danach darf mit Spannung erwarten werden, wie er von der Verletzung zurückkehrt.

Eine derartige Ablösesumme ist immer mit einer sehr hohen Erwartungshaltung verbunden. Kommt Felix gut aus der Verletzungspause bleibt abzuwarten, ob er die positive Entwicklung fortsetzen und die Leistung aus seiner zweiten Spielzeit für Atletico in der dritten Saison noch einmal toppen kann.

Prognose

Von der Spitzengruppe des vergangenen Jahres (Atletico, Barcelona, Real, Sevilla) hat sich keine Mannschaft derartig verstärkt, dass es einen klaren Favoriten auf die Meisterschaft gibt. Atletico hat alle Leistungsträger halten können und geht so mit einem eingespielten Tram in die Saison. Die Mannschaft von Diego Simeone wird wieder um die Meisterschaft mitspielen und am Ende der Saison unter den ersten beiden Mannschaften sein.

Real Betis (letzte Saison: 6. Platz)

Nach einer enttäuschenden Spielzeit 2019/2020, die auf dem 15. Tabellenplatz abgeschlossen wurde, reagierte Real Betis auf der Trainerposition. Dort wurde mit Manuel Pellegrini (67) ein sehr erfahrener Trainer geholt, der als Trainer bereits bei Real Madrid und Manchester City tätig gewesen ist. Diese Entscheidung zahlte sich aus, Pellegrini führte Real Betis in seiner ersten Spielzeit auf den sechsten Platz, was gleichbedeutend mit der Qualifikation für das internationale Geschäft ist.

Photo by Joaquin Corchero/Imago

Vor allem eine starke Rückrunde brachte Real Betis in diese Tabellenregion. In den 19 Spielen der Rückserie holte das Team von Pellegrini 35 Punkte, in der Hinrunde waren es lediglich 26. Im Jahr 2021 gingen in La Liga nur zwei Spiele verloren (2:3 gegen Barcelona, 0:1 gegen Sevilla). Auch wenn acht Unentschieden dabei waren, blieb man die letzten zwölf Saisonspiele ungeschlagen.

Real Betis ohne Transferausgaben

Die Korrekturen am Kader nahm Real Betis gänzlich ohne Ausgaben vor. Juan Miranda (21) wurde nach bisheriger Ausleihe fest und ablösefrei vom FC Barcelona verpflichtet. Torwart Rui Silva (28, Granada) und Rechtsverteidiger Youssouf Sabaly (28, Girondins Bordeaux) kamen ebenfalls ablösefrei. Außerdem kehrten Edgar Gonzalez (24, Real Oviedo) und Rober Gonzalez (20, UD Las Palmas) von ihrer Leihe zurück.

Auf der Seite der Abgänge muss Real Betis den Verlust von zwei Stammspielern verkraften. Emerson Royal (22) wechselt für eine Ablösesumme von neun Millionen Euro zum FC Barcelona. Innenverteidiger Aissa Mandi (29) zog es ablösefrei zum Europa-League-Sieger FC Villarreal. Torwart Dani Martin (23) wurde in die zweite spanische Liga an den FC Malaga verliehen.

Mittelfeld ist bei Real Betis der überragende Mannschaftsteil

In der vergangenen Spielzeit brachte Real Betis das Kunststück zustande, die Saison mit exakt ausgeglichenem Torverhältnis (50:50) beendet. Das zeigt die Problematik ganz gut. Die Offensive kann sich durchaus sehen lassen, die Defensive muss aber wesentlich sicherer stehen. Hier zeigt ein Blick auf den Kader, welche Gefahr sich dort verbirgt. Mit Emerson Royal und Mandi verlor Real Betis in der Abwehr Stammspieler.

Nachgelegt wurde mit Youssouf Sabaly allerdings nur auf der Außenverteidigerposition. In der Innenverteidigung stehen somit aktuell mit Marc Bartra (30), Sidnei (31) und Victor Ruiz (32) nur drei Spieler zur Verfügung. Sollte es hier zu Verletzungen kommen, wird die Personalsituation schnell angespannt sein. Die Defensive trotz der vielen Gegentore und der Abgänge bislang nicht verstärkt zu haben, könnte sich als schwerwiegenden Fehler herausstellen.

