Premier League: Wengerball, Liverpools Mr. Chaos and…another one

Eddie Nketiah feiert sein 3:1 für den FC Arsenal über West Ham in der Premier League.
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5 Awards zum 17. Spieltag der Premier League: Der FC Arsenal zaubert vor den Augen Arsene Wengers, Liverpools „Chaot“ und „another one“ für Erling Haaland. 

„Wengerball“-Award: FC Arsenal

Für den FC Arsenal und Arsene Wenger war es ein besonderer Boxing Day. Erstmals seit seinem Abschied 2018 saß die Trainerikone wieder in dem Stadion, das er quasi mit aufbaute. In seinen fast 22 Jahren als Trainer der Gunners transformierte der 73-jährige Franzose den kompletten Verein, was den Umzug vom kuscheligen Highbury in das größere Emirates Stadium unabdingbar machte, und inspirierte mit seinem flüssigen Kombinationsspiel die ganze Insel.

Mit einer Statue möchte der Verein seinem Lebenswerk huldigen. Doch die passendste Homage sah Wenger am Montag von der Tribüne aus: eine modernisierte Version seines „Wengerballs“. Auch ohne den verletzten Gabriel Jesus, nicht nur als Vollstrecker sondern auch als Pressingspitze und Kombinationselement quasi unverzichtbar, landete Arsenal einen 3:1-Sieg gegen ein kompaktes West Ham. Während die Defensive im ersten Spiel nach der WM-Pause noch nicht ganz sattelfest wirkte, knüpften die Gunners mit dem Ball nahtlos an die bisherigen Saisonleistungen an.

Denn Arsenal führt nach 17 Spieltagen nicht nur verdient mit fünf Punkten Vorsprung die Tabelle der Premier League an, sondern verzückt dabei auch noch das Auge. Dirigiert vom fleißigen und doch so kreativen Freigeist Martin Ödegaard, zirkuliert der Ball koordiniert und zielstrebig, zugleich aber auch unvorhersehbar und präzise durch die eigenen Reihen, bis hin zum gegnerischen Tor. Ob die jüngste Mannschaft der Premier League das bis zum Saisonende aufrecht erhalten kann, bleibt abzuwarten. Stolz dürfte Arsene Wenger allerdings schon jetzt sein.

 

Zur Tabelle der Premier League

„Another one“ – Award: Erling Haaland

Größter Konkurrent der Gunners bleibt in der Premier League natürlich Manchester City. Am Mittwoch gewann der amtierende Meister zum Abschluss des Spieltags auswärts mit 3:1 bei Leeds United. Und ja, natürlich traf auch Erling Haaland. Für den Norweger war es bereits das 20. Saisontor, dafür benötigte er lediglich 14 Einsätze – neuer Rekord in der Premier League! Oder wie DJ Khaled sagen würde:

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Denn entgegen der kuriosen Einschätzung einiger Kritiker, wird die Debütsaison Haalands in der Premier League nicht von Anpassungsproblemen begleitet. Nein, sie gleicht einer Rekordjagd. Keiner erzielte so schnell zwei, dann drei Hattricks – in acht statt 48 Spielen. Und keiner erzielte zuvor in drei aufeinanderfolgenden Heimspielen einen Dreierpack. Ach ja, die beste Premier-League-Saison aller Zeiten ist ebenfalls noch in Reichweite.

Andy Cole (1993/1994) und Alan Shearer (1994/1995) erzielten jeweils 34 Saisontore. Damals hatte eine Spielzeit allerdings 42 Spiele. Übertragen auf das aktuelle 38-Spiele-Format wären das 30,8 Treffer. Macht Haaland mit seinem Schnitt von 1,42 Toren pro Spiel weiter, würde er sogar bei absurden 52 Saisontreffern landen.

 

„Chaos“ – Award: Darwin Nunez

Kaum ein Spieler spaltet 2022/2023 so sehr die Meinungen der Premier-League-Beobachter wie Darwin Nunez. Die Erwartungen an den 80-Millionen-Euro-Neuzugang des FC Liverpool waren hoch und somit auch die Häme bei den zahlreichen Chancen, die der 23-Jährige bislang durch Abschlussschwäche, schlechte Entscheidungen oder auch Unbeholfenheit vergab.

