Sieben Talente aus der Championship, die die Topligen im Sturm erobern könnten | Teil 2

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Spotlight | Die Championship, also die zweite englische Liga, wurde in den letzten Jahren qualitativ immer stärker und stärker. Inzwischen ist sie wohl eine der zehn stärksten Ligen in Europa. Und auch der Talentepool wird immer größer.

Im Januar haben wir Euch in einem ersten Teil bereits zehn Talente vorgestellt, von denen wir glaubten, sie würden zeitnah den Durchbruch schaffen. Im Sommer schafften es bereits drei dieser zehn Spieler in die Premier League. Bryan Mbeumo (22) und Adam Idah (20) stiegen mit ihren Vereinen Brentford FC respektive Norwich City auf, Nathan Collins (20) wechselte für 14 Millionen Euro zum Burnley FC.



Während Mbeumo absoluter Stammspieler ist, kommen die anderen beiden zwar regelmäßig, aber noch nicht als Stammspieler zum Einsatz. Collins dürfte kommende Saison zur Stammkraft werden, wenn James Tarkowski (29) den Verein im Sommer ablösefrei verlässt. Zusammen mit Stürmer Idah spielt der Innenverteidiger bereits jetzt in der irischen Nationalmannschaft.

Zu Teil 1 geht es hier entlang!

Von den übrigen Talenten, die allesamt noch in der Championship unterwegs sind, könnte im Sommer der ein oder andere den Schritt in die Premier League gehen. Nun jedoch zu den Talenten, die in dieser Saison den Schritt zum Stammspieler in der zweiten englischen Liga gemacht haben:

Brennan Johnson (20, Nottingham Forest)

(Photo by Michael Steele/Getty Images)

Brennan Johnson (20) ist ein waschechtes Nottingham-Eigengewächs. Der Offensivspieler ist in der Stadt geboren und spielt seit seinem neunten Lebensjahr bei den Reds. Die einzige Ausnahme war die vergangene Saison, in der er, um im Profifußball Fuß zu fassen, an den Drittligisten Lincoln City verliehen. Dort startete er auch direkt richtig durch, stand in 40 Ligaspielen auf dem Feld und war dabei an 24 Treffern direkt beteiligt (zehn Tore 14 Vorlagen). Die Mannschaft verpasste den Aufstieg nur knapp. In dieser Saison nun zeigt er, dass er auch eine Liga höher absolut mithalten kann.

Er ist Stammspieler bei Nottingham, stand in jedem der 23 Spiele auf dem Feld und hat bereits starke zehn Torbeteiligungen gesammelt (fünf Tore, fünf Vorlagen). Da Nottingham sehr regelmäßig die Formation wechselt, kommt ihm seine Vielseitigkeit extrem zugute. Er spielte bisher achtmal im rechten Mittelfeld, achtmal im linken und siebenmal zentral offensiv. Seine Vertragssituation macht ihn noch einmal interessanter für andere Teams. Johnson hat nur noch bis 2023 Vertrag, möchte Nottingham eine Ablöse für ihn kassieren, müssen sie ihn im kommenden Sommer abgeben.

Keane Lewis-Potter (20, Hull City)

Von Hull City sind gleich zwei Spieler in der Auflistung dabei. Der erste davon ist der in Hull geborene Keane Lewis-Potter (20). Der Außenbahnspieler spielte nie für einen anderen Verein und bekam bereits vor zwei Jahren seine ersten Einsatzminuten in der Championship. Nachdem die Tigers im Sommer 2020 in die dritte Liga abgestiegen waren, wurde Lewis-Potter zum Stammspieler und hatte mit 13 Toren und sechs Vorlagen einen großen Anteil daran, dass man direkt wieder aufstieg. In dieser Saison stand der Flügelspieler in allen 23 Spielen von Anfang bis Ende auf dem Platz.

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In dieser Zeit war er an neun Treffern beteiligt (fünf Tore, vier Vorlagen). Zu Saisonbeginn spielte die Mannschaft mit Viererkette, in den letzten sechs Spielen stellte Trainer Grant McCann (41) auf eine Dreierkette um. Lewis-Potter wurde in dem neuen System zum rechten Flügelverteidiger. Diese Position füllt er hervorragend aus. Im Januar 2021 verlängerte Lewis-Potter seinen Vertrag bis 2023, Hull besitzt zudem eine Option, den Vertrag einseitig um ein weiteres Jahr zu verlängern. Lokalen Medien zufolge soll Leicester City an einem Transfer bereits im Januar interessiert sein. Hull fordert dem Vernehmen nach knapp 15 Millionen Euro.