Überdurchschnittlich besetzt sind dagegen die Torwartposition und das Mittelfeld. Durch den ablösefreien Zugang des portugiesischen Nationalkeepers Rui Silva wurde diese Position noch einmal qualitativ verbessert. Zudem stehen der erfahrene Claudio Bravo (38) und Joel Robles (31) zur Verfügung.

Am stärksten besetzt ist bei Real Betis aber das Mittelfeld. Defensiv stehen Guido Rodriguez (27) und William Carvalho (27)  im Aufgebot, die Nationalspieler von Argentinien bzw. Portugal sind. Ebenfalls bereits für ihre Nationalmannschaft liefen Nabil Fekir (28, Frankreich) und Sergio Canales (30, Spanien) auf. Die beiden offensiven Mittelfeldspieler waren in der vergangenen Spielzeit mit fünf Toren und sechs Vorlagen bzw. acht Toren und sechs Vorlagen die Topscorer des Teams.

In vorderster Linie stürmt Borja Iglesias (27) der in der vergangenen Saison elfmal traf. Er profitierte ebenfalls vom Formaufschwung der gesamten Mannschaft in der Rückrunde, zehn seiner elf Treffer erzielte er im Jahr 2021. Die offensive besitzt in jedem Fall internationales Format. Im Vergleich zur Innenverteidigung ist man dort überall auch ausreichend stark besetzt, um der Dreifachbelastung inklusive des internationalen Geschäfts auffangen zu können.

Player to Watch: Diego Lainez

Im Januar 2019 für 14 Millionen Euro von CF America gekommen, scheint Diego Lainez (21) sich langsam besser in Europa einzufinden. In der vergangenen Spielzeit war er immer noch kein Stammspieler, sammelte aber mehr Einsatzzeiten als in den vergangenen anderthalb Jahren zuvor. Nun geht es für ihn darum, den nächsten Schritt in seiner Entwicklung als Offensivspieler zu gehen. In seinen bisherigen 48 Partien in La Liga bringt er es lediglich auf drei Torvorlagen.

Das ist zu harmlos für einen Offensivspieler und ein Punkt, an dem der Mexikaner weiter arbeiten muss. Hier könnte er aber von der Dreifachbelastung profitieren. So wird er möglicherweise durch die Rotation immer mal wieder ins Team reingespült und längere Einsatzzeiten bekommen. Die Spielzeit wird seiner Entwicklung sicherlich nicht abträglich sein, zudem kann er erste Erfahrungen auf internationalem Niveau sammeln. Sein erstes La-Liga-Tor würde sicherlich für mehr Selbstvertrauen und dann eventuell auch für eine Leistungsexplosion sorgen.

Prognose

Real Betis hat sich auf dem Transfermarkt sehr zurückgehalten und mit Emerson Royal und Aissa Mandi zudem zwei Stammspieler verloren. In dieser Saison kommt die Dreifachbelastung erschwerend hinzu. So wird es sehr schwer sein, den Erfolg aus dem Vorjahr zu wiederholen, ein Platz in der oberen Tabellenhälfte, also zwischen Platz sieben und zehn, sollte allerdings im Bereich des Möglichen liegen.

FC Cadiz (letzte Saison: 12.)

Der FC Cadiz schloss die vergangene Saison als bester Aufsteiger auf dem zwölften Tabellenplatz ab. Nach vier Jahren in der dritten spanischen Liga von 2012-2016 und vier Jahren in der Zweiten von 2016 bis 2020 geht der kontinuierliche sportliche Aufstieg des Vereins weiter. Architekt des Erfolgs ist Trainer Alvaro Cervera (55). Der 55-Jährige ist bereits seit April 2016 im Amt und erlebte beide Aufstiege mit.

Bei den Verantwortlichen des Vereins genießt er ein hohes Standing, was sein langfristiger Vertrag bis 2024 zeigt. In der vergangenen Spielzeit gelang es ihm, den FC Cadiz im ersten Jahr nach dem Aufstieg in La Liga zu halten. Bis auf nach der Auftaktniederlage gegen Osasuna am ersten Spieltag (0:2) stand man zu keinem Zeitpunkt der Saison auf einem Abstiegsplatz. Highlights waren die Spiele gegen die größten Vereine der Liga.