Auch gegen Aston Villa blieb Nunez ohne Tor, trotz sechs Abschlüssen, fünf davon im Strafraum, und 1,44 expected Goals (xG) – der höchste Wert aller Spieler auf dem Feld. Und dennoch hatte der Uruguayer einen großen Anteil daran, dass die Reds am Ende mit 3:1 gewannen. Denn immer wenn Nunez auf dem Platz steht, sorgt er für Chaos. Im positiven Sinne.

Seine wuchtige Präsenz bindet Gegenspieler und schafft Räume. Seine unermüdliche Energie, selbst bei vermeintlich aussichtslosen Situationen, stresst die Defensive und sorgt für Überraschungsmomente. So auch gegen Villa in der 80. Minute: Nach einem langen Sprint nahm er einen schwierigen Diagonalball von der Mittellinie mit der rechten Außenseite im Strafraum an und feuerte aus unmöglichen Winkel von der Torauslinie auf den Kasten. Robin Olsen konnte nur abprallen lassen, Tordebütant Stefan Bajcetic (18) vollendete zum 3:1-Endstand.

Bekommt Jürgen Klopp die Kanten seines Rohdiamanten geschliffen, werden auch Tore folgen. Bisher steht er in seiner Debütsaison bei immerhin fünf Treffern.

Liverpools Darwin Nunez liegt auf dem Boden. In der Premier League hatte er bislang einen größeren Impact als seine fünf Tore vermuten lassen.

(Photo by OLI SCARFF/AFP via Getty Images)

„Revival“ – Award: Marcus Rashford

Es ist nicht lange her, da versank selbst einer der größten Hoffnungsträger Manchester Uniteds im Sog der allgemeinen Tristesse rund um das Old Trafford. Während die Red Devils 2021/2022 als Folge jahrelanger Planlosigkeit krachend aus den Top-Four und in das Chaos rutschten, landete auch Marcus Rashford auf dem Abstellgleis (nur 13 Startelfeinsätze).

Unter Erik ten Hag blüht Rashford nun wieder auf. Am Dienstag gegen Nottingham Forest (3:0) brachte er Manchester United mit einem platzierten Schuss nach einer einstudierten Eckballvariante mit 1:0 in Führung und legte das 2:0 auf. Bereits nach 21 Spielen hat der Engländer, der trotz Reservistenrolle bei der WM 2022 drei Treffer für England erzielte, doppelt so viele Pflichtspieltore (10) und -Vorlagen (4) vorzuweisen wie in der Vorsaison (31 Partien). Vor allem aber ist das Selbstbewusstsein zurück. Sein Antritt ist regelrecht elektrisch, seine Dynamik eine wichtige Komponente im noch relativ simplen Offensivspiel.

Nach einem schockierenden Saisonstart scheint Manchester United unter Ten Hag auf der richtigen Spur gelandet zu sein. Der Rückstand auf die Top-Four beträgt nur noch einen Zähler. Auch dank Rashford.

Er kann wieder lachen: Marcus Rashford jubelt über sein 1:0 für Manchester United beim 3:0-Erfolg über Nottingham Forest in der Premier League.

(Photo by OLI SCARFF/AFP via Getty Images)

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„Stolperstein“-Award: FC Brentford

Als Thomas Frank seinen Vertrag beim FC Brentford an Heilig Abend verlängerte, sprach der Däne davon, „weitere magische Momente zu kreieren“. Um ein Haar gab es den nächsten bereits am Boxing Day gegen die Tottenham Hotspur. Die mutigen Bees gingen mit 2:0 in Führung, mussten sich am Ende aber mit einem 2:2 begnügen.

Die wackeligen Spurs konnten mit dem Punkt am Ende zufrieden sein. Alleine das spricht Bände über die Entwicklung des FC Brentford, der sich im zweiten Jahr nach dem Aufstieg mit 20 Zählern aus 16 Spielen im Mittelfeld zu etablieren scheint (Platz zehn, sieben Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge). Besonders auffällig: sieben Punkte gab es gegen sogenannte Big-Six-Klubs der Premier League: 4:0 gegen Manchester United (!), 0:0 gegen Chelsea, 2:1 bei Manchester City und nun das Remis gegen Tottenham.

Brentford hat sich zu einem der unangenehmsten Stolpersteine der Liga gemausert, und zwar nicht mit negativem Defensivfußball, sondern mit Intensität und spielerischer Qualität.

(Photo by Alex Pantling/Getty Images)

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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