Wenger spricht über zu viel Geld für junge Spieler und seine WM-Pläne

Arsene Wenger bei der Vorstellung seiner Biographie
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News | Arsene Wenger nahm nach seiner langen Zeit beim FC Arsenal keinen Trainerjob mehr an. Stattdessen arbeitet er für die FIFA. In einem ausführlichen Interview äußerte er sich unter anderem zu seiner Rolle.

Wenger zu Arsenal-Ende: „Sehr einsam und schmerzhaft“

Im Sommer 2018 endete die 22-jährige Ära von Arsene Wenger (71) beim FC Arsenal. Im Gespräch mit dem Telegraph sprach er nochmals über das aus seiner Sicht „sehr einsame und schmerzhafte“ Ende. Denn selbst in den letzten – durchwachsen verlaufenden – Jahren haben nur wenig gefehlt, um die Ziele zu erreichen oder sogar Titel zu gewinnen. Am ersten Tag nach seinem Abschied habe er sich „ein wenig verloren“ gefühlt, bevor ein „starker Geist“ wieder die Oberhand gewann.

Rückblickend auf die insgesamt sehr erfolgreiche Zeit meinte der Franzose: „Ich habe die besten Jahre meiner Karriere geopfert, um das zu entwickeln, was meiner Meinung nach wichtig ist – das Stadion – und es zurückzuzahlen und den Verein in eine Position zu bringen, in der er in die Zukunft blicken kann und das Potenzial hat, erfolgreich zu sein. Am Ende des Tages haben wir vor allem gewonnen, und ich bin sehr stolz darauf, den Verein in diese Position gebracht zu haben.“ Der FC Arsenal werde immer in seinem Herzen bleiben.

 

Doch Wenger wirft schaut auch kritisch auf den heutigen Profifußball. Gerade junge Spieler verdienen „frühzeitig“ zu viel Geld. „Das ist der Punkt, an dem der Fußball auf gefährliches Terrain gerät. Sollten wir die Leute belohnen, die Qualität produzieren? Ja, aber wenn es um Spieler geht, die das eines Tages tun könnten, dann ist es viel, viel gefährlicher“, führte die Trainerikone aus.

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Inzwischen arbeitete Wenger bekanntlich für die FIFA, die zuletzt durch die umstrittenen Pläne, die Weltmeisterschaft im Abstand von zwei Jahren auszutragen, auf sich aufmerksam machte. In seiner Rolle als „Chief of Football Global Development“ habe er drei Aufgaben: „die Entwicklung, die Qualität der Wettbewerbe und die Spielregeln.“ Die zurzeit weltweit diskutierte WM-Idee sei nur ein Vorschlag: „Ich treffe diese Entscheidung nicht. Das muss die Fußballwelt entscheiden.“

„Die ganze Welt“ soll profitieren

Seinen Ansatz, von dem „die ganze Welt“ etwas haben soll, erklärte Wenger detailliert: „Ich persönlich würde sagen, dass jedes Talent eine Chance im Leben verdient. Das ist heute nicht der Fall. Wenn man mit dem gleichen Talent geboren wurde, aber in Yaounde, London oder Hanoi, hat man nicht die gleichen Chancen, ein großer Fußballspieler zu werden. Das kann man über das Leben im Allgemeinen sagen. Aber wenn man dafür verantwortlich ist, jedem die gleiche Chance zu geben, dann muss man sich darüber Gedanken machen.“

Angesprochen auf den schlechten Ruf der FIFA betonte der tadellose Sportsmann, dass der Verband Fortschritt erzielt habe. „Zunächst einmal sind alle Finanzen jetzt transparent. Das hat sich komplett geändert. Die Abstimmungen für die großen Wettbewerbe sind transparent und werden von einem unabhängigen Unternehmen bewertet“, so Wenger. Deshalb habe er als Mitarbeiter ein ganz anderes Bild.

(Photo: Imago)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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