Im Hinspiel konnte der FC Cadiz im Auswärtsspiel bei Real Madrid mit 1:0 gewinnen. Gegen den FC Barcelona blieb das Team von Trainer Cervera in der vergangenen Spielzeit sogar unbesiegt. Am 12. Spieltag gab es im Hinspiel daheim einen 2:1-Sieg, im Rückspiel im Camp Nou rang man dem Favoriten ein 1:1 ab. In der Copa del Rey war in der 3. Runde nach einer 0:2-Niederlage bei Zweitligist FC Girona Schluss.

Cadiz: sieben externe Neuzugänge

Für das zweite Jahr in La Liga hat sich Cadiz mit sieben externen Neuzugängen verstärkt. Der bisher ausgeliehene Torwart Jeremias Ledesma (28) wurde gegen eine Ablöse fest verpflichtet. Ebenfalls Geld kosteten die Transfers von Santiago Arzamendia (23), Tomas Alarcon (22), Alvaro Jimenez (26) und Milutin Osmajic (21). Martin Calderon (22) und Varazdat Haroyan (28) kamen ablösefrei. Zudem kehrten die beiden Stürmer Alvaro Gimenez (30) und Nano Mesa (26) nach einer Ausleihe zurück.

Die anderen Leih-Rückkehrer Jean-Pierre Rhyner (25), Jose Matos (26), Gaspar Panadero (23), Caye Quintana (27), Dani Sotres (28), und Sergio Gonzalez (24) wurden fest abgegeben, David Mayoral (24) erneut ausgeliehen. Pedro Alcala (32) verließ den Verein ablösefrei, während Augusto Fernandez (35) seine Karriere beendete. Die ausgeliehenen Jairo Izquierdo, Ivan Saponjic (24) und Ruben Sabrino (29) kehrten allesamt zu ihren Stammvereinen zurück.

Defensive muss verbessert werden

Unter den Abgängen befindet sich kein einziger Stammspieler aus der vergangenen Spielzeit. Bei den Neuzugängen ging der FC Cadiz sehr unkonventionelle Wege, was alles in allem einen sehr interessanten Kader entstehen ließ. Neben der Festverpflichtung des argentinischen Torhüters Jeremias Ledesma kamen zwei weitere Spieler aus Südamerika. Linksverteidiger Santiago Arzamendia (23) ist Nationalspieler Paraguays, zudem kam der Chilene Tomas Alarcon (22) für das defensive Mittelfeld. Alarcon ist ebenfalls Nationalspieler.

Mit Alvaro Jimenez (26) von Albacete und Martin Calderon (22) von Real Madrid Castilla kommen zwei Spieler aus der dritten spanischen Liga hinzu, die den Sprung zwei Ligen höher wagen. Komplettiert werden die Neuzugänge durch Innenverteidiger Varazdat Harayon (29), der aus Kasachstan vom FC Astana kommt und Kapitän der armenischen Nationalmannschaft ist. Mit Milutin Osmajic (22) kam ein Sturmtalent aus der ersten Liga Montenegros. Osmajic kam bislang in einem Spiel für das Nationalteam von Montenegro zum Einsatz.

Die Transfers zeigen zudem, wo in der neuen Spielzeit angesetzt werden muss. Für drei Neuzugänge zahlte der FC Cadiz eine siebenstellige Ablöse. Dabei handelt es sich um die drei aus Südamerika, die allesamt Defensivspieler sind. Hinzu kommt der ablösefreie Transfer von Innenverteidiger Harayon. Die Defensive ist die Stellschraube, an der für eine erfolgreiche zweite Spielzeit in La Liga gedreht werden muss.

In der abgelaufenen Spielzeit hatte nur der FC Granada (65 Gegentreffer) eine schlechtere Abwehr als der FC Cadiz (58). Mit den Verstärkungen hat man diese Baustelle erkannt und reagiert, nun müssen die Neuzugänge in den Abwehrverbund integriert werden. Neben der Verbesserung der Defensivarbeit muss sich die Mannschaft aber auch in der Offensive steigern. 36 Treffer in 38 Spielen sind eine eher maue Ausbeute.

Mit Alvaro Negredo (35) gab es auch nur einen Torjäger (acht Treffer), auf Rang zwei der internen Torschützenliste folgte Alex Fernandez (27) mit gerade einmal vier Treffern. Auch hier muss das Team gefährlicher werden und die Verantwortung in der Offensive auf mehrere Schultern verteilen.

