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90PLUS » Nach EuGH-Urteil: Fifpro fordert Reform des Transfersystems
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Nach EuGH-Urteil: Fifpro fordert Reform des Transfersystems

Yannick Lassmann
05.10.24, 09:54
Yannick Lassmann
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FIFA
Foto: Getty Images

Der EuGH kam am Freitag zu dem Schluss, dass bestimmte FIFA-Transferregeln gegen das europäische Recht verstoßen. Daher fordert die Spielergewerkschaft Fifpro nun eine grundlegende Reform des Transfersystems.

Neue Transferregeln: Fifpro geht auf FIFA zu

Auf den europäischen Spitzenfußball könnten große Einschnitte zukommen, und zwar im Transfersystem. Denn zentrale Teile der FIFA-Vorgaben sind nicht mit EU-Recht vereinbar. Dies gab am gestrigen Freitag der sich auf die Freizügigkeit des Arbeitnehmers berufende EuGH bekannt. Besonders im Fokus stand Artikel 17 des FIFA-Reglements, der zahlreiche Spieler davon abhielt, ihren Vertrag zu kündigen und einen neuen Verein zu suchen.

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Lassana Diarra (39), einst bei Real Madrid und Chelsea aktiv, hatte in Zusammenarbeit mit der Fifpro dagegen geklagt und Recht bekommen. „Dank des heutigen Urteils wird die FIFA gezwungen sein, diese Praxis zu ändern, und es muss klar sein, dass eine solche Änderung nur im Einvernehmen mit den Sozialpartnern, einschließlich der Spielergewerkschaften und ihrer Mitglieder, erfolgen kann. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Regeln auf transparenten, objektiven, nicht diskriminierenden und verhältnismäßigen Kriterien beruhen“, so die Spielergewerkschaft in ihrer Stellungnahme.

Die Fifpro zeigte zudem Bereitschaft, Verhandlungen mit der FIFA aufzunehmen, um gemeinsam ein neues Regelwerk zu erstellen, das mit EU-Recht vereinbar sei und die Rechte der Spieler respektiere. Entscheidend sei, dass alle Profis, die in den vergangenen Jahren von den illegalen Regeln betroffen gewesen seien, berücksichtigt werden sollten, so Fifpro-Interimsgeneralsekretär Stéphane Burchkalter, der eine Entschädigung für die erlittenen Schäden anstrebt.

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Noch weiter ging Präsident David Terrier (51), der von einer „Revolution der Fußballverwaltung in Europa und der Regulierung des Arbeitsmarktes“ sprach. In der Tat könnte die Klage von Diarra ähnliche Folgen wie einst bei Jean-Marc Bosman (59) haben, dessen Fall dazu führte, dass Spieler nach Auslaufen ihres Vertrags ablösefrei zu einem anderen Verein wechseln durften.

Terrier verwies zudem darauf, auf einen Abseits im EuGH-Urteil, wonach die FIFA „von den staatlichen Behörden nicht mit einer besonderen Aufgabe im Bereich des Arbeitnehmerschutzes betraut worden ist“. Daraus schließt er, dass die Regulierung entweder durch nationale Gesetze oder durch Tarifverträge zwischen den Sozialpartnern erfolgen müsse. Die Gelegenheit zur Umsetzung besteht ab sofort, denn alle Beteiligten hätten ein „unbeschriebenes Blatt vor sich, um eine Arbeitsmarktregulierung umzusetzen, die ein faires und wirksames Gleichgewicht zwischen den Interessen der Spieler und den Interessen der Vereine gewährleistet.“ Man darf gespannt sein, wie sich dies auf den europäischen Spitzenfußball auswirkt.

(Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

THEMENDavid TerrierEuGHFIFAFifproStéphane Burchkalter
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