Jacob Greaves (21, Hull City)

Der zweite Hull-Spieler ist der erste Innenverteidiger auf unserer Liste. Jacob Greaves (21) spielt ebenso schon seine ganze Karriere bei den Tigers. Nach einer Leihe vor zwei Jahren in die viertklassige League Zwo, wo er bei Cheltenham Town schnell zum Stammspieler wurde, konnte er in den beiden letzten Saisons sein Niveau jeweils an die neue Liga anpassen. 2020/21 war er in Hulls Aufstiegsmannschaft gesetzt, auch dieses Jahr ist er nicht aus der Mannschaft wegzudenken und stand jede Minute auf dem Platz.

Sechs Talente aus der Ligue 1, die im Auge zu behalten sind!

Defensiv ist Greaves eine echte Bank, sowohl was gewonnene Zweikämpfe, Ballgewinne, geblockte Schüsse und Klärungen angeht steht er teamintern weit oben. Dazu muss er sich kaum mit unfairen Mitteln helfen, nur 0,7 Fouls pro 90 Minuten sind stark. Im Offensivspiel muss der Innenverteidiger hingegen noch stärker werden. Noch keine Torbeteiligung und nur 79,9% Passquote sind ausbaufähig. Aufgrund des Vertragsendes 2023 dürfte Greaves im kommenden Sommer für einige Erstligisten interessant sein, er dürfte für einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag zu haben sein. Vor allem Burnley soll bereits Interesse gezeigt haben.

Max Bird (21, Derby County)

(Photo by Jacques Feeney/Getty Images)

Der nächste Spieler, der in seiner Karriere nur für einen Verein gespielt hat, ist Max Bird (21). Der zentrale Mittelfeldspieler kommt aus der Jugend von Derby County und ist bereits seit drei Jahren Teil der ersten Mannschaft. 2019/20 wurde er zu Beginn der Rückrunde Stammspieler und stand in fast jedem Spiel in der Startelf. Im letzten Jahr hatte Bird es deutlich schwerer, vor allem in der Hinrunde waren seine Einsatzzeiten sehr überschaubar. In der Rückrunde wurde dies wieder besser, nun ist er also wieder unumstrittener Stammspieler. Vor allem gegen den Ball hat Bird seine Stärken. Er fängt vereinsintern die meisten Bälle ab, gewinnt die zweitmeisten Zweikämpfe und foult dabei mit 0,5 Fouls pro 90 Minuten extrem wenig.

Mit dem Ball am Fuß weiß der Mittelfeldspieler aber durchaus auch einiges anzufangen. Er spielt die meisten Key-Pässe der Rams, hat ein hohes Passvolumen und eine starke Passgenauigkeit (83,2%). Sein Vertrag in Derby läuft zwar noch bis 2024, aufgrund der finanziellen Probleme, die der Verein hat, könnte ein Verkauf im kommenden Sommer jedoch durchaus realistisch sein. Die Rams mussten unlängst Insolvenz anmelden. Dazu wurden ihnen wurden 21 Punkte abgezogen, ein Klassenerhalt scheint aktuell sehr unwahrscheinlich zu sein, nach dem Abstieg wären Transfereinnahmen noch einmal wichtiger für den Verein.

Djed Spence (21, Nottingham Forest)

Deutlich mehr herumgekommen als die vorherigen Kandidaten ist Djed Spence (21) bisher. Der Rechtsverteidiger stammt aus der Jugend des Fulham FC, wechselte 2018 zum Middlesbrough FC und ist in dieser Saison zu Nottingham Forest verliehen. Die Leihe kam durchaus etwas überraschend, stand Spence in der vergangenen Saison doch immerhin 38-mal für Middlesbrough auf dem Feld.

Der Grund war zum einen, dass Boro im Sommer einen neuen Rechtsverteidiger verpflichtete, Spence wäre wohl nur die Nummer drei auf seiner Position gewesen. Zum anderen ist er ein offensivfreudiger Außenverteidiger, der als Flügelverteidiger sehr gut aufgehoben ist. Diese Position kann er in Nottingham, wo er bisher immer in der Startelf stand, auch spielen. Bei den Dribblings führt er seine Mannschaft an, auch zieht er sehr viele Foulspiele. Auch defensiv ist er durchaus zu gebrauchen, 1,5 gewonnene Zweikämpfe und 1,7 abgefangene Bälle sind für einen Flügelverteidiger starke Werte. Sein Vertrag endet ebenfalls 2023, für Erstligisten ist Spence also spätestens kommenden Sommer sehr interessant.