Player to Watch: Alvaro Negredo

Photo by Jose Miguel Fernandez/Imago

Kommende Woche, am 20. August, wird Alvaro Negredo 36 Jahre alt. Das hinderte ihn nicht daran, in der vergangenen Spielzeit nicht nur der beste Torschütze des FC Cadiz (acht Treffer), sondern auch der beste Vorlagengeber (vier) des Teams zu sein. Mit diesen zwölf Scorerpunkten war er an einem Drittel der 36 Treffer in der abgelaufenen La-Liga-Saison beteiligt.

Die Saison reiht sich in eine beeindruckende Karriere ein. Aktuell stehen in Negredos Vita 299 Spiele in La Liga, in denen er 119 Treffer erzielte und 40 Vorlagen gab. Hinzu kommen 18 Tore und neun Vorlagen in 68 Partien in der Premier League. Mit dieser Erfahrung und seinem Können ist er auch im hohen Fußballeralter ein enorm wichtiger Spieler für das Angriffsspiel des FC Cadiz.

In der vergangenen Saison war er der einzige wirkliche Torjäger, was zu einem Stück weit auch die Abhängigkeit von ihm aufzeigt. Zudem hat sich der Verein auf dieser Position nicht verstärkt. Es wird also spannend zu sehen und auch essenziell für den Mannschaftserfolg sein, ob Negredo eine ähnliche Saison wie die letzte spielen kann, oder ob er langsam seinem Alter Tribut zollen muss.

Prognose

Der FC Cadiz hat keinen wichtigen Spieler verloren, sich zudem ordentlich verstärkt und dafür auch Geld in die Hand genommen. Bei den Neuzugängen ist allerdings schwer einzuschätzen, wie sie sich in Spanien eingewöhnen und wie schnell sie sich an das Niveau in La Liga gewöhnen. Dass Trainer Cervera einen langfristigen Vertrag besitzt könnte im Abstiegskampf für benötigte Stabilität und Ruhe sorgen. Den zwölften Tabellenplatz aus der Vorsaison zu wiederholen wird schwer, ein Platz im unteren Mittelfeld und somit der Klassenerhalt sollten für den FC Cadiz aber möglich sein.

RCD Espanyol (Aufsteiger, letzte Saison: Meister La Liga2)

In der vergangenen Spielzeit trat RCD Espanyol in der zweiten spanischen Liga an. Dort konnte das Team von Trainer Vicente Moreno (46) den „Betriebsunfall“ Abstieg umgehend reparieren und stieg als Meister direkt wieder auf. Die Saison verlief vom Start weg gut, die schlechteste Tabellenplatzierung war der vierte Rang. Daran änderte auch eine Schwächephase von Ende Januar bis Mitte März nichts, als in acht Partien nur zwei Siege eingefahren wurden (vier Unentschieden, zwei Niederlagen).

Am 32. Spieltag wurde die Tabellenführung zurückerobert und danach dann nicht mehr abgegeben. Daran änderten auch die lediglich fünf Punkt aus den letzten fünf Saisonspielen nichts, in denen man offensichtlich bereits einen Gang runtergeschaltet hatte.

Espanyol: Keine nennenswerten Abgänge zu verzeichnen

Bei Espanyol haben es die Verantwortlichen geschafft, den Kader gänzlich zusammenzuhalten. In der vergangenen Saison spielten drei Spieler auf Leihbasis für den Verein, diese wurden allesamt fest verpflichtet. Landry Dimata (23) kommt für 2,2 Millionen Euro vom RSC Anderlecht, Alvaro Vadillo (26) für 1,8 Millionen Euro von Celta Vigo. Als dritter im Bunde wurde Miguelon (25) vom FC Villarreal für eine halbe Millionen Euro fest verpflichtet.

Als weiterer Zugang gegen eine Ablöse von einer Million Euro wurde Innenverteidiger Sergi Gomez (29) vom FC Sevilla vorgestellt. Zusätzlich kehrte Rechtsverteidiger Victor Gomes (21) nach einer Leihe an CD Mirandes zurück.

