Chelsea gegen Arsenal: Neue Rollen und ein bekanntes Gesicht

Kai Havertz vom FC Chelsea (l.) im Duell mit Gabriel Martinelli vom FC Arsenal
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Am Sonntag empfängt der FC Chelsea den FC Arsenal. Vor dem Londoner Stadtderby haben sich die Rollen geändert, ein alter Bekannter hat die Seiten gewechselt. 

Anpfiff der Partie ist am Sonntag, 13 Uhr, live auf Sky.

Chelsea

Vergangene Woche musste Graham Potter (47) ausgerechnet an alter Wirkungsstätte die erste Niederlage als Trainer des FC Chelsea hinnehmen – ein verdientes 1:4 bei Brighton & Hove Albion. Eine Niederlage, „die uns nicht gefallen hat“, sagte der Engländer auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit dem FC Arsenal. Eine Niederlage, die die Bilanz seiner ersten zehn Spiele bei den Blues trübt.



„Objektiv betrachtet waren es sieben Siege, zwei Unentschieden und eine Niederlage“, erklärte Potter nüchtern. Allerdings kamen die drei sieglosen Spiele allesamt hintereinander in der Premier League. Sowohl mit als auch ohne den Ball strauchelten die Blues zuletzt. Die Defensive wirkte anfällig, der Angriff stumpf. Ein Drei-Punkte-Rückstand auf Platz vier ist die Folge. Überraschend kommt das nicht. „Es gab sehr viele Spiele in kurzer Zeit, sodass die tatsächliche Trainingszeit sehr begrenzt war“, sagte der Nachfolger von Thomas Tuchel über die Umstände seines Amtsantritts. „Wir lernen die Spieler immer besser kennen, und ich bin sehr zufrieden mit der Reaktion der Gruppe. Was die Leistung angeht, können wir mehr tun und uns verbessern, das ist spannend. Aber wenn man sich das Durcheinander der Spiele und die Verletzungen ansieht, haben wir uns gut geschlagen.“

Mit anderen Worten: Bis beim FC Chelsea Spielweise, Positionsspiel und Automatismen so ausgereift sind, wie es nach drei Jahren bei Brighton der Fall ist, benötigt Potter noch etwas Zeit. Zumal mit Reece James (22), Wesley Fofana (21), N’Golo Kante (31) zuletzt wichtige Stützen ausfielen. Nichtsdestotrotz ist Zeit bei den Blues bekanntlich ein rares Gut. Um so wichtiger war die Reaktion in der Champions League. Ein 2:1 gegen Dynamo Zagreb, das Potter schlichtweg als „professionell“ einstufte.

Am Sonntag trifft Chelsea auf ein anderes Kaliber. Gegen den Tabellenführer Arsenal erwartet Potter ein „schweres, aber aufregendes Spiel. Es ist ein London-Derby und da kann alles passieren.“ Erschwert wird die Aufgabe durch das wachsende Lazarett. Zu den Langzeitverletzten hat sich am Mittwoch Ben Chilwell (25) gesellt, darüber hinaus fällt der wiedererstarkter Torhüter Kepa Arrizabalaga (28) aus. Edouard Mendy (30) wird also wieder das Tor hüten.

Chelsea-Trainer Graham Potter an der Seitenlinie

(Photo by Mike Hewitt/Getty Images)

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Arsenal

Im Vergleich zu seinem Gegenüber steht Mikel Arteta (40) schon eine halbe Ewigkeit an der Seitenlinie des FC Arsenal: Das Spiel gegen den FC Chelsea wird sein 149. als Trainer der Gunners sein. Arteta hatte also viel Zeit. Und die brauchte es auch, um den strauchelnden Klub komplett auf links zu drehen und zurück in den elitären Kreis der Premier League zu führen.

Denn die Tabellenführung nach 14 Spieltagen ist kein Zufall. All das, was Potter bei Chelsea entwickeln möchte, funktioniert bei Arsenal unter Arteta mittlerweile auf Knopfdruck: Die Spieler passen zur Philosophie, jeder kennt seine Rolle und die seines Mitspielers. Das Resultat ist ein hoch attraktiver Ballbesitzfußball, der in seinen dominantesten Phasen an Manchester City erinnert.

In den letzten Wochen nahmen diese Phasen jedoch etwas ab. Immer wieder werden die Gunners nach tollem Start – kein Team hat in den ersten 30 Minuten mehr Tore erzielt (11) und so wenig kassiert (0) wie Arsenal – zu passiv. Gegen Nottingham Forest (5:0) und gegen Zürich (1:0) in der Europa League konnte das durch individuelle Klasse kompensiert werden. Gegen den FC Chelsea dürfte das schwieriger werden, zumal mit Pierre-Emerick Aubameyang (33) ein alter Bekannter seinem Ex-Arbeitgeber nur zu gerne ein Bein stellen würde.

Es ist mittlerweile fast ein Jahr her, dass der ehemalige Kapitän und Torjäger der Gunners (68 Premier-League-Tore) nach wiederholten Undiszipliniertheiten von Arteta suspendiert wurde. „Eine Entscheidung, die getroffen werden musste, von uns allen“, blickte der Spanier zurück. Mit nun 33 Jahren sei der Gabuner jedoch noch immer „gefährlich“. In elf Spielen hat Aubeyamng bislang drei Tore für Chelsea erzielt.

Bei Arsenal wurde er von Gabriel Jesus (25) beerbt, der für die talentierte Offensive um Bukayo Saka (21), Martin Ödegaard (23) und Gabriel Martinelli (21) trotz Torflaute (vier Spiele) das erhoffte Puzzlestück und Bindeglied ist. „Er trägt sehr viel zum Team bei, er hilft uns, Spiele zu gewinnen, die Art und Weise, wie er bei jeder einzelnen Aktion um jeden Ball kämpft, ist unglaublich“, betonte sein Trainer.

Arteta bangt vor dem Spiel um den Einsatz des vielseitigen Verteidigers Takehiro Tomiyasu (23). Dafür könnte Oleksandr Zinchenko (25) nach fünf Spielen Pause wieder auf die Linksverteidigerposition zurückkehren. Keeper Matt Turner (28) und Emile Smith Rowe (22) fallen weiterhin aus.

Nicht nur wegen seiner Tore wichtig: Arsenal-Stürmer Gabriel Jesus

(Photo by Ryan Pierse/Getty Images)

Prognose

Erstmals seit vielen Jahren reist der FC Arsenal als Favorit an die Stamford Bridge, und das liegt nicht nur an den zehn Punkten Vorsprung. Allerdings hatten die Gunners trotz guter Ergebnisse in ihren Auftritten zuletzt einige Schwächephasen, in denen Spritzigkeit und Konzentration nachließen. Chelsea hat zwar größere Defizite – personell und gesamtmannschaftlich – aber auch die individuelle Klasse, so etwas auszunutzen. Es riecht nach Toren. 90PLUS-Tipp: 2:2.

Mögliche Aufstellungen

Chelsea: Mendy – Chalobah, Silva, Koulibaly – Loftus-Cheek, Jorginho, Kovacic, Cucurella-  Mount-  Aubameyang, Sterling

Arsenal: Ramsdale – White, Saliba, Gabriel, Zinchenko – Partey, Xhaka – Saka, Ödegaard, Martinelli – Jesus

(Photo by Mike Ehrmann/Getty Images)

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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