Ronnie Edwards (18, Peterborough United)

(Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

Ronnie Edwards (18) ist ein echter Senkrechtstarter. Peterborough United verpflichtete den Innenverteidiger 2020 vom Barnet FC, mit denen er – ohne Stammspieler zu sein – in der fünftklassigen National League unterwegs war. In seiner ersten Saison in Peterborough kam Edwards kaum zum Einsatz, nur zweimal spielte er in der Liga. Das änderte sich in dieser Saison jedoch drastisch. Trotz des durch den Aufstieg deutlich höhere Niveau der Gegner schaffte es Edwards, sich als Stammspieler zu etablieren. In den ersten sechs Spielen bekam er nur 21 Minuten, seither ist er jedoch gesetzt.

Im Oktober wurde er schließlich auch erstmals für eine englische Junioren-Nationalmannschaft eingeladen, inzwischen stehen vier Einsätze für die U19 zu Buche. Spielerisch ist Edwards ein moderner Libero. Seine Stärken hat er mit dem Ball am Fuß. Ligaweit spielen nur wenige Spieler mehr Pässe als er, innerhalb der eigenen Mannschaft führt er diese Statistik meilenweit an. Seine Passquote von 91,7% ist dabei herausragend. Defensiv geht er selten in direkte Duelle, versucht viele Situationen mit gutem Stellungsspiel zu lösen. Die Premier League dürfte sich jedoch noch etwas gedulden müssen, erst im Mai verlängerte Edwards seinen Vertrag bis 2025.

Jasper Moon (21, Barnsley FC)

Auch Jasper Moon (21) kommt aus der eigenen Jugend seines aktuellen Vereins, des Barnsley FC. Nachdem er in der letzten Saison regelmäßig im Kader, jedoch nur dreimal auf dem Platz stand, ist Moon inzwischen ein wichtiger Teil der Mannschaft geworden. Der Innenverteidiger stand in 17 der 23 Spiele auf dem Feld, zumeist von Anfang an. Zuletzt probierte Neu-Trainer Poya Asbaghi (36) etwas mit einer Viererkette statt der gewohnten Dreierkette, wodurch Moon aus der Startelf fiel. Da dieses Experiment jedoch nur bedingt Erfolg hatte (drei Punkte aus vier Spielen, kein Sieg), dürfte Barnsley bald zum alten System zurückkehren und Moon damit wieder in die erste Elf.

Moon ist ebenso wie Edwards ein Spieler, der sich eher selten in Zweikämpfe verwickeln lässt. Stattdessen will er viele Situationen mit seinem guten Auge lösen. Bei den geführten Zweikämpfen liegt er mannschaftsintern nur auf Platz acht, bei abgefangegen Bällen hingegen auf Rang drei. Mit dem Ball ist dieses gute Auge noch nicht ganz so ausgeprägt, 73,2% Passquote sind ein schlechter Wert für einen Innenverteidiger. Wobei man hier zu seiner Ehrenrettung sagen muss, dass dies auch systembedingt ist. Barnsley will mit sehr riskanten Pässen nach Balleroberung schnell vor das gegnerische Tor kommen. Der Vertrag des Innenverteidigers läuft noch bis 2023, auch er dürfte also für viele Erstligisten im kommenden Sommer interessant werden.

Honorable Mentions: Talente in der Championship

Da von Erstligisten geliehene Spieler nicht vorgestellt wurden, hier noch einige dieser Spieler, die in den nächsten Jahren sicherlich ebenfalls für Aufsehen sorgen werden:

Ryan Giles (20, Cardiff City, von Wolverhampton Wanderers), Sepp van den Berg (19, Preston North End, von Liverpool FC), Ethan Laird (19, Swansea City, von Manchester United), Ian Maatsen (19, Coventry City, von Chelsea FC), Morgan Gibbs-White (21, Sheffield United, von Wolverhampton Wanderers), Levi Colwill (18, Huddersfield Town, von Chelsea FC)

Lukas Heigl

Liebhaber des britischen Fußballs: Von Brighton über Reading und Wimbledon bis nach Inverness. Ist mehr für Spiele der dritten englischen Liga als für den Classico zu begeistern. Durch das Kommentatoren-Duo Galler/Menuge auch am französischen Fußball interessiert

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