Eingespielter Kader und viele Talente

Photo: Imago

Trainer Moreno hat den großen Vorteil, dass er keinen einzigen Abgang zu verkraften hat. Das Team ist komplett gleichgeblieben, kennt sich somit also bereits und ist eingespielt. Da nach dem Abstieg im Sommer 2020 auch „nur“ 11 Spielern den Verein verließen, sind bereits einige Spieler aus dem Kader in La Liga für Espanyol aufgelaufen. In der Defensive bringt Sergi Gomez mit 165 gespielten Partien eine Menge Erfahrung mit, um die Abwehr weiter zu stabilisieren.

In der abgelaufenen La-Liga2-Spielzeit stellte Espanyol gemeinsam mit Mitaufsteiger RCD Mallorca und Sporting Gijon die beste Defensive der Liga (28 Gegentreffer). Die gute Abwehrarbeit soll auch eine Klasse höher beibehalten werden. Mit einer soliden Defensive soll die Grundlage für eine ruhige Spielzeit gelegt werden, da Espanyol im Angriffsspiel einiges an Potenzial besitzt, um dem Gegner jederzeit gefährlich zu werden.

Der wohl stärkste Mannschaftsteil des aktuellen Teams ist nämlich die Offensive. Neben Topstürmer Raul de Tomas (26) besitzen auch die offensiven Außenspieler viel Qualität. Zum einen wirbelt dort Adrian Embarba (29) der es in der Aufstiegssaison auf 23 Scorer brachte (9 Tore, 13 Vorlagen). Sein Pendant an auf der anderen Seite ist der hochtalentierte Javi Puado (23). Bei der U21-Europameisterschaft in diesem Jahr war Puado Stammspieler bei Spanien. Zudem gehörte er auch zum Aufgebot der spanischen Auswahl bei den Olympischen Spielen in Tokio.

Mit 25 Spielern weißt der Kader eine sehr gute Größe auf. Das Aufgebot ist nicht unnötig aufgebläht, trotzdem ist jede Position doppelt besetzt. Neben Puado stellte Espanyol mit Oscar Gil (23) und Adria Pedrosa (23) insgesamt drei Spieler für Spaniens U21-Nationalmannschaft bei der EM, was sich als Zweitligist durchaus sehen lassen kann. Mit Nico Melamed (20), Victor Gomez (21) und Pol Lozano (21) gibt es zusätzlich eine ganze Reihe weiterer junger Spieler, die in Spaniens U-Nationalmannschaften bereits internationale Erfahrungen sammeln konnten.

Player to Watch: Raul de Tomas

Im Januar 2020 kam wechselte Raul de Tomas (26) für eine Ablösesumme von 22,5 Millionen Euro von Benfica zu Espanyol. Damit ist er bis zum heutigen Datum der Rekord-Zugang des Vereins. In der Rückrunde 2019/2020 reichten seine vier Tore in 14 Spielen nicht mehr für den Klassenerhalt. Nach dem Abstieg blieb er Espanyol allerdings treu. In der vergangenen Spielzeit in La Liga2 traf er in 37 Partien 23-mal und hatte damit entscheidenden Anteil am Wiederaufstieg.

Mit dieser Quote sicherte er sich zudem den ersten Rang in der Torjägerliste. Knapp ein Drittel der 71 in der Saison erzielten Treffer von Espanyol entfielen somit auf ihn. In der kommenden Spielzeit in La Liga wird er wieder eine gewichtige Rolle für das Offensivspiel seiner Mannschaft innehaben. Deshalb wird es interessant zu sehen sein, ob de Tomas an seine Leistungen anknüpfen und auch eine Liga höher ähnlich erfolgreich treffen kann.

Prognose

Der Kader ist komplett zusammengeblieben und somit eingespielt. Da der Kader allerdings auch nicht großartig verstärkt wurde, kann es im ersten Jahr nur um den Klassenerhalt gehen. Sollte sich das Team in der neuen Liga gut akklimatisieren ist dieses Ziel auf jeden Fall realistisch, für viel mehr als einen Platz über dem Strich dürfte es allerdings nicht reichen.

Photo by Jose Manuel Vidal/Imago

Gero Lange

Fußballbegeistert seit der Heim-WM 2006. Großer Fan von Spektakelfußball mit vielen schönen Toren, am liebsten aus der Distanz. Seit 2020 bei 90PLUS

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